Frage von haselnusskatze, 74

Welche Möglichkeiten habe ich rechtlich gesehen?

Hallo liebe Community!

Ohne lange Vorrede will ich gerne mein Problem schildern:

Seit dem 24.02 diesen Jahres bin ich in einem neu eröffneten Restaurant eingestellt. In meinem Arbeitsvertrag sind dabei 160 Stunden festgelegt. Da mein momentaner Arbeitgeber aber anscheinend nur flüchtig vom Wort "Personalplanung" und "Management" gehört hat, ist es dazu gekommen, dass wir völlig überbesetzt sind und er mir die 160 Stunden doch nicht geben kann.

Soweit so gut. Hier noch kein wirklicher Grund sich aufzuregen, das geschieht halt.

Nun möchte er meine Stundenanzahl vertraglich verändern, doch nach mehreren Gesprächen konnte ich nicht in Erfahrung bringen welche Stundenzahl ihm vorstrebt. Und was das Ganze nur noch absurder macht, ist die Tatsache, dass er von mir verlangt meinen bereits bestehenden (UNTERSCHRIEBENEN) Vertrag auf die Arbeit mitzubringen, damit er diesen nachträglich "korrigieren" kann. Dies habe ich ihm natürlich verweigert und erklärt, dass ich theoretisch unter den Umständen bereit wäre mich auf einen neuen Vertrag zu einigen, aber selbstverständlich einen komplett neuen möchte, um selbst zu entscheiden ob ich mit den neuen Konditionen auch weiterhin angestellt sein will. Dies scheint er nicht begreifen zu wollen und übt immensen Druck auf mich aus den bereits unterschriebenen Vertrag mitzubringen. Seriös ist definitiv anders.

Derweil haben sich meine Stunden natürlich schon deutlich reduziert (es waren im März 133 statt der vereinbarten 160) und es werden noch weniger. Ein anderes Mädchen, das nur 2 Wochen eingestellt gewesen ist und ebenfalls 160 Stunden im Vertrag festgelegt hatte, hat der Chef einfach plötzlich nicht mehr eingeteilt und ich habe nun natürlich Sorge, dass mir dasselbe wiederfährt.

Meine Fragen sind nun:

  1. ist mein Arbeitgeber dennoch dazu verpflichtet mir die 160 Stunden zu bezahlen, da diese Stundenanzahl vertraglich festgelegt ist und
  2. was kann ich tun wenn er mir keinen neuen Vertrag zum Unterschreiben vorlegt und meine Stunden einfach so weiter streicht?

Ich danke jedem, der sich meine Frage ganz durchgelesen hat und bedanke mich schon im voraus für jede hilfreiche Antwort!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo haselnusskatze,

Schau mal bitte hier:
Recht Arbeitsvertrag

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von tapri, 40

1. ja muss er, denn es sind 160 Stunden vereinbart. Also muss er dich 160 Stunden beschäftigen. Kann er das nicht, ist es sein Problem

2. da du in der Probezeit bist, könnt ihr beide jederzeitig das bestehende AV kündigen. Also den alten Vertrag, und einen neuen machen. Oder suchst dir gleich was neues (es werden überall Hotelfachleute gesucht) denn du scheinst nichts von deinem Chef zu halten und mangelndes Vertrauen ist keine gute Basis für ein angenehmes Betriebsklima.

Alles Gute

Kommentar von haselnusskatze ,

Vielen Dank für deine schnelle Antwort! :)

An sich mag ich meinen Chef tatsächlich, aber Sympathie natürlich kein Brot auf den Teller. Selbstverständlich bin ich bereits auf der Suche nach einer neuen Stelle, weil ich mir nicht vorstellen kann wie das ein gutes Ende nehmen soll, denn egal wie nett er erscheint er weiß einfach nicht ein Geschäft zu führen.

Es geht halt auch um die Übergangszeit, bis ich einen neuen Job habe, was natürlich nur eine Woche dauern kann (ich muss mich ja selbst wenn ich kündige an die Kündigungsfrist von 2 Wochen halten) oder aber 2 Monate.
Meine Angst beruft sich auf der Vorstellung, dass er mich dann einfach nicht einsetzt und denkt den Lohn nicht zahlen zu müssen (was er bei der ehemaligen Kollegin auch tat und nicht eine Klage vom Arbeitsgericht am Hals hat. Nur weiß ich nicht wie lange es dauern kann, bis eine solche Klage durch ist und man sein Gehalt sieht)

Kommentar von tapri ,

Du siehst die Problematik richtig. Sprich mit ihm und erkläre ihm genau welche Möglichkeiten ihr habt. Auch bzgl. der Stunden. Sag ihm, dass er dich einteilen kann für 160 Std. und wenn er dich nicht braucht, dann ist das sein "Vergehen" sind deines, deshalb muss er 160 bezahlen. Neuer Vertrag mit 130 Stunden auch ok (aber nur NEUER Vertrag, oder Zusatzvereinbarung dass sich die Anzahl der Stunden ändern und das Gehalt, aber alle anderes Punkte des AV bestehen bleiben).

Antwort
von Pudelwohl3, 39

Es liegt im Verantwortungsbereich Deines Arbeitgebers, Dich im vereinbarten Umfang zu beschäftigen.

Oder anders gesagt: Du könntest darauf pochen, im vertraglichen Umfang beschäftigt zu werden, Du hast Anspruch auf entsprechende Vergütung und Du müsstest - wenn im Vertrag nichts anders geregelt ist - auch nicht irgendwelche Stunden nacharbeiten.

Dass Dein Chef nicht erfreut sein dürfte, wenn Du ihn auf diesen Umstand hinweist (den man Annahmeverzug nennt), dürfte aber auch zu erwarten sein. 

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