Frage von langerwo, 68

Welche Rechtsform bei gelengentlicher Tätigkeit?

Hallo,

ich bin ausgebildeter IT-Systemadmin und habe mich zum Betriebsinformatiker (HWK, Meisterebene) fortgebildet.

Ich habe letztens die Anfrage bekommen, ob ich einem mittelständischem Unternehmen ab und an bei IT-Problemen helfen könnte.

Ich möchte nicht gleich ein Gewerbe anmelden müssen nur weil ich 2-3 / Jahr für diese Firma ( oder auch für andere) im IT Support tätig bin.

Gibt es hier andere möglichkeiten? Freiberuflich oder so ?

Gruß

Wolle

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Geochelone, 42

Was du schilderst (Problemlösung, IT-Service) ist eindeutig eine gewerbliche Tätigkeit. Deshalb müsstest du dies als Gewerbe anmelden (§ 14 GewO). Eine Wahlmöglichkeit zwischen Gewerbe und Freiberuflichkeit gibt es nicht. Als Freiberuflichkeit würde lediglich durchgehen, wenn du eine neue Software programmieren würdest.

So schlimm ist der Unterschied aber auch nicht...

Antwort
von Griesuh, 29

Gewerbe anmelden unabdingbar.

Mit Rechtsform meinst du wohl die Betriebsform.

Du wirst ganz einfach ein Einzelunternehmer sein, keine GmbH keine GbR und co KG.

Und dann kommt noch der Verdacht der Scheinselbstständigkeit da zu : nur einen Auftraggeber und auch noch Weisungsgebunden.

Wie sähe es mit einem 450€ Joib aus?


Kommentar von langerwo ,

Mhh ich glaub da komme ich eher schlecht weg, weil ich da ja nach einem relativ niedrigem Stundensatz bezahlt werden (8,50€/Std)

Kommentar von Griesuh ,

Ein Minijob hat  nichts mit dem Stundenlohn zu tun.

Du kanst auch 20€ /h Lohn bekommen und auf Minijobbasis arbeiten. Dann brauste eben nur 22,5 Stunden im Monat arbeiten.

Und der Mindestlohn z. B. in der Pflege  liegt bei 9.75€

Kommentar von Bakaroo1976 ,

@griesuh: Der Begriff Rechtsform ist zutreffend. Den Begriff Betriebsform gibt es auch, ist aber hier nicht gemeint. Der Fragesteller fragt nach der Rechtsform - da gibt es Spielraum (siehe dazu die anderen Kommentare).

Antwort
von Ninimausi25, 49

Als Freiberufler musst du auch ein Unternehmen anmelden.

Lass dich davon nicht abschrecken, ein unternehmen anzumelden ist nicht besonders schwierig :) wenn du so wenig dort verdienst, kannst du auch noch die kleinunternehmerregelung inanspruch nehmen, wo dann auch kein großer aufwand zwecks steuererklärung auf dich zu kommt. 

Informier dich mal darüber... ist echt nur ein wisch ausfüllen und fertig.

Was anderes außer 450€ basis gibt es dann meines wissens auch nicht mehr.

Lieben Gruß

Antwort
von langerwo, 31

Wow Super Leute Ihr seit Spitze!

Hat mir viel weiter geholfen, ich werde wohl morgen mal zum Gewerbeamt und nen Steuerberater brauch ich dann wohl auch ( bis jetzt hat das immer die LoHi gemacht) .... die machen dass aber nur für Privat Personen

Kommentar von terrial ,

Die Gemeinde ist ein schlechter Ratgeber und der Steuerberater auch, weil beide nur kassieren wollen.

Die Tätigkeit kann erstens eventuell als dem Ingenieur vergleichbar  und daher auch freiberuflich  sein, zweitens ist sie kein Gewerbe, da sie nur sporadisch betrieben wird.

Dem Finanzamt ist das egal, es will auf jeden Fall seinen Anteil. Wichtig ist da zunächst die Frage, ob man Umsatzsteuer erhebt oder sich als Kleinunternehmer davon befreien lässt.  In der Einkommensteuererklärung füllt man einfach die Anlage G aus.

Kommentar von Geochelone ,

Dieser Kommentar ist rechtlich leider völlig daneben !

Die Gemeinde ist ein schlechter Ratgeber

Die Gemeinde ist die für Gewerbe zuständige Behörde. Sie entscheidet, ob etwas Gewerbe ist oder nicht. Das ist keine Sache des Finanzamtes, denn die Buß- und Zwangsgeldbescheide kommen ggf. auch vom Gewerbeamt...

kann erstens eventuell als dem Ingenieur vergleichbar  und daher auch freiberuflich  sein

Nicht jede Ingenieurleistung ist Freiberuflichkeit. Hier wird Service und Problemlösung angeboten. Das ist eindeutig Gewerbe !

ist sie kein Gewerbe, da sie nur sporadisch betrieben wird.

Wenn der Fragende mit 2-3 Kunden pro Jahr rechnet, dann ist das eine auf Dauer angelegte Tätigkeit und damit Gewerbe ! Das Gewerberecht kennt weder Umsatz- oder Gewinnfreibeträge oder eine Freimenge an Geschäftsabschlüssen.

Kommentar von Bakaroo1976 ,

@terrial:

Der Steuerbearter ist also ein schlechter Ratgeber, weil er (nur) seine Leistung abrechnet - aha. Was kann bzw. sollte der Steuerbearter denn sonst abrechnen? Der Bäcker lässt sich auch für seine Brötchen bezahlen. Ist er deshalb auch schlecht? Backen Sie Ihre Brötchen selbst?

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