Welche Möglichkeiten hat ein Depressionskranker wenn weder Therapien (stationäre und ambulante) noch Medikamente fehlschlugen?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Ich gebe dir jetzt mal eine relativ medizinische und weniger sozialtechnische Antwort, denn ich glaube, dass war deine Frage

Ein Depressionskranker hat diverse Möglichkeiten, wenn weder Psychotherapie und Medikamente anschlugen, doch erst einmal die Voraussetzungen dass weitere Massnahmen nötig sind:

1. Sport: Wurde ausreichend Sport gemacht? Sport ist gemäss diverser wissenschaftlichen Studien Medikamenten gleichwertig. Nötig dazu sind ca. 20-30min täglich. Als besonders effektiv hat sich Ausdauersport etabliert. Es dauert ca. 4 Wochen bis ein erster Effekt spührbar wird. Das Problem an Sport ist, dass sich die Betroffenen kaum aufraffen können, da sie meist unter Antriebslosigkeit leiden.

2. Muss man sich bewusst werden, dass eine Psychotherapie Monate, wenn nicht Jahre braucht bis sie wirkt. Zudem muss man sich fragen, ob man die richtige Form der Psychotherapie gewählt hat. Eine Verhaltenstherapie ist bei chronischen Depressionen weniger effektiv als z.B. eine analytisch basierte Therpie. Des weiteren ist es auch wichtig, beim richtigen Therapeuten zu sein.

3. Wurden alle Medikamentenklassen (SSRI, SSNRI, tri- bzw. tetrazyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer, mood-stabilizers usw.) ausprobiert? Und dies in ausreichender Dosis und ausreichend lange (pro Medikament min. 6 Wochen).

So und jetzt zu dem was man noch machen kann:

- Ketamin: neuste Studien zeigen, dass Ketamin innert 72 Stunden hoch effektiv gegen Depressionen sein kann. Dabei wird dem Patient ein intravenöser Zugang gelegt und das Medikament in kleinen individuel bestimmter Dosis dem Betroffenen verabreicht. Der Patient ist während der ganzen Behandlung bei Bewusstsein.

- Bei schweren therpieresistenten Depressionen gibt es die Möglichkeit einer EKT (Elektro-Krampf-Therapie). Die ist gemäss wissenschaftlichen Studien die erfolgreichste Methode gegen Depressionen. Rund 70% aller Menschen, bei denen weder Medikamente noch Psychotherapie angeschlagen haben reagieren positiv auf eine EKT. Dabei wird der Patient mittels Propofol und Ketamin narkotisiert, damit er von der Behandlung nichts mitbekommt. Danach wird ein künstlicher Krampfanfall mittels Strom im Gehrin erzeugt. Dies ist wie ein reboot fürs Gehrin. Durch den Krampfanfall werden sämtliche Botenstoffe ausgeschüttet. Notwendig sind 6-12 Behandlungen. Zuerst 3 Behandlung innert einer Woche, danach 2 usw. Das Problem von einer EKT ist, dass sie nicht lange anhält. Nach min. 2 Monaten muss eine einmalige neue EKT gemacht werden, eine sogenannte Erhaltungs-EKT. Die Nebenwirkung: Retrograder (also wiederkehrender) Gedächnisverlust in der Zeit rund um die Behandlung. Vergessen dabei wird nicht das wichtigste, also das Langzeitgedächnis, sonder sozusagen random.

Hoffe konnte weiterhelfen...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Frage ist immer, was bedeutet "die Therapie schlug fehl"?

Die zweite Frage ist dann, wieso schlug sie fehl?

Wenn sich ein Patient in einer Klinik nicht wohlfühlt oder ein ungutes Gefühl bei den Mitpatienten hat, kann es sein, dass bestimmte therapeutische Maßnahmen nicht funktionieren.

Ebenso kann es sein, dass ein Mensch mit seinem Therapeuten nicht zurecht kommt. Das ist leider das A und O einer Therapie. In den meisten Kliniken gibt es daher die Möglichkeit den Therapeuten zu wechseln. Das muss der Patient dann allerdings von sich aus machen.

Es kann auch sein, dass der Patient gar keine Lust auf die Therapie hat und alles irgendwie blockiert.

Andererseits kann eine therapeutische Maßnahme stationär auch in 6-8 Wochen nicht alle Probleme auf einen Schlag lösen.

Oft sind Patienten mehr als einmal stationär in Behandlung, um weitere Fortschritte zu machen.

Einen wirklichen Rat, was jemand tun kann, kann ich dir nicht geben, weil ich nicht genau weiß, wieso es nicht optimal läuft.

Daher kann ich nur sagen: immer weiter suchen.

Ein Mensch, der in ein, zwei oder auch fünf Therapien gescheitert ist, kann in der sechsten, vielleicht auch erst in der zehnten super Erfolge erzielen.

Niemand sollte den Kopf in den Sand stecken und aufgeben.

Wie schon erwähnt ist das Verhältnis zwischen Patient und Therapeut enorm wichtig, manch einer findet soften perfekten Therapeuten und andere müssen lange suchen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich rate stärksten davon ab da es illegal ist aber viele Studien haben gezeigt das Zauberpilze, LSD, Kanna, Ketamin und Kokain ein hohes Potenzial haben Depression zu "heilen"

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

1. Es bei anderen Therapeuten weiter zu versuchen, vielleicht ist irgendwo einer dabei der dafür sorgen kann dass die Therapie anschlägt.

2. Sich mit der Krankheit abfinden, so gut es geht sein Leben leben und Augen und Ohren nach potentiellen Durchbrüchen bezüglich einer Heilung offen halten.

3. Selbstmord

4. Das ganze Leben umkrempeln und irgendwo anders völlig neu anfangen, in der Hoffnung, dass der Wechsel hilft.

Das ist übrigens nicht die Reihenfolge in der die Punkte befolgt werden sollten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von RandomName22
06.07.2016, 00:52

Die 3. kam ziemlich unerwartet ich sehe Selbstmord definitiv nicht als eine Möglichkeit an. 

0

Möglichkeiten finden sich immer - musst nur den passenden Therapeuten finden und wenigstens zwei Jahre mitarbeiten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das kann nicht sein. Eine gute stationäre behandlung in verbindung mit ambulater therapie hilft immer. Man muss es selbst klar auch wollen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

* Ich meine ANschlugen. Bzw wenn nichts davon geklappt hat.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung