Frage von Timbo360, 34

Welche Risiken bringt die Energiegewinnung durch Kernfusion?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Discipulus77, 27
  • Bei der Kernfusion enstehen freie Neutronen die gegen die Wände des Reaktors kommen können und diese in radioaktive Isotope umwandeln --> die Wände müssen nach einer gewissen Zeit erneuert werden und es wird wieder radioaktiver Müll abfallen. Dieser ist jedoch nicht so langlebig wie der durch Kernspaltung.
  • Tritium (einer der Ausgangsstoffe) ist radioaktiv. Die genauen Risiken sind umstritten.
  • Hohe Temperaturen bei der Fusion --> Risiken und Herausforderungen sind selbstverständlich.
  • Zum Energiegewinn wird Lithium verwendet. Dieses ist allerdings sehr reaktiv, vor allem mit Wasser (sowie alle Alkalimetalle).
Expertenantwort
von TomRichter, Community-Experte für Physik, 16

Das Hauptrisiko ist, dass man möglicherweise auch in hundert Jahren noch sagen wird, "wir stehen kurz davor".

Risiken im Sinne von Gefahren durch die Fusionsreaktoren? Das lässt sich erst dann einschätzen, wenn klar ist, welche Bauform Fusionsreaktor verwendet wird. Und welcher Brennstoff - nicht jede Fusionsreaktion erzeugt Neutronen.

Antwort
von david23x, 34

Es besteht eigentlich keine mit Kernschmelzen vergleichbare Gefahr.

Der Wasserstoff wird durch Magnete im Raum gehalten (er darf nichts berühren, da es keinen Stoff gibt, der bei diesen Temperaturen nicht schmilzt). Das führt dazu, dass der Wasserstoff sich ausdehnen kann. Wenn es wärmer wird, tut es das auch. Dann wird die Kernfusion allerdings geschwächt, da sie nur unter sehr hohem Druck gut stattfinden kann und der Wasserstoff wird kälter und wird daher wieder komprimiert, wodurch die Kernfusion wieder besser stattfinden kann.

Sollte das nicht funktionieren, wird der Wasserstoff die Wände berühren und die Wärme wird abgeleitet, wodurch sich der Wasserstoff schlagartig abkühlt.

Auch die Radioaktivität ist kaum problematisch, da man nur recht geringe Mengen an radioaktiven Wasserstoff (Tritium) braucht. Diese strahlen nur leicht isolierbare Betastrahlen und keine hochproblematischen Gammastrahlen ab. Außerdem hat Tritium nur eine Halbwertszeit von 12 Jahren, was im Vergleich mit Uran wie ein Witz wirkt. Über die Gefährlichkeit von Tritium herrscht große Uneinigkeit, da es, wenn es in den Körper gelangt, direkt in die DNA eingebaut werden könnte, den Ort, den radioaktive Strahlen angreifen.

Kernfusion ist also bei weitem nicht so gefährlich wie Kernspaltung.

Kommentar von Discipulus77 ,

Hauptproblem ist allerdings die dabei freiwerdende Neutronenstrahlung. Diese sorgt für eine "Radioaktivierung" der Reaktorwände, aufgrund von Isotopenausbildung, was Entsorgungsmaßnahmen zur Folge hat.

Kommentar von Discipulus77 ,

Und es entsteht radioaktiver Abfall.

Antwort
von Simoris, 32

Bisher ist die Kernfusion nicht von Menschen kontrollierbar. Die einzige von Menschen ausgehende Anwendung der Kernfusion ist die Wasserstoffbombe....

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