Frage von Blvckdamage, 27

Welche Rolle hat der Staat in der Wirtschaft?

Würde mich über verständliche Erklärungen/Antworten freuen.. Lerne gerade für eine Politikarbeit.. Danke :-)

Antwort
von berkersheim, 10

Der Staat ist die oberste politische Organisation einer Gesellschaft, in der auf demokratischer Basis (bei uns Grundgesetz) das Zusammenleben der Mitglieder dieser Gesellschaft geregelt wird. Eine der Grundfunktionen einer Gesellschaft ist die Güterversorgung und ihre rechtliche Regelung - Eigentumsregelung - wer darf was und was nicht - wie ist die Kooperation mit Mitgliedern anderer Gesellschaft zu regeln. Diese Grundfunktion der Güterversorgung nennen wir Wirtschaft. Teil der Wirtschaft sind wir als Unternehmer, als Arbeitnehmer oder Angestellte im öffentlichen Dienst, als Verbraucher. Wenn wir ein Kaffee aufsuchen und Kuchen mit Cappuccino nehmen oder ob wir in Urlaub fahren, immer sind wir Teilnehmer der Wirtschaft, ob als Kunde oder z.B. der angestellte Animateur im Feriencamp. Die Regeln dazu legt der Staat fest.

In unseren modernen Staaten (Deutschland mit ca. 80 Millionen Menschen) ist der Staat mit seinen Institutionen (Sicherheit, Recht, Gesundheit, Bildung, Infrastruktur, Verwaltung) selbst ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor, der allein der größte Arbeitgeber ist und nahezu 50% der Wirtschaftsleistung beiträgt, ob als Dienstleistung (Bildung, Recht, usw.) oder als Großkunde. Alles das ist rechtlich geregelt und kein Jurist ist mehr in der Lage, alle Rechtsbereiche abzudecken. Unsere Gesetze mit Ausführungserläuterungen machen eine ganze Bücherwand aus. Unser Staat ist im Prinzip ein Geflecht von Rechtsvorschriften. Dabei müssen wir inzwischen in internationales Recht, in europäisches Recht, in deutsches Bundesrecht, Länder- und Gemeinderecht unterscheiden. Für fast jeden Furz braucht man eine Genehmigung. Je dichter das Netz der Wirtschaftsrechte und Genehmigungsinstanzen, desto mehr wird Wirtschaftshandeln eingeengt und ausgebremst.

Antwort
von gordonfox, 5

Kommt darauf an welche du ihm geben möchtest. Anorcho-Kapitalisten sehen keine Rolle für den Staat vor, doch wir leben nun mal in einer "sozialen Marktwirtschaft". Der Staat bestimmt hierbei beispielsweise die Mindestanforderungen der Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer oder, wie wir letztens erlebt haben, verabschiedet einen Mindestlohn. Ich persönlich denke, dass viele Regulierungen und Eingriffe des Staates die Wirtschaft ineffizient macht und vor allem kleine Unternehmen sowie Selbstständige schaden kann, die nicht den monetären Spielraum haben, sich von Experten (z.B Anwälte/Steuerberater etc.) beraten zu lassen. Doch gerade bei öffentlichen Güter (wie z.B die Umwelt) lehrt uns die Spieltheorie, dass der Eigennutz schaden wird und eine kollektive Instanz vonnöten ist. Hier muss der Staat, zum Wohl aller, eingreifen und regulieren. Jedoch möchte ich hierbei noch deutlich auf die Zentralbanken hinweisen, die ,ohne direkte demokratische Kontrolle des Volkes, erheblichen Einfluss auf die Wirtschaft nehmen können.

Antwort
von voayager, 9

Der bürgerliche Staat ist der ideelle Gesamtkapitalist und alös solcher maßgeblich dem Kapital verpflichtet und zwar an erster Stelle. Bei einem imperialistischen Staat, wozu Deutschland gehört kommt dann noch die Verbandelung mit den Konzernen in Betracht = Staatsmonopolkapitalismus.

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von Referendarwin, 17

Große Frage. Er kann Gesetze verabschieden, welche die Wirtschaftbeeiflussen (Steuern, Zölle, Verbote von Gentechnik...)

Kommentar von Irgendeinjemand ,

Zudem kann er selbst noch aktiv arbeit schaffen, durch z.B. bauen von straßen etc.

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