Frage von Spider5556, 148

Welche Punkte haben Schöpfungsgeschichte und Evolutionstheorie gemeinsam?

Antwort
von FreakNimrod, 67

Schöpfungslehre und Evolutionslehre haben im Grunde nur eines gemeinsam: Die Annahme, dass das Universum einen Anfang hat und alles, was wir heute haben, nicht einfach immer schon da war, sondern dass es einen Entstehungsprozess gegeben hat.

Nun verfolgen aber beide Ansichten verschiedene Intentionen. 

  • Schöpfungslehre besagt, dass es einen Grund für unsere Existenz gibt und einen Sinn (Ein Schöpfer wollte es so.) Sie kann deswegen nicht den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben
  • Evolutionslehre hat das Ziel, wissenschaftlich die Prozesse zu rekonstruieren, die zur Entstehung der Welt, wie wir sie heute kennen, beigetragen haben. Sie kann deswegen nicht den Anspruch auf Sinnstiftung erheben.
Antwort
von nachdenklich30, 31

Ich sage mal provokativ: Sie haben gar nichts gemeinsam.

Die Evolutionstheorie beschreibt ein Modell, wie sich das Leben auf der Erde entwickelt hat und immer komplexer wurde.

Die Schöpfungsgeschichte mit den sieben Tagen aus 1. Mose 1 (=Genesis 1) setzt sich mit babylonischen Schöpfungsmythen und Götterglauben auseinander und hält vor allem fest:

1. Sonne, Mond und Sterne sind keine Götter, sondern eine Art Lampen - mehr nicht.

2. Alles, was auf der Erde an Tieren und Pflanzen lebt, ist nicht Gott, sondern Geschöpf.

3. Es gibt keine hervorgehobenen Menschen wie den babylonischen König, der für sich den Anspruch erhebt, als einziger Mensch Gott zu verkörpern.
Wenn es einen Gott gibt, dann verkörpert jeder Mensch diesen ansonsten unsichtbaren und einzigen Gott.

Das sind meiner Meinung nach die wichtigsten Punkte, um die es Gen 1 = 1 Mose 1 gegangen ist. Wenn die genialen Autoren vor etwa 2500 Jahren gewusst hätten, dass diese Auseinandersetzung einmal im Gegensatz zu einer Evolutionstheorie stehen würde, ich glaube, sie hätten Gen 1 anders formuliert.

Antwort
von Rowal, 50

Gemeinsam ist nur eine Fragestellung: Woher kommt die große Vielfalt der Lebewesen?
Die Antwort unterscheidet sich aber gravierend. Lt. Schöpfungsgeschichte (jedenfalls der Bibel) wurden die ersten Exemplare jeder Art von Gott gemacht, und zwar so, dass sie sich auf natürliche Weise vermehren konnten. Lt. Evolutionstheorie nach Darwin ist die ganze Vielfalt aus wenigen primitiven Arten oder gar nur einer Art durch Mutation und Selektion entstanden also insbesondere ohne jede übernatürliche Einwirkung.

Diese Antwort hat im Prinzip schon Franz1957 gegeben, aber die Evolutionstheorie behandelt nicht die Entstehung des Lebens sondern dessen Entwicklung sowie die Aufspaltung und das Aussterben der Arten.

Antwort
von Maarduck, 74

Meinst du die Schöpfungsgeschichte aus Tora, AT und Koran?

Die Menschen hatten damals schon erkannt oder zumindest vermutet, dass sich die Arten vom Einfachen zum Komplizierten entwickelt haben, und vom Nahrungsmittel zum Nahrungsverbraucher.

So gibt es erst Pflanzen und dann Tiere. Dass Pflanzen Licht "essen", haben die Menschen damals wohl auch schon erkannt. Folgerichtig gibt es gemäß der Mythologie erst das Licht und dann die ersten Pflanzen. Dass es die Sonne ist, die den Himmel durch Streulicht hell macht, wurde damals noch nicht erkannt. Deshalb entsteht die Sonne erst nach den Pflanzen.

Dass die meisten Säugetiere intelligenter als die meisten Vögel sind, haben die Menschen damals auch schon erkannt. Folgerichtig gibt es gemäß der Mythologie erst flugfähige Tiere und dann Landtiere, was aber leider nicht mit der ET übereinstimmt.

Dass der Mensch erst sehr spät entsteht,  als letztes, wurde in der Mythologie richtig erkannt und beschrieben.

Kommentar von Vitopedia ,

Die ersten 5 Bücher des AT sind die Tora, weswegen wird sie hier extra genannt?

Kommentar von Maarduck ,

Ich habe das extra genannt, weil es viele Menschen gibt, die das nicht wissen. Außerdem wird der Begriff Tora manchmal auch etwas umfassender genannt und enthält dann mehr als die 5 Bücher Mose. Auf jeden Fall ist die biblische Schöpfungsmythologie des AT aus der Tora. Es gibt auch eine christliche Schöpfungsmythologie zu Beginn des Johannesevangeliums. Und man sollte vielleicht noch erwähnen, dass die Schöpfungsmythologie der Tora sumerisch, polytheistische Vorläufer hat. 

Ich antworte in der Regel möglichst kurz und werde erst umfassender, wenn einer sich für den Grundgedanken der Antwort interessiert und nachfragt, so wie du hier.

Kommentar von Vitopedia ,

Die Tora enthält niemals mehr als die fünf Bücher Mose, du verwechselst das mit dem Tanach (TNK), bestehend aus Tora (Weisung), Neviim (Propheten) und Ketuvim (Schriften) und damit das alte Testament.

Kommentar von Maarduck ,

Jein, der Begriff "Tora" wird von den verschiedenen Religionen nicht einheitlich verwendet. Siehe hierzu

https://de.wikipedia.org/wiki/Tora

Das hebräische Wort Tora bedeutet Weisung, jedoch wird der Begriff Tora in vielen Bedeutungen gebraucht. Die engste bezeichnet die fünf Bücher Mose, die das Volk Israel nach der Darstellung der Tora am Berg Sinai erhalten hat. ... In einer weiteren Bedeutung bezeichnet „Tora“ pars pro toto den gesamten Tanach, also sowohl die Tora (Weisung) im engeren Sinne als auch die Nevi’im (Prophetenbücher) und die Ketuvim (Schriften).

Unser Disput hier ist aber sicherlich für den TE recht unwichtig. 

Antwort
von Andrastor, 45

Überhaupt keine.

Laut Schöpfungsgeschichte sind alle Arten von heute auf Morgen auf der Welt erschienen, ohne vorhergehende oder nachvolgende Entwicklungen.

Das ist ein direkter Wiederspruch zu der gesamten Evolution.

Antwort
von Horus737, 30

Das ist doch offensichtlich: Das Ergebnis von beidem ist unser heutiger Entwicklungsstand, der homo sapiens. Es geht um die Entstehung unserer heutigen Welt. Wenn man den Beginn der Evolutionstheorie (Urknall) als Schöpfung Gottes bezeichnet und dann die biblische Schilderung der Schöpfung mit großzügigeren Zeiten versieht , ist der Unterschied gar nicht groß. 

Kommentar von Termobar ,

Der Urknall hat mit der Evolutionstheorie absolut nichts zu tun.

Kommentar von Horus737 ,

Die Evolutionstheorie ist eine wissenschaftliche Theorie über die Entstehung der Arten. Aber was war vor dem Entstehungspunkt? Da haben sich die Wissenschaftler bis jetzt auf den Beginn, den Ursprung des Weltalls auf den Urknall geeinigt.

Kommentar von Hyperhaes ,

Das ist eine sehr weit ausgedehnte Ansicht. Immerhin würde das bedeuten, dass wirklich jede Theorie ihren Entstehungspunkt im Urknall hätte... 

Antwort
von mychrissie, 30

Sie haben gemeinsam, dass sie beide von Menschen vertreten werden. Ansonsten sehr wenig, sogar die oben genannten Menschen unterscheiden sich, die eine Hälfte denkt, die andere glaubt. Die eine liebt Fiction, die andere Fakten.

Antwort
von NewKemroy, 53

Das Eine befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung des Geistigen. Denn Adam und Eva sind nur Symbole.

Das Andere befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung des Körperlichen. Also mit Knochen, Gliedmaßen und so.

Insofern haben sie nichts gemeinsam.

Antwort
von Franz1957, 42

Sie haben die Fragestellung gemeinsam, woher die Lebewesen kommen.

Antwort
von kubamax, 65

Die Große Schildkröte, die die Erde trägt, ist sicher ein Ergebnis der Evolution. 

Antwort
von kgunther, 22

Den Artbegriff.

Die Schöpfungsgeschichte nimmt an, alle, alle Arten, Millionen von ausgestorbenen und rezenten Arten wurden zu einem diskreten Zeitpunkt vom Schöpfer geschaffen, so daß alle diese Arten Zeitgenossen gewesen wären, ein putziges Bild. Die Arten sind unveränderlich.

Die wissenschaftliche Theorie ist zum Ergebnis gekommen, daß die Arten durch Mutation und Selektion veränderlich sind, und daß neue Arten dadurch aus bestehenden neu entstehen können.

Antwort
von fricktorel, 12

Dass es die Welt gibt - Punkt.

Wer diese erschaffen hat, beschreibt unser lebende ewige Schöpfer detailliert (1.Mose 1,1-2,2),

der die Welt durch "Knall" entstanden haben lassen will, ist tot...(Ps.53,2).

Der Hintergrund ist dieser: Der "Gott dieser Welt" (Offb.12,9) versucht mit allen Mitteln (Ps.53,2), die Menschheit zu vernichten.

Jedoch wird dieser "Typ" (2.Kor.4,4) selbst vernichtet werden (Offb.20,2.10).

Kommentar von karrrl ,

we hat nun einen Knall ? 
(Ps.53,2).

Antwort
von OnkelSchorsch, 57

Nichts. Das eine ist Religion, das andere Realität.

Kommentar von JTKirk2000 ,

Das Andere ist Wissenschaft, aber auch in der hat man sich oft geirrt.

Kommentar von Zarebrius ,

Die Wissenschaft versucht die Realität so gut es geht mit allen zu jeweiligen Zeit verfügbaren Mitteln abzubilden und zu verstehen. Dabei können sich Irrtümer einschleichen, die später berichtigt werden. Es gibt in der Wissenschaft deswegen kein Buch, in dem die absolute Wahrheit steht. Wenn man an die Wissenschaft glauben muss, dann ist das keine Wissenschaft.

Kommentar von JTKirk2000 ,

Ich werfe der wissenschaftlichen Methodik nicht vor, dass durch bessere Beweismöglichkeiten die Realität immer besser erkannt und verstanden wird. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ich halte nur der Antwort vor, dass sie eindeutig zwischen Religion und Realität differenziert, und als einzig brauchbare Alternative zur Religion die Wissenschaft offenbar mit Religion gleichsetzt, was nur dann zutreffen würde, wenn alle wissenschaftlichen Erkenntnisse frei von jeglichen Irrtümern wären.

Kommentar von OnkelSchorsch ,

@JTKirk2000: Dass die Wissenschaft sich ständig infrage stellt und ihren Wissensstand ständig verbessert, ist ja gerade der entscheidende Punkt. Natürlich irrt man sich als Wissenschaftler,. Genau deshalb forscht man ständig weiter und verbessert und korrigiert den aktuellen Wissensstand. Das ist es, was Wissenschaft ausmacht. Über meinem alten Labortisch hing der Spruch: "Wissenschaft ist der aktuelle Stand des Nichtwissens!".

Ganz anders die Religion: sie behauptet, letzte und ubnverrückbare Wahrheuten zu verkünden. Da wird nichts infrage gestellt,d a ist alles dogmatiscg festgelegt, egal, ob es richtig ist oder längst widerlegter Unfug.

Dein Spruch, JTKirk (übrigens ist es eine Schande, dass du als religiöser Fundamentalist gerade solch einen Namen nutzt), ist nichts weiter als Geschwätz, wertlos, inhaltlich belanglos und einfach nur - Geschwätz.

Kommentar von JTKirk2000 ,

Du hast geschrieben, dass das Eine Religion und das Andere Realität sei. Da Wissenschaft nicht Religion ist, würde es demnach Realität sein, aber dem ist nicht tatsächlich so, solange es immer noch Irrtümer gibt, die sich später als solche herausstellen. Allein darauf zielte mein erster Kommentar auf Deine Antwort ab.

Mich als einen religiösen Fundamentalisten zu bezeichnen, ist eine Beleidigung. Ich bin ebenfalls an Physik interessiert, aber ich behaupte nicht, wie manche Anderen, dass die Wissenschaft die Realität so beschreibt, wie sie tatsächlich ist, in dem Sinne, dass die Wissenschaft frei von Irrtümern sei. 

Was in der christlichen Lehre lange Zeit vertreten wurde und weshalb die Wissenschaft lange unterdrückt worden ist, hat mit dem, was laut der Bibel der Lehre Christi entspricht oder im Alten Testament enthalten ist, recht wenig zu tun.

Da wird nichts infrage gestellt

Wenn dem so wäre, wäre ich immer noch Mitglied der evangelischen Kirche, dem ist aber seit mehr als der Hälfte meines bisherigen Lebens nicht so. 

Vielleicht unterstellst Du mir nur, ein religiöser Fundamentalist zu sein, weil Dich mein Kommentar beleidigt hat, da Du ein Pendant eines Fundamentalisten in Hinsicht auf die Wissenschaft bist.

Kommentar von OnkelSchorsch ,

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