Frage von nini97, 86

Welche Rechte haben Arbeitgeber, bei Verdacht auf nicht rechtmäißige Erkrankung?

eine Frau arbeitet max. 5 Tage, dann erkrankt sie (hat immer einen gelben Schein) immer die zwei gleichen Ärzte. Ist wegen einer Kniesache "schwerbeschädigt" hat also dann alleine schon 35 Tage Urlaub. Durch Schichtdienst, auch so noch regelmäßig frei (da nicht für Dienste eingeteilt). Fährt oft in die alte Heimat (350 km einzelne Fahrt), da gibt es komischerweise keine gesundheitlichen Probleme. Und auch in der alten Heimat ist man plötzlich kerngesund. Es vergehen keine 3 Monate wo diese Frau am Stück arbeiten geht. Arbeitgeber hat schon versucht sie innerhalb des Unternehmens zu "versetzen", das wäre mit Geldeinbußen verbunden, hat sie abgelehnt. War auch schon in Kur. Wenn sie krank geschrieben ist, genießt sie ihr Leben (sitzt stundenlang in der Sonne - ohne zu Husten - grins). Mich würde nur einmal interessieren, welche Möglichkeiten ein Arbeitgeber noch hat. um diese Frau wieder mehr in Ihrem Job zu sehen ? Sie ist auch immer an anderen Krankheiten "erkrankt" also nie länge Zeit das Gleiche. Mal Durchfall, mal Husten, mal Bronchiitiis, dann Magenschmerzen , oft Dinge, die ein Arzt so gar nicht überprüfen kann,..usw...also wie gesagt nur Interessehalber was kann ein Unternehmen / Arbeitgeber hier eigentlich rechtlich noch tun ? Ihm geht ja die komplette Arbeitskraft verloren und er kann mit dieser Frau gar nichts mehr planen. Ist der Arbeitgeber immer der "Dumme" ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nightstick, 19

Es gibt (aus Arbeitgebersicht) drei Arten von Kranken:

° die "echten" Kranken",

° die "eingebildeten" Kranken, und

° die "ausgebildeten" Kranken.

Die in der Fragestellung beschriebene Person scheint zur dritten Kategorie zu gehören (immer eine andere Krankheit, mehrere Ärzte usw.). Diese Art der Kranken wissen z.B. auch über die Lohnfortzahlungsfristen und -verpflichtungen des Arbeitgebers besser Bescheid als dessen Mitarbeiter im Lohn- und Gehaltsbüro.

Fazit: Wie bereits von anderen Ratgebern geschrieben, ist eine Kündigung wegen jahrelanger häufiger Kurzerkrankungen durchaus möglich. Sie müsen nur ausreichend häufig sein. Das Integrationsamt hätte bei einer deswegen ausgesprochenen Kündigung nur zu prüfen, ob die Kündigung wegen (!) der Schwerbehinderung erfolgt. Das darf natürlich nicht der Fall sein. Deshalb muss man die "Knie-Krankheiten" außen vor lassen. Um heraus zu bekommen, welche Krankheitszeiten darauf abheben, muss man die Arbeitnehmerin zunächst auffordern, ihre Ärzte von der Schweigepflicht zu befreien. Dann geht es "in medias res" - aber ich greife hier schon einem Fachanwalt für Arbeitsrecht vor, den der Arbeitgeber sich auf jeden Fall zu Hilfe nehmen sollte, da dies ein komplexer Fall würde, in dem man von Anfang an keine Verfahrensfehler begehen sollte. 

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 33

 Mal Durchfall, mal Husten, mal Bronchiitiis, dann Magenschmerzen ,

Woher weiß der AG das? Der AN muss nicht mitteilen, welche Krankheit er hat.

 Wenn sie krank geschrieben ist, genießt sie ihr Leben (sitzt stundenlang in der Sonne - ohne zu Husten - grins).

Falls sie keine Erkältung hat, braucht sie auch nicht zu husten, es gibt viele  Krankheiten bei denen "stundenlang in der Sonne sitzen" gesundheitsfördernd ist.

Wurde mit der Mitarbeiterin schon mal ein Gespräch geführt in dem sie selbst gefragt wurde, was am Arbeitsplatz evtl. verändert werden kann, damit sie weniger krank ist (z.B. Hilfsmittel zum heben, anderer Stuhl, Stuhlauflage, höhenverstellbarer Tisch usw.). Für viele Hilfen gibt es auch Zuschüsse von der KK oder BG.

Die Frau ist übrigens auch nicht "schwerbeschädigt" sondern schwerbehindert. Wenn sie Zusatzurlaub von 5 Tagen bekommt, hat sie mindestens einen GdB von 50. Auf diesen und die zusätzlichen Urlaubstage sollte man nicht neidisch sein, ich selbst bin froh, dass mir dieser Zusatzurlaub nicht zusteht.

Außerdem zeigt die Schwerbehinderung ja, dass es sich nicht um eine gesunde AN dreht die nur keine Lust zum Arbeiten hat. Manchen schwerbehinderten Menschen sieht man die Krankheit nicht an, sie ist aber trotzdem da.

Sollte es sich aber wirklich um jemanden handeln der einfach nur keine Lust hat zu arbeiten, kann der AG sich an die Krankenkasse wenden und seine Zweifel an der Krankheit äußern. Diese kann dann den MdK einschalten.

Wurde denn schon ein BEM-Gespräch geführt (Betriebliches Eingliederungsmanagement)? War das Integrationsamt dabei? Wie viele Krankheitstage/Jahr hat die Mitarbeiterin? Sind es viele Kurzerkrankungen (mindestens 6 Wochen/Jahr zusammen gerechnet) über mehrere aufeinander folgende Jahre? Da kann der AG auch über eine personenbedingte Kündigung nachdenken. Er muss aber hier das Integrationsamt mit ins Boot nehmen und, falls vorhanden, den Betriebsrat.

Kommentar von nini97 ,

wurde schon erwähnt, weil sie ja sonst langzeit erkrankt wäre. Es sind also immer unterschiedliche Erkrankungen. Der Chef führt hinterher immer ein Mitarbeitergespräch durch. Sie stellt die Klimaanlage als Krankmacher fest, (arbeitet bei der Personenkontrolle Flughafen) es würde immer ziehen, - das ist so nicht abstellbar, auch wenn der Betriebsrat eingeschaltet ist. Und durch das Kistenheben tut die Schulter weh. 

Ja sie sollte in einen anderen Bereich versetzt werden, mit weniger Gehalt, dagegen ist sie vorgegangen (ist auch im VdK). Das hat sie abgelehnt (ist schon lange dort beschäftigt). 

Ja richtig, sorry - schwerbehindert, wegen dem Knie.

Sie ist nicht seelisch krank oder depressiv, das weiß ich. Kenne die Frau gut, hat sie mir selbst schon gesagt. 

Ja viele Kurzerkrankungen, max. 3 Wochen Arbeitszeit dazwischen dann wieder erkrankt. ja schon viele Jahre.

Der Betriebsrat steht hinter den Arbeitnehmern. 

Ich möchte die Dame auch nicht anschwärzen, obwohl es natürlich schon unfähr ist, wegen Schulterproblemen krankgeschrieben und dann die Gardinen aufhängen. (andere Kollegin wohnt direkt daneben) das sieht ja nun wieder der Arbeitgeber nicht.

Ich finde es nur sehr unfähr allen anderen Arbeitnehmern gegenüber die schön das ganze Jahr arbeiten gehen. 

So ohne weiteres kann ein Arbeitgeber aber nicht kündigen oder doch ?

wie gesagt, ich würde niemals jemand anschwärzen hat mich nur einmal interessiert was ein Arbeitgeber hier so alles machen kann.

VielenDank

  .

Kommentar von PeterSchu ,

Wenn es um die Personenkontrolle am Flughafen geht, würde ich mal annehmen, dass es nicht gerade ein kleiner Betrieb ist. Dann sollte sich ein Arbeitgeber aber auf jeden Fall mit den rechtlichen Möglichkeiten auskennen.

Ich finde es nicht unfair den anderen Arbeitnehmern gegenüber, wenn sie gesund sind und die Kollegin nicht. Und in einem großen, gut geführten Betrieb sollte es auch nicht passieren, dass die anderen deswegen nun länger oder mehr arbeiten müssen. Solange es nicht erwiesen ist, dass die Kollegin auf irgend eine Weise schummelt, sollte man ihr auch nichts unterstellen.

Antwort
von tryanswer, 25
Antwort
von MonikaDodo, 33

Die einzige Möglichkeit besteht evtl. sie zu einem Arzt zu schicken der Unabhängigkeit ist.... Amtsarzt.
Ansonsten.... Wenig Chancen. Krank ist krank... Wenn der Arzt es attestiert, muss auch nicht unbedingt Zuhause sitzen... Je nach Erkrankung.

Kommentar von nini97 ,

jetzt darf sie in Kur fahren, für die Stirnhöhlen. 3 Wochen Nordsee. 

nun gut wie gesagt hat mich nur interessiert was ein Arbeitgeber dann so macht. Hat ja fast das ganze Jahr über diese Arbeitskraft verloren.

Antwort
von DODOsBACK, 32

Der Amtaarzt ist dafür nicht zuständig, allerdings besteht die Möglichkeit zur
Einholung einer gutachterlichen Stellungnahme des Medizinischen Dienstes bei der Krankenkasse des Arbeitnehmers.

Mehr dazu findest du hier:

http://webblog.ra-zahn.com/?p=41

Vorlagen und Anträge hier:

http://muehlenbein.de/rechtsgebiete/arbeitsrecht/fur-arbeitgeber/10-medizinische...

Antwort
von Anna1230, 32

Als Arbeitgeber ist man nicht immer der Dumme. Es gibt soweit ich weiß bei ständigen Erkrankungen die Möglichkeit sie zu einem Amtsarzt zu schicken der überprüft ob wirklich gesundheitliche Einschränkungen vorliegen. Warum kündigt er sie nicht? Bei einer "schwerbehinderten" Person ist es zwar etwas schwieriger aber nicht unmöglich. Es gibt auch die Möglichkeit einen behinderten Dienstnehmer zu kündigen wenn man es begründen kann. Muss dann allerdings vom Sozialgericht genehmigt werden.

Antwort
von BinNichtKreativ, 40

Es gibt auch psychische Krankheiten. Sie ist nicht verpflichtet dem Arbeitgeber zu sagen was genau sie hat. Und bei einer psychischen Erkrankungen hustet man nicht und da ist es sogar von Vorteil sich in die sonne zu legen. So weit ich weiß kann der Arbeitgeber nichts machen so lange man nicht in der probezeit ist und ein krankmeldung hat.

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