Frage von Amira2013, 83

Welche Reitweise ist für ein Jungpferd am schonendsten?

Mich würde interessieren welche Reitweise für ein Jungpferd am schonendsten ist. Natürlich kommt es auch darauf an, wie sehr man das Pferd ran nimmt. Ich möchte das einfach im großen und ganzen wissen. Ist Feinfühligkeit und Gehorsam, oder nur Gehorsam gut? Danke schonmal im Vorraus! LG Amira2013

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 43

Der damalige Leiter der Wiener Hofreitschule hat, Waldemar Seunig (Von der Koppel bis zur Kapriole), als die Zeit noch pro Pferd war, geschrieben, dass man ein Jungpferd erst ein Jahr lang im Gelände geradeaus reiten solle. Ohne das Pferd in irgendeiner Weise "an den Zügel" zu stellen. Er schrieb, dass auch eine große Reitbahn dem Jungpferd zuviel Biegung abverlangen würde.

Das macht heute keiner mehr, es muss immer schneller, spektakulärer gehen. Und das geht auf Kosten der Pferde.

Ich habe meine Stute das erste halbe Jahr nur im Gelände geritten. Erst dann hat sie das erste Mal eine Reitbahn betreten. Und das würde ich immer wieder so machen.

Kommentar von MissDeathMetal ,

das kenne ich auch so. Ein Kumpel hat sein Pferd 2 Jahre lang nur vorneraus im Gelände geritten, der Wallach sah mit 5 aus wie ein Starpferd unter Anabolika. Alles weitere hat er mühelos gelernt, er beherrscht das gesamte Repertoire der Hofreitschule (mit knapp 10 Jahren). Das wird derzeit verfeinert und trotzdem geht das Pferd immernoch überwiegend ins Gelände. Da glotzen die typischen Platzreiter immer etwas doof :D 

Kommentar von Michel2015 ,

Schön dass jemand Seunig ausgegraben hat, wo doch auch mal die Frage nach guten Büchern kommt.

Kleine Korrektur, Seunig wird in der der LPO und im Prüfungsbuch DRA zitiert. Nix ist mit „heute nicht mehr“. Nur Horse Whisperer-Märchen sind einfach spektakulärer und dienen als Ausbildungsersatz, hier bitte das Problem einsortieren, nicht bei „man“.

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 45

jede reitweise, die feinfühlig durchgeführt wird, die das pferd zur mitarbeit motiviert und die es genug gymnastiziert, um das reitergewicht gesund zu tragen, also jede reitweise, bei der das pferd lernt, mit der hinterhand last aufzunehmen.

feinfühligkeit und motivation sind grundvoraussetzungen.

der gehorsam kommt dann von allein, weil der reiter sein pferd niemals überfordert und nur selten unterfordert.

das bedeutet aber nicht lari fari - pferde sind hierarchisch strukturiert. mit einer einzigen ungerechtfertigten strafe kann man sich den ganzen respekt des pferdes "versauen".

wenn die positionen geklärt sind, wird jedes pferd eine gerechtfertigte rüge hinnehmen und sogar einen motivationsfaktor darin sehen. noch besser wirkt natürlich lob. lob kommt allerdings nur als solcher bei einem pferd an, wenn er von jemand kommt, der eine höhere rangposition einnimmt.

boss wirst du beim pferd nicht durch gewalt, sondern durch autorität. das pferd respektiert dich. dazu musst du weder gewalt anwenden noch zu rabiaten mitteln greifen. du musst einfach "besser" sein als das pferd, dafür sorgen, dass es ihm gut geht, ihm dinge abverlangen, die es leisten kann und jede situation richtig einschätzen.

ist der reiter nicht dazu in der lage, kann ein ranghohes pferd "bockig" oder gar aggressiv werden, ein rangniedriges wird dann "stur", "faul" oder ängstlich.

jede reitweise ist richtig, wenn der reiter in der lage ist, gegenüber dem pferd die führungsrolle einzunehmen und mit ihm zu kommunizieren.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 44

Alle wenn sie richtig angewendet werden, keine wenn sie übertrieben und gepusht werden.

Antwort
von DCKLFMBL, 11

Gebisslos Reiten, oft im Gelände, nicht Springreiten 

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