Frage von Mewchen, 110

Welche Schäden hat Alkohol in den ersten Wochen der Schwangerschaft?

Hi,

aus gegebenen Anlass stelle ich diese Frage und nein, es geht nicht um mich. Eine Freundin war heute beim FA, reine Routineuntersuchung. Es wurde allerdings eine Schwangerschaft im dritten Monat festgestellt.

Da sie stark untergewichtig ist und Verschiebungen um teilweise 2-3 Monate bei ihr nichts ungewöhnliches sind, hat sie keine Schwangerschaft vermutet. Dementsprechend groß war auch der Schock für sie.

Das Problem ist nun, dass sie allein mit mir in den letzten Wochen häufig feiern war und wir auch entsprechend Alkohol konsumiert haben. Sie trinkt auch nebenbei nach der Arbeit mal ganz gern ein Gläschen.

Jetzt ist sie natürlich vollkommen überfordert mit der Situation, weil ihr natürlich bewusst ist, wie gefährlich Alkohol und Schwangerschaft in Kombination sind...

Ist das Risiko einer Schädigung des Embryos am Anfang oder in der Mitte der Schwangerschaft am höchsten? Mir war, als wären gerade die ersten Woche das Problem und sie denkt jetzt eben über einen Abbruch nach. Allerdings weiß ich, dass sie selbst nie abtreiben wollte, da sie aus einer sehr religiösen Familie stammt. Für mich persönlich wäre meine Entscheidung in der Situation klar aber ich will sie jetzt auch nicht zu irgendwas drängen, was sie irgendwann bereuen würde...

Also wie gefährlich ist Alkohol zu Beginn der Schwangerschaft? Besteht trotzdem die Chance auf ein gesundes Kind?

Antwort
von andie61, 59

Alkohol in der Schwangerschaft ist zu jeder Zeit schädlich,und im Beginn der Schwangerschaft besonders.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fetales_Alkoholsyndrom 

Kommentar von Mewchen ,

Also ist der Zustand bei ihr schon kritisch. Die Seite ist gut. Danke. Ich werde sie an sie weiterleiten. Über die gesetzliche Frist ist sie leider hinaus, aber da sie die finanziell notwendigen Mittel für Holland hat, bleibt für sie trotzdem ein weiterer Weg. 

Antwort
von friesennarr, 38

Alkohol kann sich auf die normle Entwicklung des Fötus auswirken und schwere Schäden verursachen - Fehlbildungen.

Muß aber nicht. Jeder Organismus ist da anders. Manche haben eine Plazenta, die nichts durch lässt, andere nicht.

Es ist durchaus möglich, das der Alkohol nicht geschadet hat. Ob sie es bekommen möchte oder nicht hängt ja nicht nur an einer möglichen Schädigung der Frucht, sondern hat bestimmt noch viel weitreichendere Gründe.

Antwort
von armeskaenguru, 33

Hallo

40% der Frauen, die in der Schwangerschaft stark trinken, bekommen ein Kind mit fetalem Alkoholsyndrom. 11% der Frauen, die nur mässig trinken jedoch auch. Bei einem gelegentlich Alkoholkonsum, was hier nicht der Fall ist, gibt es keine eindeutigen Hinweise.

In den ersten 5. Wochen käme es zu einer Fehlgeburt. Da die Schwangerschaft aber schon fortgeschritten ist, ist also eine Schädigung möglich. Sie soll doch beim Frauenarzt das Thema ansprechen.

Was auch noch entscheidend sein könnte, ist das Untergewicht. Auch das würde ich mit dem Frauenarzt besprechen. Der Fötus könnte unterversorgt sein, was weitere Risiken bedeuten würde.

Eine Abtreibung wäre in Deutschland bis zur 14. Woche möglich, in Holland bis zur 22.

Ich wünsche ihr alles Gute.

Freundlichen Gruss

tm

Antwort
von TygerLylly, 32

War bei meiner Schwester ähnlich. Das Kind ist jetzt drei und völlig gesund. Selbstverständlich sollte sie nun auf jeden Tropfen Alk verzichten!! Wie hoch das Risiko ist, sollte sie beim Arzt erfragen. Und selbst, wenn sie sich gegen das Kind entscheidet, sollte sie ihren Alkoholkonsum mal ein wenig überdenken ;)

Kommentar von Mewchen ,

Naja, es waren Semesterferien. Wir waren ja immer am Wochenende. Und sie trinkt auch nur da so viel, wie sie eben verträgt

Kommentar von TygerLylly ,

Da klinke ich mich nun aus, da ich selbst absoluter Alkohol-Gegner bin ;)

Antwort
von carn112004, 41

Chance auf ein gesundes Kind besteht.

Wie hoch die genau ist, lässt sich nicht präzise sagen.

Allgemein führt Alkohol in der sehr frühen Schwangerschaft entweder dazu, dass das ungeborene stirbt, oder dass ihm nichts passiert.

Behinderungen können dann eher auftreten, wenn der Alkoholkonsum nach der ca. 4-6. Woche nach Befruchtung weitergeht.

Da deine Freundin aber anscheinend nach der gesetzlichen Frist a 12. Woche nach Befruchtung ist und in den letzten Wochen mal ordentlich gebechert zu haben scheint, ist wohl schon ein Risiko vorhanden.

"Da sie stark untergewichtig ist und Verschiebungen um teilweise 2-3
Monate bei ihr nichts ungewöhnliches sind, hat sie keine Schwangerschaft
vermutet. Dementsprechend groß war auch der Schock für sie."

Da in den ersten ca. 4-6 Wochen Alkohol zumindest seltener dauerhaften Behinderungen zur Folge zu haben scheint, passiert das bei Frauen mit regelmäßigem Zyklus eher selten, da die ja ca. 3-4 Wochen nach Befruchtung die Schwangerschaft bemerken und aufhören zu trinken.

Nur warum macht deine Freundin Saufexzesse, wenn sie Abtreibungen ablehnt und aufgrund ihres unregelmäßigen Zyklus Schwangerschaften entsprechend durchaus erst später bemerkt?

Aber "toll", dass neben Saufen und Party das Geld deiner Freundin auch noch für Holland langt.

Wenn das Geld sowieso für Holland langt, wie wäre es mit ein paar genaue Ultraschalls machen zu lassen? Fetales Alkoholsyndrom zeigt sich häufig in Wachstumsstörungen, also vor allem zu klein. Wenn dein Freundin Glück hat, zeigt sich gar nichts, und dann sind die Chancen, dass es keine ernsthafte Behinderung hat, besser; und dann kann sie Holland sein lassen.

Kommentar von carn112004 ,

Abgesehen davon, sind Risiko bzw. Folgen bei Partysäufern etwas geringer:

https://en.wikipedia.org/wiki/Fetal_alcohol_spectrum_disorder#Cause

"

Fetal alcohol syndrome usually occurs when a pregnant woman has more than four standard drinks per day.[32] Milder symptoms have been found with two drinks per day during the early part of pregnancy.[32][33] Among those who are alcoholic about a third of children have FAS.[32]

Evidence of harm from less than two drinks per day or 10 drinks per week is not clear.[32][34] While small amounts of alcohol do not cause an abnormal appearance it may cause behavioral issues.[6]"

Schwerer Symptome treten also bei ca. 33% aller alkoholabhängigen auf.

Da deine Freundin wohl noch etwas weniger als 4 Bier pro Tag konsumiert, dürfte das Risiko für volles fetales Alkoholsyndrom bei ihr geringer sein als 33%.

Hieße immer noch 66%+ Chance für zumindest keine schweren Symptome.

Wie gut müssen die Chancen sein, damit deine Freundin ihr Kind am Leben lässt?

Kommentar von friesennarr ,

Behinderungen können dann eher auftreten, wenn der Alkoholkonsum nach der ca. 4-6. Woche nach Befruchtung weitergeht.

Nein, gerade in dieser Zeit ist der Konsum von Alkohol und Drogen Fruchtschädigend, weil da die ganzen Anlagen vom Kind gebildet werden. Der Alkoholkonsum später ist nicht mehr so gefährlich.

Kommentar von carn112004 ,

Ok, ich muss mich korrigieren, was die Woche angeht.

Ich hätte schreiben sollen, dass der Alkoholkonsum bis zu dem Zeitpunkt, zu dem üblicherweise die Schwangerschaft bemerkt wird, im Allgemeinen "Tot" oder "keine Folgen" und eher selten "Behinderung" ist.

Zumindest gilt das für die meisten Medikamente für die sehr frühe Schwangerschaft:

http://www.netdoktor.at/familie/schwangerschaft/medikamente-in-der-schwangerscha...

"Nimmt man in der ersten oder zweiten embryonalen Entwicklungswoche
(entspricht der 3. und 4. Schwangerschaftswoche berechnet nach dem
ersten Tag der letzten Regelblutung) oder davor Medikamente ein, so gilt
meist ein "Alles-oder-nichts-Prinzip": Ist eine Schädigung durch die
Einnahme groß genug, kommt es zu einer sehr frühen, meist unbemerkten,
Fehlgeburt. Ist eine Schädigung weniger umfangreich, so kann sich der
frühe Keimling vollständig regenerieren, und es sind später keine
angeborenen Anomalien durch die Substanzeinnahme zu erwarten. Ab der 5.
Schwangerschaftswoche (also etwa ab Ausbleiben der zu erwartenden
Regelblutung) können bestimmte äußere Einflüsse („teratogene“ Einflüsse)
zu Gesundheitsproblemen beim Kind führen."

Das dies bei Alkohol ähnlich sein dürfte, ist daran ersichtlich, dass ganz, ganz viele Frauen unabsichtlich in den ersten Schwangerschaftswochen noch begrenzt Alkohol konsumieren (also halt bis kurz nach der ausbleibenden Periode die 1-4 Gläser Wein oder Bier pro Woche), aber keine massiven Schädigungen aufgrund dessen bekannt sind.

http://www.netdoktor.at/familie/schwangerschaft/gefahr-von-alkohol-in-der-schwna...

"Pragmatisch betrachtet, muss bei einem verantwortungsvollen Umgang mit
Alkohol, also das ‚Achterl Wein‘ zum guten Essen oder das kleine Bier
zur Jause, zwei bis drei Mal pro Woche, nicht mit einem relevanten
Risikoanstieg für ein Ungeborenes, welches sich vielleicht gerade
unbemerkt in der Gebärmutter entwickelt, gerechnet werden."

Bei begrenzten Konsum bis zum Zeitpunkt des Bemerkens der Schwangerschaft gibt es also im Allgemeinen keine Probleme; bei danach andauerndem Konsum dann natürlich schon.

Kommentar von Mewchen ,

Wahrscheinlich ist sie der Ansicht, dass ein Kondom als Verhütung ausreichend ist, wie es das bei mir seit 9 Jahren auch ist. Ich hatte erst einmal Angst, dass etwas schief gegangen sein könnte und habe mir entsprechend die PiDaNa geholt. Sie kann sich jedoch nicht daran erinnern, dass ein Fehler aufgetreten ist. 

Außerdem kann nicht wirklich von Exzessen die Rede sein, wenn man am Wochenende mal feiern geht. Es war von Alkoholkonsum die Rede, mehr nicht. Sie hat sich ja auch nie bis zur Besinnungslosigkeit betrunken. Sie kann durchaus einschätzen wie viel sie verträgt, sodass sie noch immer Selbstkontrolle hat. 

Kommentar von carn112004 ,

"Wahrscheinlich ist sie der Ansicht, dass ein Kondom als Verhütung ausreichend ist, wie es das bei mir seit 9 Jahren auch ist."

Blöderweise ist es das nicht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Pearl-Index#Pearl-Index_der_einzelnen_Verh.C3.BCtu...

"Kondom 2 (0,6 bei optimaler Anwendung) 12"

Die optimale Anwendung schafft man nicht. Erreichen kann man realitisch den minimalen Peral-Index. Somit etwa 2% Chane pro jahr für eine Schwangerschaft.

Somit Wahrscheinlichkeit, dass keine Schwangerschaft innerhalb von 9 Jahren eintritt etwa 0,98^9~83%. Also etwa 1 zu 6 Chance, dass sowas wie jetzt passieren würde.

Euch beide betrachtend, also Wahrscheinlichkeit, dass von 2 Frauen, die sorgfältig aber nur (mal deine Verwendung von Pille danach außer Acht lassend) mit Kondom verhüten, eine innerhalb von 9 Jahren schwanger wird etwa. 1- (0,83^2)~30%.

Aber das soll jetzt kein Vorwurf sein, es hat euch vermutlich nie irgendwer gesagt, dass Kondom halt nur dann als "ausreichend" sicher anzusehen ist, wenn man halt eine Chance von einer ungeplanten Schwangerschaft von "lediglich" 1 zu 6 oder schlechter (wenn die Kondome nicht sorgfältig angewendet werden) als "ausreichend" ansieht.

"Außerdem kann nicht wirklich von Exzessen die Rede sein, wenn man am Wochenende mal feiern geht."

Dann entschuldigung für meine wohl unpassende Wortwahl.

Ändert aber nichts an der Frage, wenn man weiß, dass man durchaus mal erst nach ein paar Monaten die Schwangerschaft bemerken wird, gegen Abtreibung ist, sich aber bei möglichen Alkoholschäden für eine Abtreibung entscheiden würde, warum sollte man dann - vor allem wenn die Sicherheit von Kondomen bekannt wäre - nicht zusätzlich sorgfältig sein, z.b. durch ausreichende Begrenzung des Konsums und/oder regelmäßige Schwangerschaftstests?

Antwort
von DundF, 16

Sie hat die Chance ein gesundes Kind zu bekommen.

Akzeptiere ihre Einstellung zum Thema Abtreibung. Denn es ist eine Grundüberzeugung. Und Grundüberzeugungen sind wie ein Geländer, an dem man sich langangeln kann, auch wenn der Weg rauh und steinig wird.

Eine Abtreibung kann für Deine Freundin zu einer Verlusterfahrung werden, die sie über Jahre hinweg körperlich und psychisch belasten kann.

Kommentar von Mewchen ,

Ich akzeptiere ihre Grundüberzeugung. Allerdings akzeptiere ich auch, dass sie im Falle einer Behinderung abtreiben würden

Antwort
von WALDFROSCH1, 23

Schön dass du dich kümmerst um deine  Freundin .

Ich kenne etliche Frauen die in der SS getrunken und geraucht haben .

Die Kinder sind alle gesund .

Die menschliche Natur ist da wie ich meine sehr robust .Zu mindestens In den allermeisten Fällen .Genau wo wie man Frauen  gerne empfiehlt nach Röntgen Untersuchungen dann sofort abzutreiben ,hier kenne ich sogar einen konkreten Fall,von solch einem  Kind wo  es am Ende dann sogar klassen beste anstatt geistig behindert war .

Das will natürlich nicht heissen das ist solche Gutheisse ,aber hier gleich deshalb ab zu treiben finde ich merkwürdig genug .

Hier eine Adresse für deine Freundin dort bekommt sie jetzt   alle Unterstützung welche  sie jetzt  dringend in der Situation  braucht und auch du wirst damit entlastet :

https://vorabtreibung.net/content/ungewollt-schwanger-0

Deutschland :von Pro Femina e.V. schnell und direkt unter der
kostenfreien Hotline 0 8000 60 67 67. Aus Österreich und der Schweiz   telefonisch über die kostenfreie Hotline 00
8000 60 67 67 0 zu erreichen.  Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 17.30 Uhr für Sie da.

PS :

Das Kind meiner Freundin wurde unter Methadon gezeugt ,es ist überdurchschnittlich intelligent ,hat  aber eine Sehschwäche .

Kommentar von carn112004 ,

"Ich kenne etliche Frauen die in der SS getrunken und geraucht haben .

Die Kinder sind alle gesund ."

Das ist in gewissem Maße Zufall; Trinken während der Schwangerschaft führt je nach Ausmaß schon mit irgendwas wie 5-40% zu merklichen Einschränkungen.

Aber ich sehe es immer so rum, wenn 100 Frauen abtreiben, weil sie alle eine meinetwegen eine Risiko von 15% hatten, dass das Kind schwerbehindert wäre, dann wurden 85 gesunde Kinder getötet, was ja nicht mal dann in Ordnung wäre, wenn man meint, es sei in Ordnung Kindern mittels Abtreibung das vermeintliche oder tatsächliche schlimme Leid eines Lebens mit Behinderung zu ersparen.

"Genau wo wie man Frauen  gerne empfiehlt nach Röntgen Untersuchungen
dann sofort abzutreiben ,hier kenne ich sogar einen konkreten Fall,von
solch einem  Kind wo  es am Ende dann sogar klassen beste anstatt
geistig behindert war ."

Ja, das ist echt erschreckend. Denn da redet man bei üblichen Strahlungsdosen nicht von Behinderungsrisiken aufgrund des Röntgens im Bereich von 5-40%, sondern vielleicht von 1%, 0,1% oder gar 0,01% und trotzdem verunsichert man die Schwangere total. Aber die Schuld daran haben eher die Ökos, bei denen ja "Strahlung" ganz ganz böse und gefährlich ist und sein muss.

Vor allem kann die Röntgenstrahlung bei üblichen Röntgengeräten eigentlich nur dann schädlich für das ungeborene sein, wenns die Gebärmutter direkt anvisiert, aber nicht, wenn man oberen Rücken, Zähne, Beine oder Arme röngt; die kann man vermutlich sogar im wörtlichen Sinne mit radioktiver Strahlung grillen ohne dass das nennenswerte direkte Schäden am ungeborenen verursacht.

Kommentar von WALDFROSCH1 ,
  • Natürlich ist das Zufall und keine Statistische Auswertung .was ich hier schreibe ,ich meine die Gefahr für diese Frau am PAS zu erkranken ist doch viel höher !!


_______Vor allem kann die Röntgenstrahlung bei üblichen Röntgengeräten eigentlich nur dann schädlich für das ungeborene sein, wenns die Gebärmutter direkt anvisiert_______


  • Genau davon Spreche ich in dem Falle .
  • Es ist kaum noch  zu ertragen wie viele Menschen heute ,dieser Panikmache zum Opfer fallen...und danach nach Vollbrachter Abtreibung noch die Frauen dazu .Ganze Familien werden so zerstört . Vermutlich sogar ganz strategisch !


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