Frage von MiniMaxiStreet, 32

Welche Möglichkeiten gibt es Kind von Erziehungsschule auf Regelschule zurück zu beschulen?

Hallo,

mein Sohn geht derzeit in die 7. Klasse auf einer Erziehungsschule. Auf die Erziehungsschule ist er gekommen, da er psychisch sehr unter der Gewalt und der Vernachlässigung seiner leiblichen Mutter gelitten hat. Ich habe ihn als Vater aufgrund der Gewalt zu mir geholt und das Recht erkämpft, dass er in meiner Obhut aufwächst. Nun hat er aber bereits seit mehreren Jahren ein geregeltes Umfeld und meine Freundin und ich kümmern uns liebevoll um ihn. Nur werden wir von der Schule weiterhin als asozial angesehen, obwohl meine Freundin an der Universität studiert und wir in allen Belangen unseres Sohnes hinterher sind und um ihn kämpfen. Nur weil ein Erwachsener in seiner frühen Kindheit große Fehler gemacht hat, kann das Kind doch dafür nicht bestraft werden.Es ist quasi eine Bestrafung fürs Leben, wofür doch diese kleine Kinderseele überhaupt nichts kann. Er hat das Potenzial dazu den Hauptschulabschluss zu schaffen.

Er hat sich sehr positiv entwickelt und ist zu einem ehrgeizigen Schüler herangewachsen. Er soll nun bis zur 8ten Klasse die Schule weiterhin besuchen, und danach ein BVJ beginnen, da nach der 8ten Klasse die Schulpflicht für ihn endet, aufgrund dessen, dass er damals gar die erste Klasse wiederholen musste, weil er so vernachlässigt wurde.

Wir möchten aber, dass er soviel Schule wie möglich macht und in seiner Schullaufbahn den Hauptschulabschluss erreicht. Er hat durchgängig gute Noten, insgesamt einen Schnitt von 2,2. Lediglich in Mathe hat er Probleme. Dies stellt aber kein Problem für uns da, da er nun auch regelmäßig zusätzlich Förderunterricht speziell in Mathe abseits der Schule erhält und privat von uns finanziert bekommt. Die Erziehungsschule will ihn aber nach der 7ten Klasse nicht gehen lassen, weil sie der Meinung ist, er könne einen Hauptschulabschluss nicht schaffen. Wir sind empört darüber, wie man so urteilen kann, obwohl dem Jungen noch nicht mal die Chance gegeben wird, es zu versuchen. Er ist sehr ehrgeizig und strebt auch immer nach guten Leistungen. Er hat in Geschichte und Geographie eine 1, in Deutsch, Physik, Biologie eine 2, Chemie steht er auf 2,5 und in Mathe derzeit eine 4. Auf eine 3 schafft er es mit Sicherheit noch bis zum Ende des Schuljahrs. Von mehreren Seiten wurde bereits mündlich uns immer mitgeteilt, dass der Junge nicht mehr auf diese Schule gehört. Aber was nützt uns das, wenn am Ende der Schulleiter und die Lehrer es verweigern, sie sitzen am längeren Hebel. Wir haben mehrere Gespräche geführt, seitdem er auf der Schule ist und wir wurden immer vertröstet und am Anfang wurde uns aufgetischt, dass er an der Erziehungsschule den Hauptschulabschluss machen könne. Einmal diesen Stempel auf der Stirn und man hat für immer keine Chance mehr zurückbeschult zu werden? Das kann doch nicht sein, jeder hat doch ein Recht auf Bildung.

Kennt jemand Möglichkeiten wie wir dem Kind helfen können eine geregelte Bildung zu erhalten?

Viele liebe Grüße,

MiniMaxiStreet

Antwort
von haufenzeugs, 8

an der stelle müsst ihr erstmal eine Regelschule finden die dein Kind aufnehmen würde. An dieser Stelle wäre zu empfehlen, die ganze Chose komplett durchzulaufen und das Kind bis zur 8 in der Schule zu lassen, es die Prüfungen für den Hauptschulabschluss schreiben zu lassen und in der Zwischenzeit mit der Regelschule und dem Schulamt gemeinsam vorzubereiten, dass Kind in der 9 entweder in die Regelschule übernommen wird oder die 8 an der Regelschule wiederholt. Immerhin kommt er von einer Sonderschule, die qualitativ einer Regelschule nicht gleichgestellt wird.

Lass dich beraten und geh zur Not auch mit einem Anwalt in Kontakt.

Antwort
von TorDerSchatten, 20

Elternwille geht immer vor. Sie können ihn nicht mit Gewalt an der Schule behalten, informiert euch mal unabhängig bei einem Schullaufbahnberater. Einen solchen gibt es in jedem Landkreis.

Meines Wissens ist eher der Knackpunkt, daß ihn eine Hauptschule aufnimmt (dann in die 9. Klasse), wenn der Aufnahmeantrag entschieden ist, kann die Schule die er verlässt, doch gar nichts dagegen sagen!

Es gibt auch noch andere Möglichkeiten, den Hauptschulabschluß nachzuholen. Man kann auch als Externer an den Prüfungen teilnehmen! (das erklärt euch der Schulberater).

Wenn die Schulpflicht erfüllt ist, kann er machen, was er möchte! Auch in einer Berufschulgrundklasse kann ein Hauptschulabschluß erreicht werden.

Auch die Berufsberater vom Arbeitsamt wissen, welche Möglichkeiten es gibt. Laßt euch nicht verunsichern und holt euch neutrale Informationen.

Seine Noten hören sich gut an und bei entsprechendem Engagement in einem Praktikum, das seinen Neigungen entspricht, wäre es problemlos möglich, eine Ausbildung zu machen. Es gibt vom Arbeitsamt auch ausbildungsbegleitende Hilfen (kostet nichts), die einen schwachen Schüler von Anfang an in der Berufschule unterstützen.

Und mit einem Gesellenbrief in einem Handwerksberuf geht es ja dann auch weiter

Antwort
von beangato, 19

Ihr könntet Euch ans Schulamt wenden.

Mein Kind durfte nach der 6. Klasse nicht mal mehr die Erziehungsschule besuchen, da ich mich weigerte, es in eine Psychiatrie zu schicken oder Tabletten einnehmen zu lassen.

Mein Kind hat trotzdem nach dem BVJ eine Ausbildung aufnehmen können, in der es den erweiterten Haupschulabschluss erwarb und gleichzeitig den Berufsabschluss.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten