Frage von leena871, 72

Welche nonverbalen Faktoren verschaffen uns einen 1. Eindruck?

körpersprache

Antwort
von Elfi96, 41

Zur vorherigen Antwort  möchte ich noch anfügen: autonome Signale und das Aussehen der Pupillen.

Anbei mal meine Kurzliste der Körpersprachensignale.

Kurzliste Körpersprache

Kurzliste der wichtigsten Körpersignale:
Augen weit offen Aufmerksamkeit, Sympathie
Augen verengt Konzentration, Entschlossenheit
Augen zusammengekniffen Unlust, Ablehnung
Blickkontakt Sympathie
Wegsehen Ablehnung, Verlegenheit
Häufiger Lidschlag Unsicherheit
Heben der Augenbrauen Skepsis, Arroganz
Zusammengekniffener Mund Reserviertheit
Hand vor dem Mund Unsicherheit
Anfassen der Nase Nachdenklichkeit/ Unsicherheit/ Unentschlossenheit/ sucht Rat
Zupfen am Ohr Unbehagen
Häufiges Abnehmen der Brille Angriff, Nervosität
Kräftiger Händedruck Selbstsicherheit, Ehrlichkeit
Lascher Händedruck Leicht beeinflussbar
Verschränkte Arme Ablehnung, Selbstschutz
Übereinandergeschlagene Beine Selbstsicherheit
Dicht aneinander gestellte Füße Überkorrekte Einstellung
Auseinanderklaffende Beine Unbekümmertheit
Oberkörper nach vorn Interesse
Oberkörper nach hinten Gleichgültigkeit


Allgemeine Gesten und deren Bedeutung:
- Wer mit der Hand über den Mund fährt, möchte Fragen nicht beantworten.
- Stellt jemand während des Gesprächs die Finger turmförmig gegeneinander, bringt er sein Überlegenheitsgefühl zum Ausdruck.
- Zustimmung: wohlgefälliges Streichen übers Haar.
- Ein unbewegliches Sphinxgesicht: volle Ablehnung
- Zuhörer mit übereinandergeschlagenen Beinen, Kinn in Hände gestützt: kritisch, skeptisch.
- Wer oft Gesten ausführt, die vom Körper wegführen: Aufrichtigkeit, Warmherzigkeit.
- Gesten zum Körper: Hemmungen.
- Brutaler, schmerzender Händedruck: Rücksichtslosigkeit, Angeberei.
- Fester Händedruck: Aufrichtigkeit, Sicherheit.
- Wenn sich die Handflächen kaum berühren: Gleichgültigkeit, Verschlossenheit.
- Beim Platz nehmen sofort die Arme vor der Brust verschränkt: zieht sich zurück; Barriere für andere.
- Hände reiben: innere Unruhe.
- P ermanentes Kontrollieren des Krawattenknotens: Unsicherheit bezüglich der Garderobe.
- Nacken reiben oder über dem Haaransatz im Nacken streichen Schüchternheit, Angst vor Misserfolgen.
- Wer sich in einer Gesprächsrunde nach hinten lehnt, möchte nur zuhören.
- Lehnt man sich nach vorn, möchte man etwas sagen.


Die sechs Gefühle und ihr Ausdruck

Freude
Augen sind groß und lachend, Brauen sind herabgezogen, Mund formt ein breites U. Oft sind die Zähne sichtbar. Ein freudiges Gesicht steckt an und kann beim Gegenüber einen ähnlichen Ausdruck hervorrufen.

Überraschung
Langgezogene, horizontale Falten auf der Stirn, weit aufgerissene Augen, bei denen das Weiß rund um die Pupillen sichtbar ist. Die Augenbauen sind angehoben und zusammengezogen, der Kiefer hängt schlaff herunter, der Mund ist offen.

Ärger
Vertikale Falten zwischen zusammengekniffenen Augenbrauen und den zu Schlitzen verengten Augen. Die Lippen sind entweder aufeinandergepresst oder der Mund ist viereckig geöffnet. Die Stirn liegt in waagerechte Falten. Ganz ähnlich, nur noch stärker ausgeprägt ist der Gesichtsausdruck, wenn wir wütend sind.

Angst
Weit geöffnete Augen, angehobene und zusammengekniffene Augenbrauen. Die Oberlider sind leicht nach oben gezogen, die unteren Lider gespannt. Nach hinten gezogene Mundwinkel und ein aufgerisserner oder geschlossener Mund ergänzen den angstvollen Gesichtsausdruck.

Trauer
Die Stirnfalten bilden einen nach oben gezogenen Bogen über den Augenbrauen. Auch die Lider sind nach oben gezogen. Die Augen haben einen wässrigen und leblosen Ausdruck, eventuell sind sie vom Weinen gerötet. Wenn der Mund geöffnet ist, sind die Lippen gedehnt und zittern, bei geschlossenem Mund weisen die Mundwinkel nach unten.

Ekel
Bei Ekelgefühlen werden auf der Stirn Querfalten bis hinunter zum Nasenrücken sichtbar. Die Augenbrauen sind nach unten gezogen, die Augen stark verkleinert, die unteren Lider weisen nach oben und es bilden sich tiefe Nasolabialfalten. (Falten, die vom Nasenflügel Richtung Mundwinkel gehen) Der Mund ist bitter.

Glaubwürdigkeit der Körpersprache
1) Autonome Signale
sind am glaubwürdigsten. Sie lassen sich zwar auch bewusst erleben, aber so gut wie nicht kontrollieren. Beispiele:
„Erröten“, „Schweißausbruch“,
blass werden im ganzen Gesicht oder nur neben den Nasenflügeln:
Angst, Lampenfiber, Verlegenheit.
Rötlich: peinliche Verlegenheit.
Rote Flecken auf den Wangen, am Hals und an den Ohren, eventuell verbunden mit Schweißperlen auf der Oberlippe oder in den Geheimratsecken, ev. auch eine Steigerung der Fettabsonderung (glänzende Stirn): Stress (z.B.: während eines schwierigen Gesprächs)

2) Bein- und Fußsignale
lassen sich oft nur schwer kontrollieren, da sie als weit entfernte Kommunikationstätigkeit für die meisten Menschen zu unvertraut sind.

3) Becken- und Torsobewegungen
lassen sich schon eher kontrollieren und eignen sich ganz gut für Täuschungsmanöver.

4) Unbewusstes Gestikulieren
kann sehr viel über den „Sender“ sagen, doch sind die Grenzen zu unbewussten und

5) verständlichen Gesten
fließend. Werden unbewusste Gesten zu heftig ausgeführt, rücken sie ins Bewusstsein, werden unter Kontrolle gebracht und oft durch überlegte, eindeutigere Gesten abgelöst. Das Gestikulieren wird zum gestischen Manipulieren. Und damit können wir mit den Händen fast genauso gut lügen wie mit der

6) Gesichtsmimik
und/ oder dem

7) gesprochenem Wort.


In jedem Dialog gibt es unbewusst und bewusst gesendete Körpersignale. Die Körpersprache ist nur ehrlich, wenn sie unbewusst erfolgt und mehrere – mindestens zwei – Zeichen in die gleiche Richtung deuten. Diese „ehrliche Körpersprache“ ist am deutlichsten in Ausnahmesituationen zu erkennen, in denen es keine Bedenkzeit gibt, z.B. bei starken emotionalen Ereignissen. Die Bedeutungsübereinstimmung mehrerer Informationen in eine Richtung lässt sich gut an der Glaubhaftigkeitsskala überprüfen. So kann man beispielsweise darauf achten, ob die Arm- und Beingesten ausdrucksmäßig überein stimmen. Unbewusst gestikuliert der Mensch mit Arm – und Beingesten stimmungsmäßig synchron. Andere nonverbale Widersprüche drücken sich auch durch eine zu laute Stimme aus bei gleichzeitig verspannter Körperhaltung. Das wechselnde Beobachten von Ober – und Unterkörper und das Heraushören stimmlicher Nuancen kann dazu beitragen, herauszufinden, ob der Gesprächspartner die Körpersprache als Manipulationsinstrument einsetzt.
Nebenbei ist die Körpersprache von einigen Faktoren abhängig, z.B. den anatomischen Vorraussetzungen, vom individuellen Typ, vom Geschlecht, von der jeweiligen Umgebung und wird geprägt von körperlich- seelisch- geistigen Angewohnheiten und Leiden. Letztendlich hat die Körpersprache neben der Ausdrucksbedeutung eine Funktionsbedeutung (Haltungsgewohnheit, bzw Schmerz).
Achten Sie also auf die Mit- Beweggründe und richten Sie ihr Augenmerk darauf, ob mehrere Körperzeichen dasselbe bedeuten. Taxieren Sie nicht oberflächlich nach einem Schema, sondern beschäftigen Sie sich mit all ihren Sinnen mit ihrem Mitmenschen. Es gilt immer, unterschiedliche Informationen einfühlsam zu registrieren und zu verarbeiten, um zu einer möglichst genauen Meinung zu kommen.


Oberkörper:
• vorgeneigter Oberkörper – auch in der Bewegung – deutet auf Annäherung und Interesse, oder auch auf eventuellen Angriff hin.
• zurückgeneigter Oberkörper – auch in der Bewegung – deutet auf Rückzug, Desinteresse und (mentale) Flucht.
• sich mit dem Oberkörper vorbeugen und gleichzeitig die Hände auf den Rücken legen spiegelt widersprüchliches: Furcht und Interesse.
• den Oberkörper abwenden, aber das Gesicht zuwenden deutet von gleichzeitigem Interesse und Missachtung. Dieses Körpersprache-Signal wird auch als „den anderen schneiden“
bezeichnet.

Mimische Asymmetrien
Sie sind vorübergehend und dauern oft nur einen Bruchteil von einer Sekunde. Wenn wir ein bestimmtes Gesicht „aufsetzten“, weist es deutliche Asymmetrien auf. Der spontane Ausdruck ist viel stimmiger. Asymmetrien sind Ausdruck innerer Spannungen. Wenn ein Gefühl echt ist, reagiert unser Gesicht ganz unmittelbar auf den Auslöser dieser Emotion. Ist das Gefühl nur gespielt, setzten wir den entsprechenden Gesichtsausdruck mit Verzögerung auf.

Körpersprache lesen – Das große ABC
A = Augen: Der Blick gibt uns Aufschluss über Interesse/Desinteresse, Lügen (der Blick ist hier nach links oben gerichtet) oder Nervosität (ein unruhiges Hin-und Herschauen)
B = Beine: Zeigt das obere der überschlagenen Beine zum Gesprächspartner, signalisiert das Interesse. Ist es in die entgegengesetzte Richtung ausgerichtet ist man weniger interessiert.
D = Distanz: Der Abstand zwischen Personen wird unterschiedlich wahrgenommen, abhängig auch von der Kultur. Je näher man jemanden ran lässt, desto wohler fühlt man sich mit der Person.
E = Emotionen: Emotionen lassen sich am schwersten verbergen, vor allem das Gesicht gibt Aufschluss über das aktuelle Befinden.
F = Figur: Am Zustand des Körpers lässt sich einiges über die generelle Lebenseinstellung erfahren. Z.B. ob jemand ungesund, sportlich, hygienisch, etc. ist.
H = Hände: Suchen Hände ständig etwas zum Festhalten oder Reiben, so ist das Ausdruck von Nervosität.
K = Körperkontakt: Wer auf Tuchfühlung mit seinem Gegenüber geht, signalisiert unmissverständlich Interesse.
L = Lidschlag: Häufiges Blinzeln sind Anzeichen für Unsicherheit und Nervosität.
M = Mimik: Die Mimik lässt sich häufig schwer kontrollieren, Unzufriedenheit oder Traurigkeit lässt sich mit keinem Grinsen weglächeln.
N = Nase: Der häufige Griff an die Nase lassen auf Verlegenheit bzw. Skepsis schließen.
S = Schultern: Stehen die Schultern im 90° Winkel zum Gegenüber, weist dies auf bestehendes Interesse hin, selbst wenn der Blick abgewendet ist.
V = verschränkte Arme: Das Verschränken der Arme ist ein Signal für Unsicherheit, Abwehr und Verschlossenheit.
Wird im Gespräch die Hand an den Hals gelegt, hat man gerade bemerkt,
dass man etwas nicht weiß oder nicht formulieren kann. Die Geste ist ein
Verdecken dieser Schwäche und ein Schutz der Halspartie. Frauen
machen diese Bewegung öfter. Männer hingegen streichen in der
gleichen Situation gerne den Bart oder greifen sich hinten in den Nacken, was auch als Schutzmechanismus dient.
Je mehr wir den Bauch zum Partner zuwenden, desto mehr Zuneigung und Nähe zeigt das.

Die linke Hand ist die Gefühlshand. Wenn diese versteckt wird, heißt dies in der Körpersprache, dass keine Gefühle gezeigt werden möchten. Wer sich selbst am linken Arm (Gefühlsarm) festhält,versucht, eine Gefühlsaktion zu blockieren – sich selbst im Zaum zu halten.
Wenn die Angst im Nacken sitzt, schütze ich an den Nacken mit den
Händen oder sogar mit beiden Armen. Diese Geste lässt sich schön im
Sport beobachten, wenn ein Wettkämpfer oder Spieler seine 100%ige
Chance vergeben hat. Durch Schulterheben wird der Nacken oft
zusätzlich geschützt.
Jemand, der seinen Schwerpunkt auf dem linken Bein hat, wird mehr
vom Gefühl (ganzheitliche Wahrnehmung) dominiert. Das rechte Bein
weist eher auf den Verstand hin. Ein Pendeln von einem Bein auf das
andere während eines Gespräches ist auch ein Pendeln zwischen Gefühl
und Verstand.


Die Botschaften der Hände
Gestik
Aussage unterstreichen Die Fingerkuppen einer Hand aneinander pressen
Interesse Geweitete Pupillen
Sicherheit Armbewegungen oberhalb der Taille
Erregung Hände in die Hüften stemmen
Sicherheit/Ablehnung In der Luft von oben nach unten geführte Schläge (etwas soll kleiner gemacht werden, als es ist)
Selbstgefälligkeit Das Kinn streicheln
Sicherheit/Nachdenklichkeit Mit den Händen ein Spitzdach nach oben formen
Zufriedenheit Sich die Hände reiben
Unsicherheit/Ablehnung Mit den Händen ein Spitzdach in Richtung des Gesprächspartners formen
Unsicherheit/Nervosität Mit den Fingern trommeln
Unsicherheit/Verkrampfung Die Hände vor der Brust falten
Unsicherheit/Verkrampfung Die Füße um die Stuhlbeine legen
Unsicherheit/Verlegenheit Armbewegungen unterhalb der Taille
Unsicherheit/Verlegenheit Sich an die Nase fassen
Erregung Die Brille hastig abnehmen
Unsicherheit/Zeitgewinn Die Brille hochschieben
Aggression Doppelläufige Pistole: Aneinanderlegen der Zeigefinger bei Verschränkung der anderen Finger und den auf die Zeigefinger aufgelegten Daumen
Zurückhalten von Informationen Einen oder mehrere Finger auf die Lippen legen.

LG 

Kommentar von Micromanson ,

Perfekt. Dann habe ich mir die viele Schreibarbeit gespart. Aber ich hätte Verachtung als 7. Basisemotion noch dazu genommen.

Kommentar von Elfi96 ,

Verachtung ist eine Form des Hasses. LG 

Kommentar von ChrisDeMarco ,

Ich hätte ebenso Verachtung als 7. Basisemotion hinzugefügt.

Emotionsbeschreibung Ärger : verärgert, frustriert, aufgebracht, empört, entrüstet, missmutig, ungehalten, zornig, wütend, sauer usw.

Emotionsbeschreibung Verachtung: verachtend, geringschätzend, missachtend, herablassend, verhöhnend, spöttisch, hochmütig etc.

Paul Ekman stellte nicht grundlos im FACS ( Facial Action Coding System ) 7. Basisemotionen auf.

LG

Antwort
von hoehlenpilz, 28

hallo,

vor allem die Körperhaltung verschafft uns einen ersten Eindruck aber natürlich auch die Mimik und Gestik

Antwort
von tinibinilini, 37

Haltung, Gestik und Mimik

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