Indy72 am 09.07.2007 um 20:46 Uhr
Wegen einer Hepatitisinfektion wird man normalerweise weder in der Pflege noch in der Küche arbeiten dürfen. Worauf könnte/sollte man sinvllerweise umsatteln? Wer würde die Finanzierung einer solchen Umschulung bzw. Berufsreha übernehmen, wenn die betroffene Person nach der Ausbildung gerade einen Monat gearbeitet haben wird und die Infektion bei der Auswertung der Einstellungsuntersuchung rausgekommen ist?
Als ausgebildete examinierte Krankenpflegekraft hat man die Möglichkeit, sofern eine Abitur oder eine Hochschulreife Vorhanden ist sich zum Diplom Pflegewirt (FH) in einem Studium weiter zu bilden. Bist du noch Jung genug, d.h. unter 30 Jahre hast du auch die Chance Bafög zu erhalten. Es dauert 4 Jahre und man hat anschließend noch die Möglichkeit, den master drauf zu satteln. Die andere Möglichkeit ist die Weiterbildung zum Fachwirt für Sozial- und Gesundheitswesen (IHK)Diese dauert 2 - 3 Jahre und ist fast ebenso anspruchsvoll wie ein Studium oder zur Kauffrau im Gesundheitswesen. Von der Berufsgenossenschaft wirst du, wenn ich nach deinen Angaben gehen kann, keine Umschulung finanziert bekommen. Diese erhält man nur, wenn man die Hepatitisinfektion an seinem Arbeitsplatz bekommen hat und nicht schon vorher hatte. Zwecks Umschulung allgemein, außer einer Umschulung als Studium, würde ich das Arbeitsamt ansprechen, diese fördern auch. Dazu benötigst du aber einen ärztlichen Befund, am besten vom Betriebsarzt direkt und vom Hausarzt, das du absolut nicht mehr in der Pflege aufgrund dieser Erkrankung tätig werden darfst. Dies reichst du beim Arbeitsamt ein und stellst einen Antrag auf Umschulung. Diese werden dich noch zusätzlich zu einem Facharzt zur ausführlichen Begutachtung schicken. Dazu kann ich dir nur einen Tip geben, wenn es einmal läuft, hartnäckig dran bleiben, die Personen nerven, nur dann hast du die Chance, eine Umschulung auch wirklich zu erhalten. Das kann ich aus eigener Erfahrung nur zu gut bestätigen. Bei mir war es zwar nicht das Arbeitsamt sondern die Berufsgenossenschaft. Aber alle sind nun mal Behörden mit ihren sturen Vorschriften. Ein Studium wird von beiden, Arbeitsamt wie auch Berufsgenossenschaft nicht gefördert. Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen.

Unter verschärften Vorsichtsmaßnahmen können auch Hepatitiserkrankte in Pflege- und Küchenberufen arbeiten. Es kommt ganz auf den Hepatitistyp an. Ansonsten würde ich Sozialarbeiter vorschlagen. Mit medizinischen Vorkenntnissen ist das ein prima Beruf, in dem man sich sehr vielseitig einbringen kann.
Indy72 am 10. Juli 2007 17:35 Hab ich zwar uch gesagt, dass man damit mit Mundschutz und Handschuhen arbeiten könnte, aber fände man heutzutage einen Arbeitgeber, der die Mehrkoten trägt, wenn es genug problemlose Mitbewerber gibt!
Danke für die ausführliche Erklärung!