Frage von luisabresciani, 219

Welche sind die Hauptunterschiede zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche?

Antwort
von nobytree2, 85

Eines der wichtigsten Unterschiede ist, dass die katholische Religion eine Opferreligion ist (als Opfer wird der Kreuzestod Jesu Christi genommen):

  1. die kath. Religion hat einen für Sakramente geweihten Priester, einen Sakerdos (=sacer dare, Oper geben), die Protestanten im Prinzip "nur" einen Gemeinde-"leiter", ein Pastor ist eine Funktion in der Gemeinde, hingegen keine Weihestellung wie beim Priester.
  2. die kath. Religion hat Sakramente wie die Eucharistie, also die Wandlung (Transsubstantation von Brot in Fleisch Christi und Wein in Blut Christi - unter Wahrung der Gestalten von Brot und Wein), bei den Protestanten ist dies nur symbolisch. Ferner sind auch die Ehe ein Sakrament bei den Katholiken, bis zum Tode unauflöslich, die Firmung ist ein Sakrament, die Priesterweihe, letzte Ölung, die Beichte, wie auch die Taufe (diese ist aber funktional ähnlich oder identisch zu den Protestanten).
  3. die katholische Religion hat eine Messe (lat. Missa), eine Opferfeier, die Protestanten eine Abendmahlsfeier oder einfachen Gottesdienst mit Predigt, Gebet, Gesang.
  4. Andere Rechtfertigungslehre: Hier geht es um Gnade, gute Werke, Funktion der Sakramente. Das ist jedoch eher theologische Begriffssuche. Nach der katholischen Religion kann der Mensch mit guten Werken sich zwar nicht gerecht machen, jedoch das permanente Angebot Gottes zur Gnade (=Fähigkeit zur Nähe zu Gott oder direkt Nähe zu Gott) annehmen. Es geht darum, wie Gott und Mensch zueinander stehen. Unabhängig von dieser Augsburger Erklärung war bereits vorher den meisten Christen klar, dass man die Gebote Gottes einhalten muss, Gott und den Nächsten im Guten, karitativ lieben und Gutes tun darf.
  5. Daneben gibt es noch die Unterschied im Amt, die Katholiken haben geweihte Bischöfe mit Weihegewalt sowie das Papstamt als Vertreter Christi. (Das Kardinalat und die Kurie hingegen haben nichts mit der Religion zu tun, wurden auch nicht von Jesus Christus eingesetzt, sondern gehören zum Vatikan, ein völkerrechtliches Gebilde für die Institution)

Mitunter wird noch die Tradition bei den Katholiken als Unterschied genannt, quasi als zweite Quelle genannt. Damit muss man aber vorsichtig sein. Die eigentliche Offenbarung bei den Katholiken ist nach wie vor das Wort Gottes, also Jesus Christus selbst, dessen Handeln und Worte in der Heiligen Schrift dargestellt wird, jedoch auch überliefert wird, wobei die Heilige Schrift - anders als die Tradition - als unfehlbar gilt. Die Tradition ist daher nur unterstützend, quasi die Erkenntnisse und Überzeugungen der Vorgenerationen nutzend.

Antwort
von Viktor1, 86

Hallo,
diese Frage wurde vor 6 Wochen schon mal gestellt (ein paar mal im Jahr)
weshalb ich dir einen Teil des Textes meiner Antwort hierher kopiere, er würde ja nicht anders ausfallen

Der wesentliche Unterschied (wenn du den wissen willst) liegt in der Heilslehre. Die Heilslehre ist die Grundaussage jeder Religion egal wie das "Heil" verstanden wird.
Die Heilslehre beinhaltet immer das Heilsziel und den Heilsweg.
Bei fast allen christlichen Konfessionen bzw. Religionsgemeinschaften ist
das Ziel (fast) gleich. Die Unterschiede finden sich im Weg.
Die Konfessionen aus der Reformation lehren, daß das (transzendente)Heil des Menschen allein durch die Gnade (Gottes) (Sola gratia) bewirkt wird und
durch "Glaube" (Sola fide) Die Quellen dazu sind vor allem Auszüge aus
den Schriften von Paulus - nicht die Botschaft Jesu.
Die kath. Kirche lehrt, daß der Heilsweg durch Jesus vorgegeben ist - das Tun der (höheren) Gerechtigkeit = Zuwendung und Liebe zu unserem Mitmenschen.
Quelle ist die Botschaft Jesu in den Evangelien welche dies durchgehend
heilsnotwendig einfordert. Jesus identifiziert sich sogar mit diesem
(Heils-) Weg. ".....ich bin der Weg die Wahrheit (=Erkenntnis) und das Leben "(welches zum Heil führt).
Natürlich bejaht die kath. Kirche auch die präsente "Gnade Gottes", welche denen zu teil wird, welche darum bitten,sie annehmen und anderen gewähren. (z.Bsp.u.a. im V.U. "..vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben..")
Dies gestaltet sich auch in den Sakramenten der kath. Kirche , deren Anzahl
und Verständnis (teils) unterschiedlich zu den Kirchen aus der
Reformation ist.
Außerliche und nachrangige Unterschiede werden dir hier ja von anderen vorgetragen, leider teils ungenau oder auch falsch.

Gruß Viktor

Die Begriffe "Sola gratia" und "Sola fide" z. Bsp. bei Wikipedia nachlesen.

Kommentar von nobytree2 ,

Hier wurde einiges zur Gnadenlehre dargestellt, was das Ergebnis einer achtbaren Recherche und eines mit Sicherheit überdurchschnittlichen Verständnisses ist.

Aber muss so etwas wirklich sein:

Außerliche und nachrangige Unterschiede werden dir hier ja von anderen vorgetragen, leider teils ungenau oder auch falsch

Solche Aussagen wirken sehr irritierend, auch wenn manche Antworten zu dieser Frage eine individuelle sachlich-fachliche Ergänzung haben könnten. Bitte bedenken Sie, dass auch Ihre Antwort nicht in allem sehr präzise ist.

Kommentar von Viktor1 ,
Aber muss so etwas wirklich sein:

Ja, das muß sein, da die "Antworten" tatsächlich (wie meist, wenn diese o.ä Fragen hier gestellt werden) sich oft in der "Peripherie" rumtreiben oder von Leuten gebracht werden welche gar kein Ahnung haben sondern mehr oder weniger Befindlichkeiten äußern.
Es bleibt doch jedem unbenommen, meine Aussage zu hinterfragen. Die passende Erwiderung würde er ja bekommen. Es war hier nicht meine Absicht in meiner Antwort Gegenhaltungen zu anderen "Antworten" einzeln zu bringen, zu kommentieren. Was da irritierend sein soll weiß ich nicht. Meine Aussage dazu ist deutlich. "Präzise"
im Sinne von weitschweifenden Referaten ist hier nicht möglich.
Auch hier bleibt es ja jedem unbenommen, in einen Disput einzusteigen.
Fazit: Ich versteh nicht was du mir hier über bringen willst.

Gruß Viktor

Kommentar von nobytree2 ,

Auf mich wirkt Ihr Epilog so, als würden Sie ein negatives Urteil über andere Antworten fällen, wobei Sie auf eine Begründung verzichten. Auch die Unterscheidung im Heilsweg ist in meinen Augen mehr ein wissenschaftliches Streitthema denn eine Unterscheidung im tatsächlichen Kirchenleben. Ich frage mich auch, ob Ihre Antwort die gemeinsame Erklärung vollumfänglich berücksichtigt, aber das ist - wie gesagt - eher wissenschaftliche Begriffssuche als es tägliches Problem der Christen "beider" Kirchen ist.

Ein Beispiel zu dem, was ich an Ihrer Antwort unpräzise einstufe: Die katholische Kirche macht das ewige Seelenheil nicht am eigenen "Tun der (höheren) Gerechtigkeit" fest, sondern am Stand der heiligmachenden Gnade, welche nur durch das Taufsakrament (Tauf-Geschenk !) erworben werden kann, durch eine schwere Sünde (="Todsünde") verloren geht und durch das Beichtsakrament (oder im Notfall die vollkommene Reue) wiedergewonnen werden muss. Sie ist dieser Habitus, der allein über das Seelenheil entscheidet und erst die Grundlage für die Verdienstbarkeit guter Werke. Wenn wir daran das Gegenargument "sola gratia" ansetzen, wirkt es in meinen Augen doch anders als: evang. Gnade kontra kath. Tun.

Aber zurück zu anderen Antworten: Ich finde es gut, wenn sich Leute mit Religion beschäftigen und hier ein Signal abgeben. Man sollte nach Wahrheit suchenden Menschen nicht die Tür zu schlagen, sondern zu Wort kommen lassen. Zumal bei einem derart komplexem Thema auch das Verständnis des Einzelnen von Interesse sein kann.

Kommentar von Viktor1 ,

Hallo,

Auf mich wirkt Ihr Epilog so, als würden Sie ein
negatives Urteil über andere Antworten fällen,

richtig. Die Frage lautet : "Welches sind die Hauptunterschiede..." und in dem Sinne kann ich, soweit dies nicht gebracht ,wird keine positive Sicht bringen. Daß ich im Einzelen nicht auf die vielen "Einlassungen" inhaltlich eingehen kann ist doch nachvollziehbar.Das wären mehrere andere Themen.

Antwort unpräzise einstufe: Die katholische 
Kirche macht das ewige Seelenheil nicht am
eigenen "Tun der (höheren) Gerechtigkeit" fest,

Oh doch, dies ist wird letztendlich immer so gesehen. Wer dies beherzigt, ist immer im "Stand der Gnade".
"Reglements", diese Gnade zu erhalten oder wieder herzustellen mit HiIfe der Kirche (Sakramente u.a.) sprechen dem nicht entgegen.
Die ref. Lehre hat aber die Notwendigkeit des TUNs zum Heil völlig gekippt. Sie hat dafür außer Gnade auch "Glaube" (Sola fide) forciert.
Außerdem besinnt sich die kath Kirche, wie bekannt, wieder mehr auf die Basis der Botschaft Jesu - das war und ist bei ihr immer drin.
Mir war schon als Katholik in jungen Jahren geläufig (auch kirchlich vermittelt), daß Gott letztendlich auf die Gesinnung des Menschen schaut, entsprechend der Botschaft Jesu. Das war also vor über 60 Jahren schon drin und heute wird von der "Kirche"  gesagt, daß z.Bsp.auch Nichtchristen das Heil erlangen, wenn sie (unwissend, s.Rom.2,13-16) ihrem Gewissen ( Jerm.31.33,34 bzw. Hebr.8.10,11) folgend das (ge-) rechte tun - ohne "Glauben" (wie auch immer)
Die Lehre der Religionsgemeinschaften aus der Reformation muß da passen, ist draußen mit Sola fide !

Ich finde es gut, wenn sich Leute mit Religion 
beschäftigen und hier ein Signal abgeben.

Sehr richtig, aber man sollte nicht versuchen mit solchem Verständnis für Suchende die mundtot zu machen, welche eben hier Falsches (natürlich nach  ihren Verständnis aber auch Wissen) richtig stellen. Es ist damit keinem geholfen.

Gruß Viktor

Antwort
von Window18, 97

In der evangelischen Kirche gibt es keine Hölle, in der katholischen schon. Dazu sind die protestanten was lockerer.

Aber als Atheist sind für mich sowieso alle monotheistischen Religion das Gleiche in Grün.

Antwort
von JohnnyJames13, 91

Evangelisch: Pfarrer/in, Konfirmation.

Katholisch: Priester, Kommunion, Weihwasser.

Antwort
von pinkyitalycsb, 61

Die katholische Kirche beruft sich auf die Vollmacht, die Jesus Christus den Aposteln gegeben hatte. Das gilt für Taufe, Kommunion, Firmung , Beichte und Vergebung der Sünden wie auch für die unauflösliche Ehe. Dabei bezieht sie sich auf folgende Bibelverse:

„Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“ (Johannes 20:23, EÜ)

„Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ .(Matthäus 18:18, EÜ)

Sie legt auch großen Wert auf Tradition und mündliche Überlieferung, während sich die evangelisch-lutherische Kirche fast ausschließlich an die Bibel hält, sich aber auch auf Auslegungen und Lehren Martin Luthers bezieht .

Die evangelische Kirche behauptet nicht, das Priestertum als Vollmacht Christi zu besitzen, nimmt aber trotzdem den Glauben und das Halten der Gebote sehr ernst, wie auch Taufe, Konfirmation und Abendmahl.

Für Katholiken ist die regelmäßige Gewissensforschung und darauffolgende Beichte mindestens einmal im Jahr Pflicht. Protestanten beichten, wenn überhaupt, nur freiwillig oder direkt zu Gott.

Ein beträchtlicher Unterschied besteht zwischen der katholischen "Kommunion" und dem evangelischen "Abendmahl". In beiden Kirchen wird dieser Ritus im Namen Christi vollzogen. Aber während im Katholizismus an die buchstäbliche „Wandlung“ von Brot und Wein zum Leib und Blut Christi geglaubt wird, nehmen es Protestanten „zu Seinem Gedenken“:

„Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lukas 22:19)

Im allgemeinen wird im Katholizismus nach strengeren Richtlinien gelebt als in der evangelisch-lutherischen Kirche. Es gibt aber auch andere christliche Kirchen, in denen Gebote und Regeln der Bibel besonders gewissenhaft eingehalten werden.



Antwort
von viktorus, 39

Vor allem der "Prunk" (Offb.17,3-5).

Aber die "evangelische Kirche" wird sich in Bälde wieder zur "Urkirche" (2.Kor.4,4; Offb.12,9) zurückfinden und gemeinsam mit ihr unter deren Anleitung gegen die "Heiligen Gottes" kämpfen (Offb.17,6).

Kommentar von nobytree2 ,

Es gibt nicht nur eine evangelische Kirche, sondern sehr viele. Es ist also vergebliche Liebesmüh, die Apokalypse in dem Zusammenfinden der christlichen Kirchen zu suchen.

Der Prunk in der katholischen Kirche ist ein Problem. Aber die katholische Kirche ist etwas anderes als der Vatikan oder irgendwelche Schlösser in Deutschland.

Antwort
von weckmannu, 65

Die Priester und die Kirche stehen zwischen Gott und dem Menschen. In evangelischen Gemeinden darf jeder direkt mit Gott sprechen und es gibt bei Ihnen keine Unfehlbarkeit eines irdischen Amtes(Papst)

Kommentar von nobytree2 ,

In der katholischen Kirche darf auch jeder direkt mit Gott sprechen :-)

Antwort
von Christian1309, 65

Katholischer gottesdienst ist frühsport. .. dauernd aufstehen und wieder setzten... bei katholischen eher nicht ^^

Kommentar von weckmannu ,

mit "eher nicht" meinst du wohl die Evangelischen...

Es gibt auch bei evangelischen Pfarrern Gottesdienste, wo man sooft aufsteht und wieder sitzt wie in der Messe. In evangelischen Kirchen gibt es keine zentralen Vorschriften, sondern Empfehlungen an die Gemeinden.

Antwort
von kaufi, 81

Die Einen dürfen Gummis benutzen und die Anderen dürfen nicht Abtreiben ;-)

Kommentar von weckmannu ,

Falsch - Katholiken dürfen weder Abtreiben noch Gummi.

Kommentar von Patchouli ,

Auch falsch, seit Papst Benedikt sind Kondome erlaubt.

Kommentar von glidrisi ,

Erlaubt ja, aber nur ohne Partner..

Antwort
von Katzenhai3, 75

Denke mal, dass es das Bekreuzigen ist.

Kommentar von weckmannu ,

Ist kein Hauptunterschied. Den Evangelen ist Bekreuzigen nicht verboten, ist nur nicht üblich.

Antwort
von Griesuh, 17

Der Papst.

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