Frage von Dagezij1, 52

Welche rechtliche Möglichkeiten habe ich bei Betrug durch einen eBay-Verkäufer?

Hallo zusammen, ich habe über eBay einen Artikel für 13,00 € inkl. Versand erworben. Der Artikel wurde sofort von mir bezahlt. Der Verkäufer behauptet, dass er das Geld nicht bekommen hat. Ich habe einen Nachforschungsantrag bei meiner Bank in Auftrag gegeben. Hiernach hat der Verkäufer sehr wohl das Geld erhalten. Da der Verkäufer weiterhin behauptet, dass er das Geld nicht bekommen hat, bin ich vom Kauf zurückgetreten und habe ihn unter Festsetzung einer Frist aufgefordert mir das Geld zurückzuüberweisen. Da er dam nicht nachgekommen ist habe ich ihn erstmal bei eBay negativ bewertet und bei der Polizei Strafantrag wegen Verdachts auf Betrug gestellt. Nach fast zwei Monaten kam von der zuständigen Staatsanwaltschaft eine Anfrage ob ich denn inzwischen die Ware bekommen habe. Dies musste ich nagativ beantworten mit dem Hinweis, dass ich ja inzwischen auch schon vom Kauf zurückgetraten war. Eine gute Woche später kam wiederum Post von der Staatsanwaltschaft, mit folgendem Inhalt: Von der Verfolgung wird abgesehen, da die Schuld zu gering ist und kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht. Der angerichtete Schaden ist verhältnismäßig gering. Vorstrafen sind keine vermerkt. Es ist anzunehmen, dass die Unannehmlichkeiten des Ermittlungsverfahrens eindrucksvoll vor Wiederholung gewarnt haben.

Wie kann es sein, dass ich offensichtlich betrogen wurde und die zuständige Staatsanwaltschaft es nicht für nötig erachtet mir zu meinem Recht zu verhelfen?

Welche rechtlichen Möglichkeiten habe ich um an mein Geld zu kommen?

Kann ich ohne richterlichen Beschluss einfach so einen Gerichtsvollzieher beauftragen? Oder wie sieht es aus mit der Einschaltung eines Inkassounternehmens?

13 € sind zwar nicht gerade viel Geld, aber ich habe durch den ganzen Schriftverkehr inzwischen doch schon sehr viel Zeit in die Sache investiert und ich bin definitiv nicht bereit hier klein beizugeben. Da ich selber auch noch nicht vorbestraft bin, war mein erster Gedanke beim letzten Brief der Staatsanwaltschaft: "Toll, dann mache ich das jetzt auch so!" Es wird in den Medien ja immer wieder betont, dass die BRD ein Rechtsstaat ist, aber scheinbar habe ich da eine etwas andere Auffassung von der Sache.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von miboki, 35

Okay - das strafrechtliche Verfahren ist abgeschlossen. Selbst wenn das Verfahren nicht eingestellt, sondern der Beklagte verurteilt worden wäre, hättest Du dadurch das Geld nicht zurück bekommen. Deine Forderung musst Du zivilrechtlich einklagen. Dass heißt, Du kannst auf Zahlung klagen oder - was einfacher ist - einen Mahnbescheid beantragen. In beiden Fällen musst Du aber die Gerichtskosten vorstrecken und kannst die dann mit dem Urteil/Vollstreckbaren Mahnbescheid eintreiben. Urteil und Mahnbscheid sind 30 Jahre lang vollstreckbar, d. h. sollte der Schuldner jetzt nicht zahlen können, kannst Du den Gerichtsvollzieher später erneut beauftragen. Aber bis zur Zahlung durch den Schuldner musst Du immer in Vorkasse gehen. 

Antwort
von Mignon4, 37

Du kannst dem Verkäufer einen Mahnbescheid senden. Die Gerichtskosten dafür mußt du im Voraus bezahlen. Einen Gerichtsvollzieher kannst du erst beauftragen, wenn du einen vollstreckbaren Titel hast. Dem geht das Mahnverfahren voraus.

Es ist üblich, dass solche Bagatellfälle wegen Geringfügigkeit von der Staatsanwaltschaft eingestellt werden. Die Strafverfolgungsbehörden haben in der Tat Wichtigeres zu tun, als sich um € 13 zu kümmern. Sorry, ist aber so und ich finde es auch richtig, dass die Staatsanwaltschaft andere Prioritäten setzt, nämlich Verbrechensbekämpfung vor Lapalienfälle.

Ich kann deinen Zorn verstehen. Aus Prinzip möchtest du den Verkäufer nicht mit deinen € 13 davonkommen lassen. Ich wäre auch böse. Dennoch mußt du abwägen, ob du noch mehr Zeit und Kosten investieren willst.

Antwort
von Biberchen, 36

schau mal hier: https://www.mahnbescheide.de/?gclid=cozyk4qd7swcfekp0wodxtedfw

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