Frage von Yulia123456, 61

Welche Probleme können beim Pferd an den Brustwirbeln auftreten?

Ich kenne mich da leider nicht genug für aus und wollte mal hören, welche Probleme ein Pferd an den Brustwirbeln entwickeln kann?(knochenbrüche ausgeschlossen)

Antwort
von beglo1705, 10

Das ist recht umfassend und somit auch teilweise auch von guten Tierärzten schwer zu diagnostizieren, da es eben viele Möglichkeiten gibt:

Kissing Spines Syndrom ist da z.B. ein Klassiker. Da berühren sich sozusagen die Dornfortsätze, was sehr schmerzahaft für das Pferd ist.

Des weiteren kann sich durch Unfälle ein Wirbel verschieben, Muskelrisse können entstehen und Bänderzerrungen, die die Bewegungsfreiheit enorm einschränken und dauerhaft zur Kreuzlahmheit führen können.

Haupt"schuldiger" für kaputte Pferderücken ist aber der Reiter, der oftmals zu wenig über die Anatomie und Physiologie des Rückens weiss, zu wenig Reitkenntnisse und zu wenig Ausbildung genossen hat.

Nur wer sein Pferd korrekt reitet und arbeitet (vom Boden aus) mit der sog. oberen Verspannung (das ist das Zusammenspiel zwischen der Muskulatur des Kopfes zum Hals, dem Rücken, dem Kreuzband über das Nackenband und die Nackenplatte) wird den Rücken des Pferdes dauerhaft tragfähig und gesund erhalten.

Korrektes Reiten also in Anlehnung sei daher angeraten. Zu starke Anlehnung: das Pferd kann die Hinterhandgliedmasse nicht aktivieren. Zu wenig Anlehnung: das selbe.

Ebenso ein wichtiger Faktor für den gesunden Rücken ist der passende Sattel. Wenn der nicht richtig angepasst ist, kann es zu Druckstellen, Muskelverkrampfungen ja sogar Wirbelverschiebungen kommen. Wenn beim Sattel das "Brückenbild" (er liegt ja nicht direkt auf der Mitte, sondern kausal) nicht stimmt, ist die Auflagefläche für die Gewichtsverteilung beim Teufel und der Rücken ebenfalls bald.

Ich gehe bewusst nicht auf die möglichen Krankheiten näher ein, da der Hauptkrankheitsverursacher der Mensch ist, der vieles verursacht, was beim korrekten Reiten niemals diskutabel wäre.

Kommentar von Yulia123456 ,

Geritten wird das Pferd nicht. Was beim Vorbesitzer passierte, kann man nicht sagen. Ein Tier, welches Probleme oder Schmerzen hat, sollte niemals geritten werden.

Kommentar von beglo1705 ,

Du schreibst, dass das Pferd beginndende Arthrose in den Beinen hat, da kann man durchaus darauf schließen was der Vorbesitzer dem Pferd zugemutet hat. Vermutlich in der Vorderhand.

Kaputte Beine also sprich Lahmen, kommt in den seltesten Fällen (z.B. Hufrehe) auch wirklich vom Bein. Das Problem beginnt in 95% der Fälle am Rücken. Mit der Gesundheit des Pferderückens steht und fällt der Erfolg auf ein schmerzfreies Pferdeleben.

Der Rücken eines an Arthrose erkankten Tieres sowie der komplette Bewegungsapparat muss dennoch elastisch gehalten werden und gymnastiziert werden, sofern möglich bietet sich ein Aktivstall zur Verbringung an. Ein Pferd mit dieser Diagnose muss peinlichst genau gearbeitet werden, wer hier das Pferd "lieber in der Box" lässt, riskiert irreversible Schäden am Bewegungsapparat und verkürzt das Pferdeleben extrem.

Ansonsten ist Bodenarbeit und korrektes Longieren am Kappzaum eine der wirksamsten "Waffen" im Kampf gegen die Arthrose.

Hast du hierzu schon mal einen guten DifHo zu Rate gezogen?

Antwort
von MuttiSagt, 8

Bandscheibenvorfall und/ oder freie Gelenkkörper, sowie Entzündungen und/ oder Verspannungen oder Prellungen.

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 11

Soweit ich weiß, kann es im Bustwirbelbereich zu entzündlichen und schmerzhaften Entzündungen kommen bei den Muskeln und Bändern. Auch Veränderungen der Dornfortsätze sind in diesem Bereich möglich - man spricht dann vom Kissing Spines Syndrom.

Antwort
von Trottingqueen, 6

Wow hier gibt es ja wirklich gute - fachlich gute Antworten.

Also wenn es ein oder dein Pferd betrifft dann würde ich es auf alle Fälle von einem guten Chiropraktiker ansehen lassen. Also so einmal durchchecken lassen.

Falls du da mal was lesen möchtest kann ich dir empfehlen-

www.wirbelzahn.de

Alle unsere Pferde werden von Susanne Neukirch behandelt bei ihr ist halt die solide, fachliche Ausbildung (Tierärztin) ein zusätzlicher Vorteil.

Ich denke es ist wie beim Menschen da hat ein verspannter Rücken auch andere Ursachen und Auslöser als nur da wo es schmerzt.

Kommentar von Yulia123456 ,

Also es betrifft mein Pferd, wir haben Ihn bereits untersuchen lassen. Osteopath, Tierarzt, Klinik ... letztendlich haben wir nun eine Thermografie machen lassen. Bisherige Vermutungen und Untersuchungen lagen immer auf den Beinen aufgrund Lahmheit. Bei den Untersuchungen stellte sich Arthrose heraus. Wobei die Arthrose sich im Anfangsstadium befindet und nicht alleiniger Grund sein kann. Statt einer Szintigrafie hatte man uns eine Thermografie empfohlen, bei einer Dame die wirklich viel Ahnung hat. Wie sie diagnostiziert hat und was sie alles gesehen hat, ohne auch nur irgendeine Info über das Tier zu haben, habe ich zuvor noch nie gesehen! Das hat nicht nur mich überzeugt!  Dabei stellte sich heraus, dass die Ursache von den Brustwirbeln und in der Sattellage kommt. War schon immer unsere Vermutung, aber die Tierärzte stürzten sich immer auf die Beine. Jetzt wird es geröngt und ggf. Ultraschall oder was auch immer man uns als Diagnoseverfahren empfehlen wird... Dennoch sind es bis zum Termin noch ein paar Tage und da möchte man sich doch mal ordentlich informieren.

Antwort
von FelixFoxx, 6
Kommentar von Yulia123456 ,

toller Artikel!

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