Frage von DukeSilver, 78

Welche Partei vertritt mich?

Oft wird ja der Wahl-O-Mat als erster Anhaltspuntk genannt, aber solche Sachfragen, ob wir in Syrien Bomben werfen sollen oder nicht, Was mit den Flüchtlingen passieren soll usw, wie dort benutzt werden sind für mich nicht das größte Problem, das Deutschland hat. Ich denke unser größtes Problem sind unsere politischen Entscheidungsfindungsprozesse.

Ich glaube, dass Politischen Entscheidungen dann optimal sind, wenn sie die Ergebnisse Optimaler Entscheidungsprozesse sind.

Beispiel: Ist es gut, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin ist?

Ich würde gerne Antworten: Ja, ich habe sie persönlich zwar nicht gewählt, aber sie ist das Ergebnis unser optimales Wahlsystem, und somit die optimale Besetzung für das Amt.

Leider glaube ich, dass unsere politischen Entscheidungsprozesse alles andere als optimal sind. Es ist mir aber wichtig, dass sie besser werden, denn meiner Meinung nach, sind Länder mit den besten politischen Entscheidungsprozessen die, in denen man am freisten und ganz allgemein am besten lebt.

Beispiel: Einer der gravierendsten Fehler in poitischen Prozessen ist Korruption, und oh Wunder, in den Ländern, in denen die Korruption am verbreitetsten ist, ist die Politik am schlechtesten für die Bevölkerung. Ein Problem, was Korruption stark begünstigt ist Intransparenz , und wenn wir schauen, wo die Bürger gerade am unzufriedensten sind ( TTIP, NSA Skandal, NSU Affaire ) sehen wir, dass wir in Deutschland auch ein ganz schönes Problem mit Transparenz haben.

Ein anderes Problem, was unsere Politik in die Vertrauenskrise stürzt, ist die Unverbindlichkeit mit der Politiker zu ihren Entscheidungen stehen, welche einen krassen Gegensatz darstellt zur Wahl, bei der sich die Bürger jedes mal für 4 Volle jahre verbindlich für eine Partei entscheiden.

Es gibt noch viele andere Probleme, die ich aber hier gar nicht nenne will, weil es mir auf das konkrete Problem gar nicht ankommt, sonder darauf eine Partei zu finden, die sich nicht nur mit Entscheidungen zu Sachfragen beschäftigt, sondern eben auch vor allem die Entscheidungsfindungsprozesse hinterfragt und diese Modernisieren will.

Also liebe Antworter: Wenn kann ich wählen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DerTroll, 60

Das, was du dir vorstellst, trifft eher auf kleine Parteien zu, wo man noch bestimmte Ideale verkörpert. Leider liefern diese Parteien aber zugleich auch Gründe, warum man die nicht wählen sollte. Nehmen wir z.B. die Piratenpartei. Was die ins Parteiprogramm genommen haben und wie die aufgetreten sind, war mehr von Naivität geprägt und in vielen Punkten nicht klar festgelegt. Oder andere Parteien äußern sich nur zu einem einzigen Punkt, den sie vertreten, man weiß nicht, wie sie zu den wirklich wichtigen Dingen stehen oder ob die da überhaupt eine Meinung haben. Korruption ist zwar ein großes Problem, aber ich denke, in Deutschland ist das wesentlich weniger verbreitet und wird auch entsprechend geahndet, wenn es rauskommt. Da bleibt nicht einmal ein Bundespräsident verschont, wie sich leider schon gezeigt hat.

Ich persönlich würde an deiner Stelle zwischen CDU und SPD wählen, beide Parteien haben in manchen Punkten die in meinen Augen richtigen Ansätze und in anderen die völlig falschen. Aber sie positionieren sich zu allem wichtigen. Und zur Zeit mit Frau Merkel haben wir eigentlich eine sehr gute Kanzlerin (hätte das auch nicht gedacht, als sie an die Macht kam). Das Problem ist, viele die sie jetzt kritisieren, sehen leider nicht alle Zusammenhänge und befassen sich auch nicht intensiv damit, was hinter manchen Aktionen steckt. Daß sie jetzt in der Türkei so viele Zugeständnisse macht, macht sie ja nicht, weil sie das gern macht, sondern weil sie erkannt hat, wo man ein bestimmtes Problem bekämpfen kann. Überhaupt finde ich es sehr gut, wie sie lange und immer mit viel Geduld und Ausdauer verhandelt. Klar gibt es in der CDU Korruptionsfälle, Plagiatsvorwürfe und vieles mehr. Das will ich auch nicht kleinreden und habe dafür auch kein Verständnis, aber in anderen Parteien kann das auch vorkommen. Man muß sich einfach überlegen, wie man die einzelnen Aspekte gewichtet. Und manches, was du beschreibst, daß dir nicht gefällt, ist auch wirklich nicht gut, aber sollte kein Ausschlußkriterium sein, die CDU oder SPD zu wählen. Es gibt auch noch andere Parteien. Es gibt z.B. viele Leute, die die Grünen gut finden. Das kann ich jetzt zwar nicht so nachvollziehen, aber die vertreten halt auch bestimmte Standpunkte. Wenn du dich mit denen identifizierst, dann wähl die. Das gleiche gilt auch z.B. für die AfD, die Linke, vielleicht noch ansatzweise für die FDP, wobei die eigentlich so gut wie weg vom Fenster ist. Du solltest dir einfach überlegen, welche Partei wofür steht (also die Parteiprogramme durchlesen) und dann danach gehen, was am ehesten deinen Vorstellungen entspricht in Bezug auf die Standpunkte zu den akutellen anstehenden Punkten. Dabei hilft der Wahlomat zum Beispiel ganz gut, aber trotzdem solltest du dich mehr damit befassen, wie die Parteien auch in der Vergangenheit aufgetreten sind und dabei nicht nur obeflächlich sagen, ob du es gut oder schlecht findest, sondern auch hinterfragen, was damit bezweckt wurde usw. Das ist nichts, was man eben mal schnell machen kann. Dafür muß man sich Zeit nehmen und vielleicht auch mal im Freundeskreis diskutieren.

Kommentar von DukeSilver ,

Die Anderen waren auch hilfreich, kann nur eine Hilfreichste vergeben

Antwort
von Gondor94, 78

Ich würde mir das Parteiprogramm der einzelnen Parteien angucken und dann entscheiden, welche einem näher liegt.

Antwort
von hoermirzu, 75

Warum gründest Du nicht eine Partei nach Deinen Vorstellungen? Da kannst Du dann alles anders machen, was Dir bei den im Parlament vertretenen Parteien nicht gefällt.

Mit Entschuldigungen und dem Niederschreien der Diskussionsteilnehmer, wie das Lücke und Petri, ...., machen, ist es wohl nicht getan.

Politik zu machen, ist  eine hohe Kunst, die nicht einmal jeder beherrscht, obwohl er für uns im Parlament sitzt.

Kommentar von DukeSilver ,

Würde ich glatt machen, wenn ich reich wäre und nichts anderes zu tun hätte, bin ich aber nicht, deswegen die Frage.

Kommentar von hoermirzu ,

Dann wählst Du jene, mit der Du die meisten Gemeinsamkeiten hast.

Antwort
von Miramar1234, 58

Eine Partei ,das sagt das Wort,vertritt aus Ihrer Sicht und Perspektive eine Meinung und kämpft im Besten Falle gegen jeden Widerstand für diese Ziele,die im Parteiprogramm Beschlusslage sind.Da es in einer Demokratie meistens Koalitionen bedarf um eine Mehrheit zu bekommen,ist es nicht unwahrscheinlich,das die schwächere,kleinere Partei Ihre Ziele nur marginal oder gar nicht politisch umsetzen kann.(FDP z.B.)Deshalb werden auch zumeist große Parteien gewählt.Diese könnte Dich vertreten,hat aber mit großer Wahrscheinlichkeit vieles in Ihrem Programm was Du ablehnst,oder eine Führungsperson die Du unter keinen Umständen haben möchtest.(CDU z.B) Wählst Du Protest,eine Randpartei,ist es zwar wahrscheinlich,das Du die größte Schnittmenge im Parteiprogramm und Deiner Überzeugung wieder finden könntest,allerdings die Partei nicht in Regierungsverantwortung gelangt.Hier hast Du nur die Wahl der eigenen Überzeugung ,einer Partei nahe zu stehen,die zu wählen,oder eben eine die regieren wird.In jüngeren Jahren wird man dazu neigen,die Partei zu wählen die man mag,in gesetzterem Alter,eher die,welche am meisten bewegt.Oder ,leider geht man nicht mehr wählen,weil man die Sinnhaftigkeit einfach nicht mehr erkennt.Dazu kommt,das die Parteien sich tatsächlich immer ähnlicher werden,obwohl die öffentliche Meinung eine andere ist.Du könntest in die Schweiz auswandern,wenn Du Demokratie leben möchtest.) Leider ist nicht absehbar,das wesentliche Elemente der direkten Demokratie eingeführt werden könnten.Das fordert keine Partei,die es durchsetzen könnte.LG

Antwort
von Mignon2, 65

Schaue dir im Internet die Parteiprogramme aller Parteien an. Die Partei, deren Programm deinen Vorstellungen am besten entspricht, wählst du.

Kommentar von DukeSilver ,

Also... keine? Ach nee, ist ja auch wieder doof

Kommentar von Mignon2 ,

Es ist häufig so, dass man bei der einen Partei ein spezifisches Thema besonders gut aufgehoben sieht, ein anderes Thema bei einer anderen Partei. In solchen Fällen mußt du Prioriäten setzen und für dich entscheiden, welches Thema du für wichtiger hältst. Dann wählst du die Partei. Es ist (leider) ein unvermeidbarer Kompromiss.

Kommentar von DukeSilver ,

Ich habe aber bis jetzt, trotz recherche keine Partei gefunden, die sich die Optimierung Politischer Entscheidungsprozesse auf die Fahnen geschrieben hat. ( ok, bei den genannten Piraten habe ich noch nicht geschaut )

Kommentar von lupoklick ,

Deine "Privatpartei" gibt es nicht

....  wie doof aber auch !!!!

und doch ist Entscheidung wichtig....

Antwort
von AalFred2, 37

Du solltest mal spezifizieren, wie denn so ein optimierter Entscheidungsprozess aus deiner Sicht aussehen soll. Sonst wird man dir hier nicht wirklich helfen können.

Kommentar von DukeSilver ,

Weiß ich selber nicht so genau, aber hier habe ich mal eine Idee gehabt: Seriennummern auf Stimmzetteln:

 https://www.gutefrage.net/frage/seriennummer-gegen-wahlbetrug---gute-idee?foundI...

Kommentar von AalFred2 ,

Das hat aber ja nun mit politischen Entscheidungsprozessen so gar nichts zu tun. Deine Frage hört sich eher nach, irgendwie find ich es blöd, weiß aber selber nicht was, an. Wahlfälschung dürfte in Deutschland kein signifikantes Problem sein.

Kommentar von DukeSilver ,

Wieso ist eine Wahl kein Entscheidungsprozess? Es wird doch kollektiv etwas entschieden? Oder habe ich hier versehentlich einen Fachbegriff falsch verwendet?

Kommentar von AalFred2 ,

Oben sprichst du von Transparenz und Entscheidungsprozessen, willst aber eigentlich nur eine Wahlrechtsänderung, die aus meiner Sicht überhaupt nichts bringt, außer einem exorbitanten Aufwand und der Gefahr, die geheime Wahl außer Kraft zu setzen. Dafür wirst du wohl keine Partei finden.

Antwort
von AnonYmus19941, 62

niemanden. alle politiker kümmern sich nur um sich nur darum, in vier jahren wieder gewählt zu werden, und ansonsten noch darum, möglichst viel geld zu bekommen. und wenn das geld nun von der lobby kommt - macht auch nichts...

Antwort
von Grammatikus, 24

"Ein anderes Problem, was unsere Politik in die Vertrauenskrise stürzt, ist die Unverbindlichkeit mit der Politiker zu ihren Entscheidungen stehen, welche einen krassen Gegensatz darstellt zur Wahl, bei der sich die Bürger jedes mal für 4 Volle jahre verbindlich für eine Partei entscheiden."

Wenn Sie als Wählender einer Partei nicht zu einer Mehrheit verhelfen, kann sie ihr Wahlprogramm nicht umsetzen.

Kommentar von DukeSilver ,

Ja schon, aber wieso kann ich nur alle 4 Jahre wählen, und die Politiker dürfen ihre Meinung täglich ändern? Ich meine es könnte ja auch zum beispiel eine Politik-App für's Handy geben, wo ich jeden Tag meine Stimme wieder einer anderen Partei geben kann.

Kommentar von Grammatikus ,

1. "Die Politiker" gibt es nicht, auch nicht solche, die jeden Tag ihre Meinung ändern.

2. Von den Parlamentariern wird erwartet, dass sie in Sachfragen einen Schritt auf andere Parteien zugehen, weil sie ja die Mehrheit, die sie von den Wählenden nicht erhalten haben, nun durch Kompromisse bilden müssen.

Antwort
von lupoklick, 19

Wenn Du vertreten sein willst, nimm einen Rechtsanwalt....;-)

In der Politik muß man sich immer für das "kleinste Übel" entscheiden. Jedem alles recht zu machen, das schafft auch der edelste Abgeordnete nicht.

Antwort
von Kuppelwieser, 42

Wo ist denn jetzt Wahl? An deiner Stelle würde ich abwarten wie sich die Lage entwickelt, denn es können bis zum Wahltermin Ereignisse eintreten, die eine jetzige Entscheidung über den Haufen werfen können!

Kommentar von DukeSilver ,

Möchte mich aber auch außerhalb einer Wahl gerne poltisch engagieren, nur weiß ich nicht wie und wo ich mich für bessere politische Prozesse einsetzten kann.

Kommentar von Kuppelwieser ,

Leider kann ich da nur Empfehlen, weder extrem linke und rechte Parteien zu wählen. Zu meinem Rat nichts zu übereilen, nur noch ein Beispiel: Wer hätte noch vor einigen Wochen gedacht, dass wegen der Flüchtlingswelle auf einmal die Kanzlerin von den Grünen und Roten über den grünen Klee gelobt wird, andererseits - vor allem von ihrer Schwesterpartei CSU - heftig kritisiert! Ich kenne die neuesten Umfragen nicht, doch kann ich mir vorstellen, dass sich da proportional einiges  verändert hat!

Antwort
von ThomasAral, 40

die PIRATEN ... sind aber auf dem absteigenden Ast

Kommentar von Win32netsky ,

Die haben sich doch selbst abgeschossen, bei einer Sauf-Schießparty!

Zu Recht.

Gruß

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