Frage von Quinn94, 14

Welche spezielle Bedeutung hat der 5. Satz des Brahmsrequiems für dieses Werk?

Hallo. Ich schreibe derzeit eine Hausarbeit über den Komponisten Brahms. Sie ist fast fertig, jedoch bereitet mir ein Aspekt Unsicherheit. Es wurde explizit nach der "Besonderen Stellung des 5. Satzes" gefragt. Den Text und die besonderen musikalischen Vorkommnisse hab ich genannt und gedeutet (Was ziemlich viel Text ergab), jedoch hat dies im Grunde nicht viel mit der "Besonderen Stellung" zu tun, wie mir mit dezentem Unbehagen auffiel. Hat jemand eine Idee, was man zur "besonderen Stellung" des 5. Satzes noch schreiben kann? Gruß Quinn

Antwort
von Merkantil, 7

Ergänzend wäre zu sagen: Der fünfte Satz ist der einzige mit Chor + Sopransolo. (3. und 6. Satz mit Chor + Baritonsolo.) Im 5. Satz ist die Textverteilung zwischen Solo und Chor anders als im 3. und 6. Satz: Der Chor singt nur die Textzeilen „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“, die Solistin den ganzen Rest. Auffällig ist also, daß Solistin und Chor durchgehend einen verschiedenen Text singen, und zwar über eine ganze Reihe von Takten hinweg auch simultan. Der Text des Chores steht dabei in diektem inhaltlichem Bezug zum Text des Soprans (Trost), obwohl beide Texte aus ganz verschiedenen biblischen Quellen stammen. Im 3. und 6. Satz dagegen wiederholt der Chor mehrmals Textabschnitte des Solisten und trägt ansonsten einen großen Teil des jeweiligen Textes vor. Durch die Einfügung des 5. Satzes (nachdem die anderen 6 Sätze bereits ihre Uraufführung erlebt hatten) entsteht eine symmetrische Struktur der nunmehr 7 Sätze mit dem 4. Satz als Mittelpunkt; ich verweise dabei auf dhttps://de.wikipedia.org/wiki/Ein_deutsches_Requiem#Strukturem#Struktur im entsprechenden Wikipedia-Artikel.

Antwort
von Stueker, 6

Dieser Satz war in der ersten Aufführung 1867 noch nicht enthalten. Man
vermutet, dass er nach dem Tod von Brahms' Mutter 1865 entstand. Der
Text und dessen Darbietung durch eine Sopranistin scheint das zu
bestätigen.

Zitat aus "Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks – Education 2014-15:

"Am Karfreitag 1868 wurde die Komposition im Bremer Dom aufgeführt, diesmal komplett, aber mit theologisch begründeten musikalischen Einschüben, unter anderem aus J.S. Bachs Matthäuspassion und G. F. Händels „Messias“. Einige Wochen später ergänzte Johannes Brahms Satz V, das Sopransolo „Ihr aber habt nun Traurigkeit“.

In dieser Form wurde sie 1869 aufgeführt.

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