Frage von fiedlejo, 47

Welche Spiegelreflexkamera sollte ich mir für 1000€ kaufen?

Hi erstmal, Ich würde mir gerne eine Spiegelreflexkamera zulegen...So hobby mäßig.... Ich habe bis jetzt aber nur Erfahrungen mit einer Kompaktkamera. Mein Preislimet befindet sich so bei 1000€ Für das Geld hätte ich gern ne Kamera und ein Objektiv mit dem man nicht nur etwas in 10 metern, sondern auch in einer etwas weiteren Entfernung, groß und scharf fotografieren kann. Könntet ihr mir dafür etwas empfehlen ?

Einen schönen Tag noch xD ^-^

Antwort
von Airbus380, 33

Fuer die Bildqualitaet ist es am sinnvollsten, sich die billigste Kamera, die Augen, Haende und Bauch ertragen koennen zu kaufen; zusammen mit dem besten Objektiv, welches dein Bankkonto abnicken kann. 

Etwas allgemeiner:

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar
und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange
in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will
oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute
Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine
Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet.
Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras
verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von
Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine
Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera.
Populaerer Vertreter ist die Canon Powershot G15. Zoombereich und
Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen
Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt
mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber
Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT
und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder
Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein
Schaubild gibt es bei Wikipedia---> Sensorformat 

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden"
entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer
bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man
genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000
Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei
jedem System ins Geld (und ins Gewicht). Außerdem wachsen die zu
schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei
stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony
(Minolta)
koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony A_Bajonett) bis
riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen
Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony E-Bajonett,
Olympus und Panasonic mFT, Fuji X) bieten fuer die allermeisten
ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier
(oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst.
Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will,
welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen,
welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten
klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann
nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue
Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit
auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem
Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera
.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch
oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von
Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar
Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden.
Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche,
Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur
Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte
. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel)
fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die
Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

Kommentar von BurkeUndCo ,

Toll, wirklich gute und sachlich kompetente Antwort.

Antwort
von testwiegehtdas, 29

Ich habe eine Canon Eos 700D und bin damit sehr zufrieden.

Ich meine sie hat um die 500€ mit Objektiv gekostet. Da ist also noch genug über für ein zweites Objektiv und eine ordentliche Tasche für alles.

Denke an einen Ersatz-Akku, nichts ist ärgerlicher, als wenn der Akku doch nicht bis zum Ende ausreicht und mittendrinnen schlapp macht.

Zudem sollte man auch immer eine Ersatz-Speicherkarte dabei haben, plötzlich kann bei hoher Bildqualität der Speicherplatz doch nicht ausreichen oder die Karte spinnt und wird nicht mehr von der Kamera erkannt, obwohl es davor ohne Probleme funktionierte. Das hatte ich mal, danach hat keine Kamera (egal von welchem Hersteller und ob Spiegelreflex oder Digitalkamera) die Karte mehr erkennen können, es lag also nicht an meiner Kamera...

Ich würde einfach mal ins Geschäft gehen und ausprobieren. Mir war wichtig, dass sie gut in meiner Hand liegt. Mein Freund mag die Kamera gar nicht, weil er sehr viel größere Hände hat und sie "ungemütlich" beim Halten und Auslösen findet.

Kommentar von nextreme ,

Ja genau, als nächstes kauft er sich dann ein 18-250er Zoomobjektiv, weils dafür gerade noch reicht und einen Monat später beklagt er sich dann über die Canon, weil sie so schlecht ist, bei weniger Licht und möchte hier erfahren welche Marke besser dafür sei... Dass es an den billigen Objektiven lag wird er bis dato noch nicht rausbekommen haben und sich später im Stillen ärgern um die 500 Euro für derlei Gurkengläser ausgegeben zu haben.

Das wäre diese Woche nicht der Erste...

Antwort
von nextreme, 20

Da Du vorallem auf Zoomweite Wert legst, würde ich dir eher zu einer Bridge raten wie zB diese http://www.mediamarkt.de/de/product/_nikon-coolpix-p900-1973212.html?uympq=vpqr&... den Bildausschnitt eines 2000mm Objektivs kriegt keine DSLR so einfach zustande.

Wenn dein Fokus mehr auf der Bildqualität liegt gehen auch RX10 und FZ1000 - in genau dieser Reihenfolge.

Antwort
von BurkeUndCo, 11

Wenn Du heute eine wirklich gute Kamera willst, dann kaufst Du Dir keine Spiegelreflexkamera mit dem veralteten Spiegel, sondern eine spiegellose Systemkamera.

Und wenn Du gute Bilder machen willst, dann kaufe Dir gute Objektive. Gute Objektive sind Festbrennweiten oder Zooms mit geringem Zoombereich (kleiner etwa 3).

Wenn Du unbedingt eine Kamera mit großem Zoombereich willst, dann musst du mit entsprechenden Quaalitätseinbußen leben. Und dann ist eine gute Bridgekamera für Dich die bessere Wahl.

Antwort
von christl10, 11

1000€ kann reichen.

Kaufe Dir eine Canon eos 700D für 550€ und zudem ein 

gebrauchtes Sigma 50-150/2,8 EX Canon HSM APO DC 

für 400€.

Damir wirst Du glücklich und Du hast Qualität. 

Die restlichen 50€ kannst Du für eine Fototasche verwenden.

Das Objektiv habe ich auch und es ist wirklich gut!!!

Antwort
von FoxundFixy, 19

Was du suchst ist eine Bridgekamera mit viel Zoom.

Für eine Spiegelreflexkamera mit einigermaßen vernünftigen Teleobjektiv werden 1000€ ziemlich knapp und was wirklich Gutes hat man dann immer noch nicht

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