Frage von Nicodemus0815, 26

Welche Regeln bzw. Haltungen sind in einer Gemeinschaft erforderlich, damit ein Diskurs sich dem besten Ergebnis annähert?

Gemeint ist ein Diskurs bei gleichberechtigter Teilhabe aller Mitglieder der Gemeinschaft.

Demokratische Entscheidungsfindung führt in der Regel zu mittelmäßigen Resultaten. Das muß nicht schlecht sein, immerhin wird die Entscheidung von der Mehrzahl beführwortet.

Ich suche nicht nach politischen Lösungen, sondern danach, wie der Prozess der Meinungs- bzw. Willensbildung gestaltet werden muß, damit das annähernd beste Ergebnis dabei rauskommt.

Antwort
von berkersheim, 10

Das kommt auf die Gemeinschaft an und wie weit die dort vertretenen Werte und Orientierungen differieren. In einer epikureischen Gemeinschaft von Freunden gleicher Geisteshaltung und Zielstellung ist ein anderer Diskurs möglich als in einer Gemeinschaft mit unterschiedlichen religiösen oder ideologischen Einstellungen. Es kommt auch darauf an, ob Güter oder Arbeit verteilt wird.

Kommentar von Nicodemus0815 ,

So ist es normaler Weise. Man kommt über die Ideen zu Gemeinsamkeiten, wenn ich es richtig verstehe. In einem solchen Umfeld kann man nicht zu dem oder den besten Ergebnissen kommen, da man sich ja nur innerhalb einer Ideeologie bewegt.

Vielleicht währe es eine Möglichkeit, aus dem Dilemma herraus zu kommen, wenn es die Regel gäbe, jeder spricht bzw. schreibt nur von sich selbst. Also so etwas wie, welche Qualität hat ein Gedanke für mich? Welcher Gedanke oder welche Formulierung würde für mich die Lösung verbessern?

Antwort
von Ginalolofrigida, 8

Da muss zuerst gut und böse definiert werden, oder es müssen sich alle einig sein, was gut, besser und das beste sind. Da ist auch der Schwachpunkt der gemeinsamen Wahrheitsfindung. 

Zweitens, gleichberechtigter Teilhabe ist auch ein ideales Konzept, der mit dem Ergebnis wenig zu tun hat. Angenommen, die Kinder wären gleichberechtigt in der Gemeinschaft, also ihre Meinung würde herangezogen. Aber bereits im ersten Punkt wird die Gleichberechtigung nicht erreicht, denn jedes Individuum entscheidet aufgrund seiner Fähigkeiten, und diese sind nun mal verschieden. Ein Kind kann sich nicht für die Lösung eines Erwachsenen entscheiden, da seine Fähigkeiten und Wissen andere sind.

Kommentar von Nicodemus0815 ,

Müssen gut und böse definiert werden? In vielen, meist kleinen Gemeinschaften, wie einer Familie geht es durchaus ohne diese Definition. Man kann es ja wahrnehmen, ob es mir oder den Anderen gut geht.

Ein Kind kann sich nicht für die Lösung eines Erwachsenen entscheiden. Ein Kind weiß jedoch, ob ihm etwas gut tut oder nicht. Ein Kind hat sicherlich nicht den Überblick, was ihm langfristig gut tut.

Vielleicht ist ja auch eine Möglichkeit, es kann mehrere gute Ergebnisse geben. Ich stelle mir da gerade als Ergebnis so ein Baum vor. Je mehr Menschen ein Ergebnis gut tut, desto dicker ist der Ast.

Antwort
von atzef, 18

Vergebene Liebesmühe.

Es gbt kein "annähernd bestes Ergebnis"

Das setzte einen allgemeingültigen Kriterienmaßstab voraus. Worin soll der in einer pluralen Gesellschaft bestehe?

Kommentar von Nicodemus0815 ,

Setzt es wirklich einen allgemeingültigen Kriterienmaßstab vorraus?

Vielleicht könnte sich im Laufe des Diskurs, in dem sich der Einzelne mitteilt, so etwas wie einige Gedanken mit der größten Güte herrausbilden.

Man könnte dieses Mitteilen, z.B. zu den Regeln des Diskurses hinzufügen.

Also Güte im Sinne von "gut tun".

Kommentar von atzef ,

Und? Wo ist das kriterium, das über dieses "gut tun" entscheidet und urteilt? Das ist in einer pluralen Gesellschaft nicht objektivierbar. In der existieren plurale bis hin zu antagonistische Interessen.

Kommentar von Nicodemus0815 ,

Es ist nicht objektivierbar! Muß es ja vielleicht nicht sein.

Es funtioniert ja auch ohne Objektivierung, jedenfalls hin un wieder.

Das Kriterium, das über "gut tun" entscheidet, ist auch nicht objektivierbar. Aber wir kommen mit dieser Fähigkeit bereits auf die Welt. Gemeinschaftlich kann es, denke ich, sich entwickeln, wenn man sich dahingehend mitteilt, was und wie etwas gut tut oder nicht.

Ich denke dieser Prozess müsste Bestandteil des Diskurses werden.

Kommentar von atzef ,

Das ist doch schon längst der Fall in Gestalt der Formulierung von Interessen und der entwicklung konsensorientierter, auf Kompromisse abzielender Demokratien. Insofern möchtest du schlicht zum wiederholten Male das Rad "neu" erfinden.

Kommentar von Nicodemus0815 ,

Ich stelle ja gerade die Frage, ob es nicht besser geht und wie es besser gehen könnte. Die Menscheit hat durch das Internet neue Möglichkeiten.

Kommentar von atzef ,

Aber nicht notwenig qualitativ bessere. Deine eigenen Einlassungen laufen auf eine totalitäre Bevormundung, auf eine unfreiheitliche Zwangsjacke für die Vertretung pluraler Interessen hinaus und stellen somit keine wünschenswerte Weiterentwicklung und Optimierung des Gegebenen dar.

Kommentar von Nicodemus0815 ,

Quatsch!

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