Frage von svenderernste, 25

Welche Rechte hat Google, also in wiefern darf Google meine Sachen abfangen/mich überwachen etc., und was hat Google noch für Rechte von denen ich nicht weiß?

Antwort
von marck479, 10


Einleitung


Google bietet eine Vielzahl von Diensten an, die für User großteils
kostenlos sind. Die Gesamtheit der Dienste (siehe nur die Auswahl unten)
ermöglicht dabei ein Vollständiges Profil der jeweiligen Nutzer. Es ist
zu beachten, dass Google (mit einer Ausnahme) nicht gezwungenermaßen
genutzt werden muss. Die Diskussion um Google ist daher großteils
erstmal eine Frage der Aufklärung und eine gesellschaftspolitische
Diskussion. Dabei fällt es schon störend auf, dass Google eine absolute Privatheit verneint, was aber auch nachvollziehbar ist, da Google von den erfassten Daten lebt.


Der User muss sich nur fragen, warum so viele Dienste, die den
Betreiber viel Geld kosten, kostenlos angeboten werden können. Im
Ergebnis muss festgestellt werden, dass sicherlich über Werbung
Einnahmen generiert werden, aber eben bei der Schaltung von Werbung die
gelieferten Nutzer-Daten ein wesentliches Potential sind. Insgesamt sind
die erhobenen Daten das Kapital von Google und wenn der User
„kostenlos“ diese Dienste nutzt, heißt das nur, dass er kein Entgelt
zahlt – aber, in Form seiner Daten, eben eine Gegenleistung bringt.


Kritik


Google hat eine faktische Monopolstellung bei der Websuche:
Einerseits nutzt „jeder“ Google zum Suchen nach Inhalten, andererseits
wird vielfach angemerkt, dass Google eben auch die brauchbarsten
Ergebnisse liefert. Ob das stimmt mag dahin stehen, was zählt ist die
Realität und die sieht Google bei einem Marktanteil von ca. 80%. Wer
eine solche Monopolstellung hat, muss aber auch Pflichten erfüllen:



Streitpunkt: Streetview


Google fährt mit „Streetview“ auch in Deutschland durch Städte und
Dörfer und fotografiert alles in einer 360 Grad Rundumsicht, um dies
dann später in das Internet zu stellen. Jeder kann dann problemlos die
Fotos durchsehen und sich in Städten umsehen.


Die Idee ist nett und nicht zu kritisieren – die Umsetzung beinhaltet
aber auch Risiken: Die Art wie wir leben, unsere Vorgärten, ja gar der
Blick in unseren befriedeten Garten (via Google-Earth) wird in das
Internet eingestellt. Jeder kann, weltweit, quasi vor unsere Haustüre
treten, sich ansehen wie wir nach außen hin leben und wie sich nach
außen hin unser Lebensstandard gibt. Wir werden nicht gefragt, können
uns nicht wehren.


Die Gefahren liegen dabei an verschiedenen Stellen: Natürlich
einerseits im Bereich der Vorurteile („Guck mal wie es bei dem
aussieht…“), aber auch im Bereich Sicherheit, immerhin wird es nun
problemlos für Einbrecher möglich, ganze Strassenzüge auszukundschaften,
ohne selbst vor Ort zu sein. Zusammen mit Google-Earth eröffnet sich
eine Möglichkeit der Situationsanalyse, von der Kriminelle noch vor
wenigen Jahren nur träumen konnten.


Streitpunkt: Google Analytics


Das Problem bei Google-Analytics (GA) ist die Tatsache, dass ein
Webmaster hier nicht alleine handelt: Wer es auf seiner Seite einbaut,
übermittelt die Daten seiner Besucher an Google – ohne diese vorher zu
fragen. Auch wenn man Google versucht zu meiden und nur auf anderen
Seiten unterwegs ist, kann es also durchaus sein, dass man erfasst wird.
Zwar kann man sich hier halbwegs schützen, doch ist es nicht Aufgabe
der Betroffenen, sich gegen Eingriffe zu schützen – vielmehr ist man
vorher zu fragen.


Insgesamt ist festzustellen, dass GA – nicht zuletzt wegen der
Einfachheit der Bedienung, der überzeugenden Leistungsfähigkeit und weil
es kostenlos zu nutzen ist – eine enorme Verbreitung genießt, teilweise
sogar bei staatlichen Webseiten. Damit wird es Google, zumindest in der
Theorie, möglich das Besuchsverhalten der Internetnutzer umfassend zu
kartographieren.


Was weiß Google (theoretisch) über dich?


Google bietet inzwischen viele Dienste – diese Aufstellung soll
zeigen, was Google alles wissen könnte, wenn man alle Dienste nutzt. Es
ist eine theoretische Auflistung, die einfach zum Nachdenken anregen
soll, dabei muss daran gedacht werden, dass gerade wenn man einen
Google-Account hat und eingeloggt ist, viele scheinbar harmlose
Informationen (wie z.B. angeklicke Werbeanzeigen) zusammengeführt werden
könnten.



Adwords: Wenn Du wirbst, können sie deinen Marketing Plan herausarbeiten und deine Suchwörter sehen.
Adsense: Als Werber kennen Sie deine Kontodaten,
aber auch welche Seiten von Dir wie werbeträchtig sind. Wenn Du die
Werbung siehst und anklickst, weiß man was dich interessiert.
Alerts: Sie wissen welche Themen für Dich wichtig sind .
Analytics: Als Webmaster wissen Sie über Dich,
welche Seiten und welche Besucher du hast, erkennen Trends und
Reichweiten. Besucher von Webseiten dagegen können Analysiert werden,
wobei die Daten mit den Werbedaten zusammengeführt werden können.
Android: Google bietet eine eigene Software für
Handys und sogar ein eigenes Handy. Damit wird es Teil des Alltags und
bietet direkten Zugriff auf Funktionen wie latitude, um zu sehen, wo
genau die Benutzer gerade unterwegs sind.
Blogger: Wenn Du via Google blogs wissen sie was du schreibst. Auch können Sie Daten über deine Besucher herauslesen.
Books: Sie sehen, welche Bücher du suchst und anklickst – und natürlich, welche Du in deiner virtuellen Bibliothek hast.
Kalender: Du offenbarst deine Termine.
Product Search: Sie wissen, welche Produkte dich interessieren.
Checkout: Sie kennen Deine kompletten persönlichen Daten
Chrome: Sie könnten dein gesamtes Surfverhalten analysieren.
DesktopSearch: Sie kennen die Indizes der Dateien auf dem Rechner.
Text und Tabellen: Du offenbarst woran du arbeitest
Earth: Sie haben die Welt vollständig erfasst – und
können sehen, was dich dort besonders interessiert wenn du etwas
suchst. Aber es wird eben auch ermöglicht – wenn auch bei schlechter
Auflösung – in fremde Gärten zu sehen, selbst wenn diese rundherum
befriedet sind. Der Rückzugsraum „Garten“ als Teil des Privatgrundstücks
existiert bald nicht mehr.
FeedBurner: Leser von Feedburner-Feeds werden statistisch erfasst
Flutrends: Anwendungsbeispiel – Aufgrund der gesammelten Daten kann Google die nächste Grippewelle vorhersagen.
Googlemail: Sie kennen Deine Mails.
Groups: Du offenbarst deine Meinungen und Neigungen für/in bestimmten Gruppen.
Bildersuche: Es wird erfasst, welche Bilder dich interessieren  – was Rückschlüsse auf Neigungen ermöglicht.
Latitude: Sie wissen, wo du dich gerade befindest.
Maps: Jedenfalls die Orte, die dich interessieren
und die Routen die du planst sind hier nachvollziehbar – speziell die
Kombination mit dem Kalender macht die Routen zu einem interessanten
Werkzeug für Rückschlüsse.
Reader: Du offenbarst, welche Blogs dich interessieren.
Talk: Soziale Kontakte werden nachvollziehbar, ebenfalls natürlich mit bei Googlemail gespeicherten Kontakten
Toolbar: Die Toolbar ermöglicht browserübergreifend nachzuvollziehen, welche Webseiten besucht werden
Translate: Auch Übersetzungen lassen Rückschlüsse zu
Websuche:
YouTube: Youtube ist ein Google-Dienst und gerade
hier lässt sich nachvollziehen, welche Videos einen interessieren. Die
Kommentare lassen konkrete Rückschlüsse auf Neigungen und Wertungen zu.



Kommentar von unlocker ,

und hier bzw. in der /history kann man von vielen Diensten sehen was gespeichert wird bzw. teilw. löschen https://www.google.com/settings/dashboard

Antwort
von DerHans, 5

Google überwacht dich nicht, sondern verkauft nur deine persönlichen Daten an alle möglichen "Kunden".

Dafür hast du eingewilligt

Antwort
von Bananenbrot24, 11

Die Suchmaschine selbst zeichnet eben Suchanfragen auf,

Analytics & Co. können dein Surfverhalten anonymisiert aufzeichnen, unabhängig von der Suchmaschine, wird oft auf Seiten eingebunden, um Besucher und deren Verhalten zu analysieren. Dafür musst du aber drauf hingewiesen werden (Cookiehinweis), und in der Datenschutzerklärung der entsprechenden Seite muss ebenso darauf hingewiesen werden. Da findest du auch den Opt-Out, der dafür sorgt, dass Google dich nicht mehr trackt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community