Frage von KeinName2606, 50

Welche Rechte hat ein Passagier bei Flugausfall?

Hallo,

ich habe eine Frage zum Theme Fluggastrechte - habe schon gegoogelt und warte auf eine Antwort von "Flightright" - aber irgendwie steig ich da nicht ganz durch. Vielleicht weiß ja jemand mehr von euch :)

Unser Flug wurde ca. 4 Stunden vor Abflugzeit storniert (info kam per SMS), es hätte ein Direktflug in die USA sein sollen. Der Grundwar ein technischer Defekt (hat uns die Dame am Schalter gesagt), also keine "höhere Gewalt". Angeboten wurde uns ein Flug über Washington, wobei wir eben umsteigen mussten und insgesamt 6 oder 7 Stunden länger unterwegs waren. Im 2. Flieger (war dann eine andere Fluglinie) gab es nicht mal Wasser kostenlos. Laut Dame am Flughafen steht uns nichts zu, weil wir ja trotzdem angekommen sind - allerdings kann ich das nicht glauben? Ist doch ein Unterschied ob ich mir einen teureren Direktflug leiste, oder dann doch umsteigen muss und länger brauche?

Ich möchte ja nicht den Flug komplett erstattet bekommen, aber irgendwie kommt mir das seltsam vor? Hat da jemand Erfahrungen? Reicht ein Alternativflug als Ersatz oder gibts wenigstens nen Gutschein oder so?

Danke :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von usberlin, 26

Bei einem technischen Defekt hast Du natürlich Ansprüche, wenn Du wesentlich später ankommst als ursprünglich geplant.

Da Du mehr als 4 Stunden später am Ziel angekommen bist (egal wie aund auf welchem Weg) und die Stecke über 3500 Kilometer beträgt, stehen Dir 600 EUR Entschädigung zu.

Die Airlines stellen sich üblicherweise quer und reden sich dann mit "höherer Gewalt" o.ä. raus. Daher wirst Du ohne massive Druckmittel da kaum etwas bekommen.

Da gibt's 2 mögliche Verfahren: Entweder Du beauftragst einen Anwalt - wobei Du dann davon ausgehen kannst, dass Du sofern es nicht zur Klage sondern zur Einigung kommt dann Deine Anwaltskosten die Entschädigung zum Grossteil wieder auffressen oder Du beauftragst gleich eine der Organisationen, die im Internet Dir anbieten Deine Fluggastrechte einzufordern. Die nehmen dann zwar eine Provision - aber zumindest mehr als die Hälfte der Entschädigung landet dann doch noch bei Dir.

Ich würde erstmal die Fluggesellschaft anschreiben und die Rechte einfordern und wenn dann eine Absage kommt, eine entsprech3ende Organiation beauftragen.

In jedem Fall solltest Du den Fall auch kurz dem Luftfahrbundesamt zukommen lassen unter: fluggastrechte@lba.de.

Weitere Infos zu den Rechten gibt es hier:
http://www.flightright.de/ihre-rechte/fluggastrechte-bei-verspaetung

Kommentar von KeinName2606 ,

Super danke für die ausführliche Antwort! Werde ich unbedingt machen. Uns wurde klar gesagt, dass das Flugzeug einen technischen Defekt hat und deswegen nicht fliegen wird. Das Wetter war an dem Tag perfekt und es gab auch keinen Streik oder so.

Kommentar von usberlin ,

Auf der flightright.de Webseite kannst Du direkt die Flugnummer und das Datum eingeben - die prüfen direkt die Flugdaten nach - ich vermute mal die bieten dann direkt an, Dir (gegen Gebühr, die sich wahrscheinlich aber lohnt) direkt Deine Rechte einzufordern.

Die meisten Airlines (mit Condor hab ich die Erfahrung gemacht - da hat's dann einen Anwalt gebraucht) machen folgende Strategie:

- Erstmal Falschauskunft am Flughafen, dass man Dich ja befördert hat und deswegen alles gut ist oder erzählen was von höherer Gewalt (eigentlich sind sie gesetzlich verpflichtet, Dich über Deine Rechte aufzuklären) - damit sind schon mal die Entschädigungen an die unwissenden Passagiere abgewimmelt.

- Dann bei Deiner schriftlichen Forderung per Post kommt eine Absage (meist höhere Gewalt) oder gar keine Antwort.

- Reagiert wird erst bei Schreiben eines Anwalts oder eines fluggastrechtewahrnehmenden Vereins (da dann klar ist dass die Klage folgt). Meist wird dann eine zu geringe Entschädigung angeboten um zu einer (billigen) "gütlichen" Einigung zu kommen.

Am Ende ist es dann oft erst die Einreichung der Klage, die zur vollen Zahlung bewegt.

Bei meinem Fall wars auch mit Condor ein technischer Defekt - und sie haben 6 Stunden gebraucht um eine Ersatzmaschine heranzubekommen. Der Anwalt hat dann zwar die volle Entschädigung herausgeholt - hat aber fast denselben Preis gekostet - war aber auch innereupäischg und weniger. Die Profis wie z.B. refund.me sind preiswerter - sie nehmen 15% von Deiner Entschädigung als Provision, das wären bei Dir dann 90 EUR - und 510 für Dich.

Kommentar von KeinName2606 ,

Ich probiere es mal bei flightright! Wir waren zu 2, laut Online-Rechner treffen alle Aspekte zu und uns stehen 1200€ zu. Die verlangen im Gewinnfall eine Provision von 25%, was sich meines Erachtens nach noch immer auszahlt :)

Antwort
von raphaelduke, 13

Es gibt da eine App die nennt sich AirHelp, diese Frima übernimmt für dich das viele schriftliche Zeugs. Sie gehen sogar vor Gericht falls die Airline nicht zahlen möchte. Für dich kostenlos! Funktioniert jedoch nur mit Flügen welche ab einem Europäischen Flughafen oder zu einem führen.

Kommentar von KeinName2606 ,

Bitte zuerst die Frage lesen! Ich habe doch geschrieben, dass ich mich schon an so nen Anbieter  gewendet habe!

Kommentar von raphaelduke ,

Airhelp ist was anderes! Bitte zuerst Antwort lesen!

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