Frage von TomatenHero2, 160

Welche Spiegelreflexkamera ratet ihr mir?

Huhu,

Möchte mir jetzt so langsam mal eine Spiegelreflexkamera kaufen. Einfach mal,um schöne Fotos zu machen,also nichts für gewerbliches,...
Ich schwanke zwischen den Marken Nikon und Canon. Mein Budget liegt bei +- 350€.

MfG (:

Antwort
von Airbus380, 50

Etwas allgemeiner:

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar
und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange
in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will
oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute
Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine
Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet.
Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras
verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von
Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine
Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera.
Populaerer Vertreter ist die Canon Powershot G15. Zoombereich und
Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen
Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt
mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber
Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT
und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder
Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein
Schaubild gibt es hier: 

https://de.wikipedia.org/wiki/Bildsensor#mediaviewer/Datei

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden"
entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer
bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man
genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000
Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei
jedem System ins Geld (und ins Gewicht). Außerdem wachsen die zu
schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei
stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony
(Minolta) koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony A_Bajonett) bis riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen
Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony E-Bajonett,
Olympus und Panasonic mFT, Fuji X) bieten fuer die allermeisten
ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier
(oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst.
Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will,
welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen,
welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten
klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann
nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue
Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit
auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem
Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera
.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch
oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von
Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar
Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden.
Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche,
Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur
Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte
. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel)
fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die
Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

Kommentar von Cougar99 ,

Einfach und kurz erklärt!

Kommentar von BurkeUndCo ,

Stimmt, zumindest dann, wenn man bedenkt, wie komplex und umfangreich dieses Thema ist.

Antwort
von jere4, 1

Diese Modelle könnten in Frage kommen:

Canon EOS 1200D https://www.amazon.de/Canon-SLR-Digitalkamera-Megapixel-CMOS-Sensor-LCD-Display/...

Canon EOS 1300D https://www.amazon.de/Canon-Digitale-Spiegelreflexkamera-Megapixel-CMOS-Sensor/d...

Gebrauchte Canon EOS 600D https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-foto/spaichingen/canon-eos-600d/k0c245l12251

Nikon d3300 https://www.amazon.de/Nikon-D3300-SLR-Digitalkamera-18-55-schwarz/dp/B01B5UZ4TA/...

Objektiv:

1.Fang erst mal mit dem 18-55 mm an, das gibt es von beiden Marken

2. Wenn du ein zweites Objektiv möchtest würde ich dir ein 50mm empfehlen

(ab 100€ aufwärts)

Antwort
von Flintsch, 91

Mediamarkt bietet momentan die

NIKON D3300 für 333,-€

CANON EOS 1300 D 349,-€
CANON EOS 1200D 369,-€

an. Alle Kameras inkl. 18-55mm Kitobjektiv.
Ich würde ja gerne den Link posten, aber der ist leider irrsinnig lang.

http://www.mediamarkt.de/mcs/productlist/_Spiegelreflexkameras,48353,464098.html...

Aah, geht ja doch. :)





Kommentar von Flintsch ,

Da ich alle 3 Kameras nicht kenne, wäre nach der Kurzbeschreibung die Canon EOS 1300D für mich die interessanteste, da sie auch über WLAN verfügt. Damit kannst du alle Funktionen auf einem Tablet oder Smartphone per App (DSLRdashboard) bedienen. Sehr hilfreich, wenn man auf dem Display bei Tageslicht (fast) nichts erkennen kann.

Kommentar von floppydisk ,

weil man natürlich auf handydisplays mehr erkennt als auf dem lcd einer dslr...

Kommentar von Flintsch ,

Ja, weil man sich mit dem Handy so drehen kann, dass es im Schatten liegt.

Kommentar von floppydisk ,

und die kamera ist fest im boden verschraubt und sowas wie sucher gibt es nicht. ein schelm wer behauptet, die daten würden dort ebenfalls stehen!

Kommentar von Flintsch ,

Wenn du nur Blödsinn von dir geben kannst, dann lass das Schreiben. Ein Stativ und ein sog. Bohnensack sollten eigentlich keine unbekannten Sachen sein. Und wenn du die App nicht kennst, dann erkundige dich erst mal.

Kommentar von floppydisk ,

und stative und bohnensäcke führen bei tageslicht dazu, dass man bei kameras keinen sucher oder keine displays mehr benutzen darf, sondern nur sein handy aus der entfernung im schatten?

erzähl das mal lieber keinem richtigen fotografen, sonst merkt der noch, dass er es jahrelang falsch gemacht hat.

Antwort
von floppydisk, 68

"Möchte mir jetzt so langsam mal eine Spiegelreflexkamera kaufen. Einfach mal,um schöne Fotos zu machen"

dafür ist der fotograf mit anständigen einstellungen verantwortlich.

dein budget reicht nicht für einen anständigen einstieg in die welt der dslr, würde definitiv noch warten. du solltest zumindest geld für ein anständiges objektiv haben. das allein kostet aber schon 200-300€. sich eine billig-dslr zu kaufen und zu glauben, die fotos werden mit automatikprogrammen und dem 18-55er kitglas besser, ist schlichtweg quatsch.


Kommentar von FoxundFixy ,

Nicht nur das, auch die Nachbearbeitung sollte professionell sein,die O.o.C-jpgs sind oft unspektakulär

Antwort
von FoxundFixy, 56

Warum schränkst du dich jetzt mit den beiden Marken unnötig ein?

Schließlich sind das nicht die einzigen Kamera-Marken,die anderen sind auch nicht schlechter

Antwort
von Cougar99, 95

"Schöne Fotos" macht immer nur der Fotograf, die Kamera ist dabei nur das Werkzeug!

Kommentar von TomatenHero2 ,

Pardon :) Ist meine Intention.

Kommentar von Cougar99 ,

Klar, möchte jeder! Aber eine DSLR ist keine Garantie dafür.

Kommentar von FoxundFixy ,

So ist es. Ein erfahrener Fotograf macht mit einem Handy bessere Fotos als ein Anfänger mit einer 6000€-Kamera

Antwort
von BurkeUndCo, 29

Dieser Betrag reicht nicht einmal für eine gute Kompaktkamera. Eine Spiegelreflexkamera für dieses Geld - ist selbst dieses Geld nicht wert.

Und wer braucht heute noch einen Spiegel? Der ist technisch seit ca. 10 Jahren veraltet. Aber auch gute spiegellose Syswtemkameras bekommst Du nicht für den angesetzten Betrag.

Kommentar von TomatenHero2 ,

Man merkt doch wohl,dass meine Fachkenntnisse nicht weit reichen diesbezüglich. Deswegen verbitte ich mir diese Korinthenkacke...dann empfiehl mir eine Kamera,deren Fachname ich wohl oder übel nicht kenne. Du musst mich dennoch nicht auf meine Unwissenheit hinweisen,obwohl aus der
Frage wohl oder übel herauszulesen ist,dass ich dessen bewusst bin.  
MFG! Und ich verbitte mir ein Kommentar darauf,weil ich eine plausible Antwort möchte und keine mürrische Kritik. Danke.

Kommentar von BurkeUndCo ,

Sorry, da hast Du mich nun völlig misverstanden.

Ich wollte Dich weder kritisieren noch den Oberlehrer spielen.

Deshalb hier zu Erklärung:

Heute glaubt jeder (damit meine ich nicht dich, sondern allgemein), dass eine Spiegelreflexkamera die beste verfügbare Kamera wäre. Das war vor ca. 10 Jahren auch richtig. In den Zeiten des analogen Films (richtig mit Chemie) benötigte man den Spiegwel um das Licht zu sehen, das dann nach dem Wegklappen des Spiegels den Film brelichten konnte. Heute kann man bei digitalen (korrekt wäre eigentlich "eleektronischen") Sensorchips schon das direkte Sensorsignal nehmen und in einem guten elektronischen Sucher wiedergeben. Mit Sucher meine ich wirklich Sucher und nicht das übliche LCD-Display auf der Kamerarückseite, das bei Sonnenlicht kaum einsehbar ist.

Das hat den Vorteil, dass man wirklich genau das Bild sieht, wie es später auf der Speicherkarte ist und nicht - wie bei den meisten Spiegelreflexkameras - das Bild mit andere Beleuchtung und mit anderer Schärfe, da der Bildeindruck dann von Belichtungszeit und Blende beeinflusst wird.

Auch Videos sind mit einer spiegellosen Systemkamera besser möglich, denn eine Kamera mit Spiegel muss für ein Video den Spiegel hochklappen und kann deshalb nur eingeschränkt mit dem LCD-Display arbeiten.

Soviel zur Technik, die hoffentlich nicht zu kompliziert erklärt wurde.

Zu den Markennamen: Canon und Nikon kennt anschheinend jeder, aber Minolta (die von Sony gekauft wurden), Olympus, Pentax, uund Panasonic (die eigentlich erst seit den Digitalfotos groß geworden sind) haben im Bereich der Photografie eine ähnliche Bedeutung.

Insbesondere gilt das für Sony und Panasonic, Namen, die jeder schon einmal gehört haben wird, der in den letzten 15 Jahren einen Fernseher oder eine Stereoanlage gekauft hat. Und diese beiden Firmen sind auch bei Fotoapparaten ganz weit vorne.

Die besten (nach verschiedenen Tests, die ich allerdings nicht absolut bewerten kann) Fotoapparate baut zur Zeit Sony mit der A7-II Reihe (insb. der A7-R-II), die mit Vollformatchip eindeutig auf den Profimarkt gerichtet sind und im Preisbereich zwischen 1000 und 4000 Euro - allerdings ohne Objektiv - angeordnet sind.

Deutlich günstiger sind die Fotoapparate von Panasonic, die unter dem Namen LUMIX (vielleicht ist dieser Name ja bekannter) verkauft werden und die meist ein besseres Preis-Leistung-Verhältnis bieten als die meisten "günstigen" Spiegelreflexkameras. Es war wirklich ernst von mir gemeint, frag im Fachhandel mal danach und lass Dir ein paaar dieser Geräte zeigen.

Diese Geräte des MFT-Systems (von Panasonic und Olympus) sind hochwertig, trotzdem recht kompakt und sehr leicht. Das merkt man bald, wenn man die Foto-Ausrüstung einen Tag lang getragen hat.

Und zumindest die Panasonic-LUMIX Geräte besitzen meist auch sehr gute Videofunktionen.

Also nochmals, ohne mich als Besserwisser zu wiederholen. Heute muss der Spiegel nicht mehr sein. Dagegen solltte ein guter Foto die Möglichkeit bieten, das Objektiv (das die Bildqualität bestimmt) tauschen zu können. Weitwinkel, Tele- oder Makro-Objektiv. Und Kameras, die solche Tauschfunktionen besitzen werden als Systemkamera bezeichnet.

Ich hoffe nun, dass ich Dir mit dieser doch recht ausführlichen Erklärung etwas weiterhelfen konnte, auch wenn - oder gerade weil - Du von diesem Thema noch nicht so viel Ahnung hast.

Viel Spass beim Fotografieren.

Kommentar von BurkeUndCo ,

Noch ein Tipp:

Gerade als Anfänger muss es vielleicht nicht unbedingt ein Neugerät sein. Denn wenn dieses Hobby dann doch nicht soviel Spass macht, dann steht die Kamera im Schrank und verstaubt, und wenn das Hobby Spaß macht, dann kommt schnell der Wunsch nach der noch besseren Kamera. 

Antwort
von fLawLess4rm, 86

Paar Beispielbilder mit der 1200D

Kommentar von FoxundFixy ,

Und schon sieht man wieder, wie bescheiden der Dynamikumfang von Canon ist. Hier hätte ein DRI bessere Ergebnisse abgeliefert

Kommentar von MetalMaik ,

Bescheiden sind vor allem die jpgs. Aus einem raw läßt sich auch bei einer 1200D noch einiges mehr rausholen.

Kommentar von MetalMaik ,

Aber ich denke, der Sensor ist auch gar nicht das Problem der 1200D, da gibt es andere Gründe, weswegen ich die nicht kaufen würde (billiger Body, zu wenig Einstellungsmöglichkeiten, langsame Serienbildgeschwindigkeit, veraltetes Autofokussystem,...).


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