Frage von Max123321123, 83

Welche negativen und positiven folgen würde es geben wenn die Bundeswehr Innlands eingesetzt werden dürfte?

Antwort
von 19Sunny96, 34

Ich persönlich bin Verfechter eines solchen, reglementierten Einsatz im Innern. Ich sehe in erster Linie deutliches Potenzial in der Entlastung aufsteigender Sicherheitslücken durch sehr mangelhafte Polizeiarbeit die derzeit geschieht. Dazu geschultes Personal einzusetzen ist meiner Meinung nach genauso vertretbar wie Polizeikräfte die bereits eingesetzt werden! Selbst wenn es eigentlich nicht mal zu den Aufgaben des Militärs zählt. Im Zuge einer Amtshilfe sollte dies einfacher und schneller möglich sein. Meiner Meinung nach sogar gebräuchlich werden.
Auch im Rahmen der Unfall-/Katastrophenhilfe ist die Bundeswehr extrem und ohne jeglich trifftigen Grund beschnitten worden! Die Schließung sämtlicher SAR-Standorte und die schweine-teure Umlagerung auf das Innenministerium ist einfach unnötig, nicht billiger und schlichtweg Steuergeldverbrennung.
Die Befürchtungen, die Bundeswehr würde vergleichbare Zustände schaffen wie zu Zeiten Adolf Hitlers ist ein absolut hirnverbrannter Trugschluss. Demnach müsste die Bundespolizei auch nicht eingesetzt werden dürfen, da durch sie vergleichbare Zustände geschaffen werden könnten wie durch die Bundeswehr. Die politische Organisation unseres Staat- und Rechtsystems lässt sowas überhaupt nicht zu - geschweige denn durch die Bundeswehr! Daher glaube ich, dass es Zeit für ein Aufwachen dieser politischen Schnarchnasen ist. Das Potenzial in Unfallhilfe, Sicherungsaufgaben im Innern (mit Sicherheit durch erweiterte Ausbildung - meinetwegen im Bereich der Feldjägertruppe) und uneingeschränkterem Dienst in der Katastrophenhilfe wäre immens! Ich weiß, dass es Skeptiker gibt, die glauben, dass das mit dem derzeitigen Personalansatz einfach nicht möglich wäre. Ich glaube allerdings, dass Umstrukturierung und besserer (gezielterer) Einsatz von Ressourcen das spielend ermöglichen könnte. Allein derzeit erlebe ich noch Dienststellen, die einfach nur verwaltet wegen ", weil deshalb". Wenn dieser Status quo abgebaut werden würde und eine bedarfsorientiertere Bundeswehr geschaffen würde, welche ja durch die fatalen Einschnitten im Rahmen der "Abrüstung" - wie es im Volksmund heißt - geschaffen werden sollte, so denke ich, dass das nicht allein durch radikale Abrüstung sondern bedarfsorientierte, den Aufgaben entsprechende Umstrukturierung und gerne auch kontrollierter "Aufrüstung" passieren darf/könnte/sollte.
Leider Gottes gibt es noch unzählige, ungebildete, notorische Nein-Schreier die sich dem aus unverständlichen Gründen in den Weg stellen (ohne Namen zu nennen .... Anton Hofreiter ... *hust* ... Hippie ... *hust*). 
Na ja, ich bin absoluter Befürworter und hoffe, dass es irgendwann soweit ist, dass die Gesellschaft und Politik erkennt, welches Potenzial für die Qualität(-sicherung) der inneren Sicherheit (sowohl im Rahmen von Sicherungsaufgaben wie auch Unfall-/Katastrophenhilfe) in der Bundeswehr steckt. Und ganz nebenbei: Wie fest und sicher eben diese staatliche Institution doch auf unseren Grundfesten - der freiheitlich, demokratischen Grundordnung - verankert ist! Es wird Zeit, dass den Menschen klar wird, dass die Bundeswehr FÜR und nicht gegen sie ist. Jeder Soldat legt einen Eid ab, in dem er der Bundesrepublik Deutschland genau das verspricht ...

ICH.DIENE.DEUTSCHLAND. - Wieso diesen Slogan nicht wahr machen und einen spürbaren Mehrwert in der Gesellschaft erbringen? Ich wäre sofort dabei! Es geht hier nicht um Unterdrückung irgendwelcher Minderheiten (das macht die Polizei doch eig. selbst schon ganz gut! :P Spaß beiseite ....). Es geht um das was die Bundeswehr ihrer Gesellschaft versprochen hat. Den Dienst für das Volk, Gewährleistung der Sicherheit und den Kontakt zur Bevölkerung. Ein Großteil von Mythen und Lügen entsteht ja erst durch die Distanz zwischen Armee und Volk. Durch eine Art "Selbstverständnis-Schaffung" (gibt es dafür ein deutsch Wort? Puh ...) für die eigenen Streitkräfte könnte die Sympathie gegenüber denen, die für das eigene Volk einstehen deutlich gesteigert werden. Das Potenzial ist da! Es gilt eben dieses bloß zu nutzen. 

Meine Güte, ist ja nen richtiger Roman geworden ... war wohl dringend an der Zeit, dass ich das mal irgendwo loswerden konnte! ^^

Kommentar von Max123321123 ,

Woow, erstmal danke für den super langen text. ;) Ich finde die Bundeswehr sollte mehr bei Katastrophen eingesetzt werden, aber das sie gleich bei Fußballspielen oder Konzerte wegen Personalmangels bei der Polizei eingesetzt werden finde ich unnötig. Hast du noch irgendwelche negativen Auswirkungen auf unser Land?

Kommentar von 19Sunny96 ,

Auch wenn auch Negatives immer zu einer konstruktiven Diskussion dazugehören sollte, tut es mir leid ... ich bin absoluter Verfechter dieser Meinung. ^^
Für mich keine direkt erkennbaren Nachteile. Schon gar nicht dieser Müll, den die Linken oder Grünen verzapfen ... das ist schlichtweg Bullshit.

Antwort
von LordPhantom, 39

Nachteile: Siehe in ein Geschichtsbuch, welches die NS Zeit behandelt
Vorteile: Z.B. Entlastung der Polizei?

Kommentar von Apfelkind86 ,

Und inwiefern war jetzt ein eventueller Einsatz der Wehrmacht im Inneren bedeutsam für die NS-Herrschaft?

Bei Gestapo, SS, SA und Co. konnten die wohl auf die reguläre Armee weitestgehend verzichten.

Antwort
von soissesPDF, 26

Eine Armee ist kein Stilette, sondern ein Schwert.
Das wäre staatliche Repression.

Die Bundeswehr ist für die Verteidigung zuständig, nicht für polizeiliche Aufgaben.

Antwort
von floppy232, 51

Das kann man so pauschal gar nicht sagen. 

Sie wird aber doch schon als Katastrophenhilfe im Inland eingesetzt.

Kommentar von Max123321123 ,

klar das weiß ich aber warum wird dann darum debattiert?

Kommentar von floppy232 ,

Es geht um die Umsetzung der Executive, die ist aber in Deutschland ausschließlich durch Organe der Polizei und deren Abteilungen vorbehalten. Das ist so im Grundgesetz verankert. Ein Militär darf dafür nach unserem Recht nicht eingesetzt werden.

Unter anderem sind Soldaten keine Polizisten, die Ausbildung ist eine völlig andere, was zu eskalierenden Situationen führen kann.

Kommentar von 19Sunny96 ,

Ehrlich gesagt bezweifle ich in jüngerer Zeit deutlichst, dass von Soldaten ein höheres Eskalationspotential ausgehen könnte. ^^ .... 

Kommentar von floppy232 ,

Naja, bei Soldaten gibt es als Eskalation "Halt Stop", "Halt Stop oder ich Schieße" - Schuss, da sind Polizisten (hoffentlich) etwas sensibler ;)

Kommentar von 19Sunny96 ,

In der Wachausbildung in der AGA, und nicht letztlich auch nur als höchste Eskalationsstufe. ;)

Auch Soldaten haben mal gelernt, dass man nicht alles mit Schusswaffengebrauch lösen muss. Weiterhin:" Solang niemand auf uns schießt, schießen wir auch auf niemanden".

Nichts, was für Polizisten anders gilt/(gelten sollte ...). Von daher ...

Kommentar von floppy232 ,

Naja, der Grundsatz "Solang niemand auf uns schießt, schießen wir auch auf niemanden" ist eine schöne Wunschvorstellung, aber die Realität sieht anders aus. Zumindest habe ich das anders selbst erlebt.

Wir sind ja auch "blos" Menschen, unser Leben ist uns lieb, bevor jemand mit ner Panzerfaust auf mich schießt, schieße ich vorher, das ist ebenso passiert, nicht nur einmal.

Kommentar von 19Sunny96 ,

Ich denke aber, dass das schwer von der Lage im Ausland abhängig ist! Hier im Inland erwartet man ja vorerst nicht, dass man irgendwo ausm Haus von radikalen "Gotteskriegern" mit ner Panzerfaust beschossen wird. :D

Kommentar von floppy232 ,

Das stimmt natürlich, dennoch, so bin ich der Meinung aus den Erfahrungen die mich gemacht habe, sind Soldaten für "Polizeiarbeit" nicht geeignet. Zum Soldaten wird man in 3 Monaten, ein Polizist macht eine Ausbildung über 3 Jahre, das ist ein enormer Unterschied. Und Polizisten haben viel Theorie und Praxis, wenige Soldaten setzen ihre Fähigkeiten in die Praxis um (zum Glück!). 

Ich möchte nur ausführen, dass ein Polizist genau auf die Aufgaben im Inland, als Ordnungshüter und Exekutive geschult und belehrt wird. Einem Soldaten fehlen da einfach Wissen und Feingefühl, welche in 3 Monaten einfach nicht vermittelt werden können. Es müsste die Grundausbildung angepasst werden, um Soldaten auch im Inland einsetzen zu können.

Nicht falsch verstehen, ich bin nicht grundsätzlich dagegen, dass Soldaten Aufgaben im Inland übernehmen, nur sollten diese nicht an oder mit der Waffe sein (was ja eigentlich der Job eines Soldaten ist).

Kommentar von 19Sunny96 ,

Das bezweifle ich doch sehr! Schließlich bewegen sich Soldaten in deutlich unsichereren Gegenden! Und das deutlich qualifizierter als es Polizisten könnten. Außerdem ist man logischerweise nicht direkt nach der AGA für sowas einsatzfähig ... man ist ja auch kein Arzt nach 4 Semestern Medizinstudium. Da wird - ebenso wie in der AGA - lediglich der Grundstock gelegt.

Einem Soldaten seine Lebensversicherung zu entsagen finde ich krass ... nach nSAK ausgebildete Soldaten sind deutlich sicherer und professioneller in der Waffenführung als 99% der Polizisten. Durfte das letztens haut nah an nem Kumpel erleben ... dass solche Leute wie ER im Inland Waffen tragen dürfen erschreckt mich echt!

Ich denke schon, dass qualifizierte Soldaten (benannte Feldjäger) nach Extraschulung auch im Inland für Sicherungsaufgaben eingesetzt werden können. Nicht im Regeldienst, sondern bei größeren/spezielleren Lagen.

Manch (Streifen-)polizist eskaliert definitiv höher als ein Feldjäger in vergleichbarer Situation. Das ist zumindest bislang mein Gefühl ... habe sowohl Polizisten als auch Feldjäger  (in der eigenen Ausbildung) erleben dürfen. Letztere wirkten deutlich ausgeglichener und professioneller. Mag aber auch daran gelegen haben, dass es bloß ein Beamter im mittleren Dienst war ... die meinen ja öfter schon mal den Macker markieren zu müssen. 😅

Kommentar von Max123321123 ,

ok Danke :)

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