Welche nordgermanische Sprache lernen ist am sinnvollsten?

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Das Ergebnis besteht aus 7 Abstimmungen

Schwedisch 71%
Norwegisch (Bokmaal) 28%
Dänisch 0%

7 Antworten

Norwegisch (Bokmaal)

Die festlandskandinavischen Sprachen sind sich im Grunde sehr ähnlich, das stimmt, obwohl es bei genauerer Betrachtung doch Unterschiede gibt.

Ich habe Norwegisch mit Bokmål als Schriftsprache gelernt (habe später aber auch einen "Passivkurs" Nynorsk gehabt), habe nach und nach aber auch die anderen Sprachen gelernt. Untersuchungen zufolge kann man mit Norwegisch die beiden anderen Sprachen besser verstehen, als mit Dänisch und Schwedisch die jeweils anderen Sprachen.

Wenn du Norwegisch lernst, kannst du Dänisch ohne Probleme lesen (und mit etwas Übung auch verstehen), da Bokmål die Anpassung der Dänischen Schriftsprache auf das Norwegische bzw. den Osloer Dialekt ist. Schwedisch wird anders geschrieben, klingt aber wiederum ähnlich, wie viele Norwegische Dialekte (z.B. der Osloer Dialekt wieder).

Unterschiede gibt es dennoch. Dänisch/Norwegisch(Bokmål) ähneln sich vom Schriftbild, okay, nur, dass bei Bokmål Doppelkonsonanten üblich sind, wo das Dänische keine hat (N butikk DK butik "Geschäft"), während das Dänische häufig ein æ, g und d benutzt, wo im Norwegischen (BM) ein e, k und t üblich sind ("lesen" N lese, DK læse; "Kuchen" N kake, DK kage; "wissen" N vite, DK vide). Grammatisch benutzt das Norwegische eine Doppelte Bestimmung, die es im Dänischen nicht gibt (N: "det grønne huset", DK: "det grønne hus", D: "das grüne Haus"). (üblicherweise wird der bestimmte Artikel in Form von -en/-et( und -a norwegisch) ans Wort drangehängt)

Die Aussprache des Dänischen ist völlig anders, als in den anderen Sprachen. Sehr auffällig ist eine Art "Stoßvokal", man spricht einen langen Vokal und würgt diesen sozusagen sofort wieder ab. "Hus" wäre so ein Beispiel. Dazu das weiche d, das sehr gewöhnungsbedürftig ist. Das ist im Grunde ein hartes th, wie in englisch "this", dieses wird aber so stark abgestumpft, dass es fast an ein L erinnert. Dann die Zahlenbildung, das Dänische benutzt das dir vl aus dem französischen bekannte 20er-System, nur dass die Dänen schon bei 50 anfangen ("halvtreds", ursprünglich "halvtre-sinds tyve" = halb-drei mal 20 = 2 1/2 mal 20)

Das Schwedische hat hingegen eine vom Norwegischen und Dänischen abweichende Pluralbildung, auf N wird im Plural nur ein -er angehängt (bzw. Neutrum einsilbig bleibt unverändert), Dänisch ist ähnlich, Schwedisch hat im Plural -er, -ar, -or, -en oder keine Endung. Tricky ist hier, dass -en auch die bestimmte Maskulinendung sein kann, je nach grammatischem Geschlecht und Wort.

Zudem weicht im Schwedischen das Vokabular oft vom Dänischen und Norwegischen ab, ähnelt manchmal mehr dem Isländischen, als Norwegisch es tut, wo man es eher vermuten würde, da das Isländische eigentlich das Norwegisch von vor 1000 Jahren mit wenigen Veränderungen ist.

Zum Beispiel "beginnen": N 'begynne', DK 'begynde', S aber 'börja' (IS: 'byrja'). Oder "Frage": N 'spørsmål', DK 'spørgsmål', S 'fråga'. Klassiker ist das Wort "rolig", das alle Sprachen haben. Auf N und DK heißt es aber "ruhig", während es auf S "lustig" heißt...

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Kommentar von nordlyset
07.08.2016, 00:52

Tusen takk for stjernen ;-)

(Danke fürs "Sternchen")

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Schwedisch

Hallo,

das bleibt letztendlich dir überlassen.

Bei mir war das so:

da mein Onkel in Schweden lebt (inzwischen seit mehr als 50 Jahren)
und mich früher immer damit aufzog, warum ich denn immer noch kein
Schwedisch spräche, habe ich damals an der VHS einen Norwegischkurs
belegt - Schwedisch wurde nämlich nicht angeboten und auch keine andere
nordische Sprache.

Ein paar Jahre später, nach meinem Umzug nach Düsseldorf, habe ich dort an der VHS problemlos zu Schwedisch gewechselt.

In Skandinavienurlauben habe ich weder in Dänemark noch in Norwegen
Probleme, mich auf Schwedisch zu verständigen und Dänisch oder
Norwegisch zu verstehen.

Schwedisch (spreche ich inzwischen besser als Französisch) kann ich nur empfehlen.

1. ist es eigentlich noch einfacher als Englisch (Die Verben sind in
allen Personen, in allen Zeiten (kein he/she/it das s muss mit) gleich.
Die Satzstellung ist dieselbe wie im Deutschen.)

2. kommt man damit auch in Dänemark und in Norwegen zurecht.

:-) AstridDerPu (Astrid-Nalle-Puh)

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Schwedisch

Letztlich musst du das selbst entscheiden. Ich lerne seit einigen Jahren Schwedisch und verstehe auch das Norwegische ein wenig, da sich Schwedisch und Norwegisch sehr ähneln. Dänisch ist auch eng verwandt und diese drei verstehen sich untereinander recht gut.

Ich persönlich finde aber Dänisch am wenigsten "attraktiv", da ich die Aussprache doch sehr gewöhnungsbedürftig finde.

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Schwedisch

Du hast schon sehr fundierte, wirklich gute Antworten erhalten, daher kann ich meine Begründungen ein wenig kürzen.

Dänisch fällt weg, weil es "am Rand" steht und in den anderen skandinavischen Ländern am schwersten zu verstehen ist. Wahrscheinlich ist Norwegisch tatsächlich rein sprachlich gesehen "die Mitte" und würde sogesehen Sinn machen. Schwedisch ist aber fast gleich auf mit Norwegisch und daher auch sehr "in der Mitte". Nun kommt der Hauptvorteil: Schwedisch wird von gut doppelt so vielen Menschen gesprochen, als Norwegisch - und sowieso kannst du dich mit Schwedisch in Norwegen fast genau so bewegen, als wärst du in Schweden. Von da her ist Schwedisch in Summe für mich die beste Variante :-)

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Schwedisch

Ich habe Schwedisch gelernt, und verstehe auch etwas Norwegisch. Dagegen verstehe ich Dänen (vom Hören her) schlecht, kann aber Dänisch einigermaßen lesen. Die dänische Phonetik ist (für mich) ein gewisses Hindernis (meines Erachtens nach).

Ich bin eher die schwedische (leicht tonale) Phonetik gewöhnt, da tue ich mich beim Hören wesentlich leichter. Ich verstehe Nordschweden auch meist besser als Südschweden, der Süden hat einen Einschlag dänischer Phonetik, und das "Singen" in der Sprache ist eher im Norden (und in der Mitte) Schwedens ausgeprägt.

Letztendlich ist es Geschmackssache, und natürlich auch eine Frage davon, in welchem Land man die Sprache primär anwenden will. Wenn du nach Dänemark willst, ist freilich Dänisch am sinnvollsten.

Übrigens hat Dänemark eine enorme Dialektvariation. Manchmal werden sogar dänische Filme mit Untertiteln in Dänemark gezeigt, hier ein Artikel darüber (auf Schwedisch):

http://feber.se/film/art/283916/dansk_film_fr_undertexter_ven_/

Freilich gibt es auch Dialektvarianten in Schweden (vor allem das alte Dialekt in Dalarna ist sehr abweichend, auch Schweden verstehen es meist nicht). Jedoch sind weite Teile Schwedens mit "Rikssvenska" (Hochschwedisch) sehr gut vertraut.

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Norwegisch (Bokmaal)

Obwohl die Sprachen natürlich verwandt sind, sind sie doch unterschiedlich genug, um am besten die Sprache für das Land zu lernen, in dem man vielleicht mal arbeiten oder studieren will.

Aber vielleicht so viel:

Die norwegische Schriftsprache ist der dänischen sehr ähnlich. Dafür liest sich Schwedisch etwas anders als diese beiden und unterscheidet sich auch vom Wortschatz her stärker.

Dafür hat Dänisch aber eine so ungewöhnliche Aussprache, dass man damit nur schwer mit Norwegern und Schweden reden kann (wenn man kein Muttersprachler ist). Schweden und Norweger verstehen sich aber untereinander recht gut.

Also, meines Erachtens hat Norwegisch etwa eine Mittelposition zwischen den drei festlandskandinavischen Sprachen und eignet sich daher vielleicht am besten.

Isländisch hast du übrigens vergessen, aber das ist sowohl von der Aussprache und Schrift noch mal ein ganzes Stück von den anderen dreien entfernt.

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Schwedisch

Ich mag Schwedisch am meisten. :)

Danach kommt Norwegisch Bokmål und dann Dänisch.

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