Frage von gsgsgs83, 78

Welche Spiegelreflexkamera, Nikon D5200 oder D5300?

Ich möchte mir demnächst eine Spiegelreflexkamera kaufen und kann nicht entscheiden welche es sein soll. Zur Auswahl stehen zwei Geräte von Nikon. Der D5200er oder D5300er. Ich habe vor mit der Kamera Portraits, Landschaftsfotos, Videos oder Fotos in dunkler Umgebung zu machen. Würde eines der beiden Kameras als Set mit 18-105 mm Kit Optik kaufen wollen. Da ich im Fotobereich noch ziemlich unerfahren bin, brauche ich Eure Hilfe?

Antwort
von Airbus380, 37

Etwas allgemeiner:

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet. Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera. Populaerer Vertreter ist die Canon Powershot G15. Zoombereich und Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein Schaubild gibt es hier:

:

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden" entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000 Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei jedem System ins Geld (und ins Gewicht). Außerdem wachsen die zu schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony (Minolta) koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony) bis riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony, Olympus und Panasonic mFT, Samsung NX, Fuji X) bieten fuer die allermeisten ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier (oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst. Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will, welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen, welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden. Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche, Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel) fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

Antwort
von zonkie, 41

Die 5300 dürfte der Nachfolger der 5200 sein. Wie sehr sie sich techn. Unterscheiden weiss ich derzeit leider nicht vermutlich ist die neue in ein paar Details stärker (mit Glück im Rauschverhalten was deinem Wunsch nach Bildern bei dunkelheit entgegen kommen würde... das würde ich aber nochmal nachsehen ^^)

Das Objektiv jedoch würde ich eher nicht nehmen. Offenblende 3.5 bei 18mm ist doch gar nicht SO hell.(5.6 bei 105mm wird immer schlimmer ^^) Vorallem wenn du Bilder in Dunkelheit machen willst (besonderd aus der Hand) wird es hier schnell schwer. Dann knallt man den ISO hoch und die Bilder rauschen. (Anders bei Langzeitbelichtung hier ist es recht wurst ob nun 15 oder 20 Sekunden belichtet wird)

Landschaftsfotos macht man gerne im Weitwinkel (Und auch eher kleinerer Blende als 5,6 von daher wäre es aus der Sicht nicht dramatisch) .. Portrait hm ok da kann man mal auf 105 gehen aber ich würde vermutlich eher weniger maximale Brennweite dafür mehr Blende  gehen wollen. Willst du einen Zoom haben würde ich mal etwas wie ein Tamron 17-50 2.8 in den Raum werfen. Brauchst du keinen Zoom Bieten dir Festbrennweiten sehr viel Leistung für verhältnismäßig wenig Geld ^^

Man kann hier sicher auch andere Ansätze vertreten das wäre nur meine persönliche Vorliebe bei beschränkten Mitteln ^^  (Man macht auch mit 200mm Brennweite sehr schöne Portraits leider ist das alles eine Sache des Geldes was man mitnehmen kann)

Achja ganz vergessen .. letztendlich würde ich eher auf den etwas schwächeren Body gehen und dafür das gesparte Geld in ein besseres Objektiv stecken. (Aber vorher immernoch schauen was der schwächere Body für Nachteile bringt. Sachen wie z.b. Touchdisplay wären mir egal und auf dem Bild sieht mans eh nicht mehr ^^ Der Sensor und ggf der Fokus wären für mich von Interesse)


Antwort
von negotio, 38

zonkie hat Recht. Auf das Objektiv kommt es an. Denn da muß das Licht durch bevor es auf den Sensor trifft. Ist das Objektiv nicht so doll, kann der Sensor es auch nicht retten und ein gutes Objektiv wird auch bei einer zukünftigen Kamera seinen Dienst tun. Es ist also eine Investition in die Zukunft. Bei Bündelangeboten von Kamera und Objektiv muß man schon genau schauen, ob das Objektiv etwas taugt.

Wenn du noch etwas unerfahren bist, macht es sicherlich Sinn das Gerät in einem Fotofachgeschäft zu kaufen und dicht dort beraten zu lassen. Das ist wahrscheinlich ein paar Euro teuer als bei Saturn oder Mediamarkt. Allerdings ist es mit Beratung bei den beiden letztgenannten immer ziemliches Glück. Denn wenn der Typ aus der Waschmaschinen-Abteilung mal Dienst bei den Kameras tut, kannst du die 'Beratung' meist vergessen.

Lieber ein paar Euro in eine gute Beratung investieren als am Ende ein Gerät in den Händen halten, was die Erwartungen nicht erfüllt. Wenn du so weit bist, daß du dich selbst beraten kannst, dann kannst du auf die Beratung verzichten und nur nach dem Preis gehen.

Antwort
von negotio, 33

Die Testberichte bei Chip sind zwar ein guter Einstieg, aber ich würde dann doch noch Testberichte aus Quellen hinzuziehen, die sich hauptsächlich mit Kameras und Fotos beschäftigen

Antwort
von uwghh, 30

Moin,

entscheidender Unterschied D5200 / D5300 ist der Tiefpassfilter den die D5200 vor ihrem Sensor hat. Und dieser Filter kostet Auslösung / Schärfe.

Bei der D5300 wurde der Tiefpassfilter ersatzlos gestrichen, was einen sichtbaren Vorteil im Schärfeeindruck ggü. der D5200 bringt, unabhängig vom Objektiv.

Vor daher solltest Du die D5300 vorziehen.

Antwort
von NicJudo, 42

Schau doch mal die Tests zur Kameraauf chip.de an hab ich bei meiner Sony auch gemacht.

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