Frage von SupernaturalxD, 75

Welche reste kann man jetzt noch von holzhäusern aus der urzeit finden?

Und wie erkennt man siedlungsspuren am boden?

Antwort
von Jerne79, 29

Das Stichwort hier heißt Pfostenloch.

Vorgeschichtliche Holzbauten hatten in der Regel in den Boden eingegrabene, tragende Pfosten. Diese wurden irgendwann entweder gezogen und anderes Sediment rutschte in das entstehende Loch oder der Pfosten verrottete im Boden. Beides sorgt für einen Unterschied in Farbe und teils auch Konsistenz, die mit im Pfostenloch enthaltenen Funde (meist Keramik) ermöglichen eine Datierung.

Erkannt werden können vorgeschichtliche Siedlungen am einfachsten und billigsten durch Surveys. Pflanzen und moderne landwirtschaftliche Methoden wühlen die Funde der Siedlung an die Oberfläche. Geht man mit geübtem Auge eine Fläche ab und findet beispielsweise Keramikscherben, kann man recht sicher sein, dass an dieser Stelle einmal etwas war. Anmerkung: Auch Lesefunde sind meldepflichtig!

Sondagen und Grabungen, bei denen der rezente Boden abgetragen wird, sind die offensichtlichste Methode.

Ohne in den Boden einzugreifen liefert eine geomagnetische Prospektion erste Ergebnisse, ebenso verschiedene andere geophysikalische Prospektionsmethoden, die hier alle zu weit führen würden. Auf die Schnelle:  https://de.wikipedia.org/wiki/Prospektion_%28Arch%C3%A4ologie%29#Geophysikalisch...

Die hier mehrfach genannte Luftbildarchäologie liefert bei Siedlungen nur bedingt Ergebnisse, da sie auf subtile Bodenerhebungen und Bewuchsunterschiede angewiesen ist. Gleiches gilt für Lidar https://de.wikipedia.org/wiki/Airborne_Laserscanning

Kommentar von Jerne79 ,

Eine Anmerkung zur "Urzeit":

Ich habe bei der Antwort mal angenommen, dass du generell vorgeschichtliche Bauten meinst.

Urzeitliche Holzhäuser wirst du nicht finden, schließlich definiert sich die Urzeit üblicherweise als älteste erdgeschichtliche Phase. "Urgeschichtlich" hätte schon Menschen mit drin, nur haben die Menschen erst ab dem Neolithikum, der Jungsteinzeit Häuser gebaut. Diese Zeit wird aber nicht mehr Urgeschichte genannt.

Kommentar von Kristall08 ,

Das Stichwort hier heißt Pfostenloch.

Plural (sächs.): Pfostenlöscher.

3:)

Kommentar von Jerne79 ,

*lol*

Wir könnten´s noch erweitern auf: Siedlungsgrube,-n :-D

Fränkisch: Gruhm (Pl. wie Sing.)

Kommentar von Jerne79 ,

Nur so von Arschölogün zu Arschölogün.

Antwort
von Jakob1, 28

durch luftarächologie. siedlungsspuren verändern die struktur des bodens. du kannst konserviertes holz finden.

Antwort
von Antwortapparat, 28

Satelliten Fotos sind ein erster Schritt. Mit Hilfe von bestimmten Merkmalen, ein entscheidender ist die Nähe zu verfügbarem Trinkwasser, werden bestimmte Gebiete ausgewählt und dann n#her untersucht. Z.B. mit Luftbildern aus geringerer Höhe als Sat-Aufnahmen. 

Mit Hilfe von Infrarot kann man z.B. in der morphologie bestimmte Dinge bestimmen bzw. ausschließen.

Holzhäuser werden meistens erst viel später erkannt. Erst sind es Brunnen und Feuerstellen, Erdwälle oder Schutzzäune. Grabstellen.

Holz hinterlässt im Boden Spuren.

Kommentar von Kristall08 ,

-facepalm-

Kommentar von Antwortapparat ,

Meister Pfriem.

Antwort
von kubamax, 43

Ich glaube mit luftfotos die mit ultralight fliegern gemacht werden. An den Resten der Feuerstelle kann man am meisten erkennen.

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