Frage von marlbohoe, 83

Welche Möglichkeiten gibt es anstelle von Therapie?

Ich bin seit Donnerstag in einer psychosomatischen Klinik wegen Angst- und Zwangsstörung. Eigentlich wollte ich von Anfang an nicht hin und bin nur mitgefahren, weil mir vom Jugendamt mit psychiatrischer Zwangseinweisung gedroht wurde. Ich bin weder für mich selbst noch für andere eine Gefahr und bin lediglich in den letzten Monaten nicht mehr zur Schule gegangen. Die Klinik ist - wie erwartet - der Horror. Ich durfte aber von meinen Eltern aus nicht sofort wieder mit nach Hause und muss jetzt eine Probewoche bleiben. Danach KANN ich gehen - zwingen hier zu bleiben dürfen sie mich nämlich nicht. Wenn ich dann wieder Zuhause wäre, würde das Jugendamt aber darüber informiert werden müssen. Und was dann passiert, weiß ich nicht. Die Klinik ist 600 Kilometer weit entfernt von dort, wo ich wohne; meine Eltern sind also nicht in greifbarer Nähe. Ambulante Therapien gibt es nur mit bis zu einem Jahr Wartezeit und ansonsten weiß ich nicht, was ich noch machen kann. Bitte sagt nicht, ich soll es durchziehen. Etwas, wogegen man sich von Anfang an wehrt, kann und wird nicht erfolgreich sein. Welche Möglichkeiten gibt es für mich? Hat jemand Erfahrung mit sowas? Was kann ich tun?

Antwort
von Sanja2, 39

Fühlst du dich wohl so wie dein Leben gerade läuft? Dir ist bewusst, dass das Jugendamt und deine Eltern hochgradigen Stress machen werden. Vielleicht werden deine Eltern dem Jugendamt sagen, dass sie dich in eine Wohngruppe stecken sollen, weil deine Eltern dir nicht mehr helfen können. Du kannst jetzt natürlich sagen, mir gehts doch gut wie es ist, mein Problem sind die Anderen. Stimmt, aber das gehört auch zum wohl fühlen. Du wirst den Druck der Anderen nicht ändern können und somit wird es dir auch nicht gut gehen. Also überleg bitte was du ändern möchtest und wie das klappen kann.

Du hast übrigens recht, dass die Klinik nichts bringen wird solange du nicht mitmachen willst und solange du nichts ändern willst.

Kommentar von marlbohoe ,

Ich möchte etwas ändern, aber das kann ich nur, wenn ich mein Entlassungsdatum kenne. Das dient mir als Ziel.

Kommentar von Sanja2 ,

Das Entlassdatum hängt von deinen Fortschritten ab und nicht von einem festgelegten Zeitraum. Der Zeitraum bis die Fortschritte ausreichen sinkt erheblich dadurch das du dich auf das was da passiert einlässt. Übrigens ist Therapie nie schön, sondern sch... anstrengend. Therapie funktioniert nur indem man sich den Ängsten stellt und sie auch mal aushalten muss. Es ist kein zuckerschlecken und es kommt nicht drauf an, dass du dich wohl fühlst, sondern das du hart arbeitest.

Antwort
von hertajess, 23

Es ist durchaus Absicht dass die Klinik so weit weg ist. 

Wenn sie ein Kontaktverbot vorschlagen lasse Dich bitte darauf ein.Du magst es jetzt nicht einsehen oder verstehen, aber es hat gute Gründe. Ich kenne viele Menschen, die meisten erwachsen, denen ein Kontaktverbot sehr gut getan hat auf dem Weg hin zu sich selbst. 

Ich bin da ganz gewiss nicht die einzige Person die Dir schriftlich geben kann dass es keine spannendere Reise gibt als die zu sich selbst. Mit entsprechenden Berichten lassen sich Bibliotheken füllen. Sie ist anstrengend. Das ist klar. Denn es ist nötig viel alten Ballast abzuwerfen der die Teilnahme am friedlichen Leben behindert. Auch Das magst Du jetzt noch nicht verstehen. 

Aktuell kannst Du Dich selbst in einem dunklen Tal vorstellen. Du magst den Bach der sich in die Schlucht stürzt schön finden, die Pflanzen und Tiere. Diese Umgebung hat sicherlich auch ihren eigenen Reiz. So lange Du aber nicht die Füße aus diesem Tal heraus bewegt hast kannst Du nicht beurteilen wie es ist außerhalb zu leben. Die Klinik ist Dein Wegführer. Nutze sie. 

Kommentar von marlbohoe ,

Nein, ich habe keine Kontaktsperre. Ich bin in einer psychosomatischen Klinik wegen Zwangsstörung und Angst vor Ansteckung. Momentan sind fast alle hier krank und ich kann nicht mehr. Hier sind zu 90% Essgestörte und ständig hat jemand Bauchschmerzen oder fühlt sich unwohl. Die Therapeuten können mir da nicht helfen. Und das macht so keinen Sinn. Was soll ich tun?

Kommentar von hertajess ,

Oh. Da bist Du ja wunderbar gelandet. Wo bist Du denn? Herrenalb, Isny fallen mir spontan ein. Halt wenn Du von Esssucht schreibst. 

Die stecken Dich nicht an. Sucht ist keine ansteckende Krankheit. Das steht schon mal fest. 

Wir sind tatsächlich grundsätzlich sehr auf Hygiene bedacht. Ich kann mir gut vorstellen dass vor allen Dingen die Magersüchtigen - Anorexia nervosa - wegen Bauchweh jammern weil sie jetzt eben erst mal nach Plan essen müssen. Höre ihnen zu. Sie werden Dich mit Worten beschenken. 

Schaue ihnen zu wie sie sich benehmen. Überlege ob es Parallelen zu Deinem Verhalten gibt. Nützlich ist hier regelmäßig Tagebuch von Hand auf Papier zu führen.

Esssucht ist tatsächlich zunächst mal eine Angst vor Leben, Menschen, Existenz. Oft ist auch ein Ekel vor unhygienischem Essen der Anfang für eine Magersucht. Wird dann aber gerne verdrängt. 

Mir scheint, so ganz verkehrt bist Du da nicht. Und dass Du Dich da fehl am Platz fühlst - Was glaubst Du wie viele Menschen ich in diesem Zustand am Anfang in so einer Klinik schon erlebt habe? Ich fange jetzt nicht an zu zählen aber das kann vierstellig werden. 

Es gibt ein geheimes Glaubensbekenntnis der Chemiker: 

Am Anfang war das Chaos. Durch Es ist Alles entstanden. 

Du stehst am Anfang. Du stehst vor Böhmischen Dörfern die Dich womöglich abstoßen, anekeln. Du fühlst Dich fehl am Platz. 

Schaue bei youtube nach dem Sonnengeflecht. Erlerne es. Geht schnell. Und dann nutze es. Nutze es um Deine Sinne für diese Umgebung zu öffnen. Und dann erkläre Deinem Therapeuten Was Du erlebst. Sage ihm auch ehrlich dass Du das Sonnengeflecht nutzt. Er müsste es kennen. 

Die Menschen die da arbeiten haben lange studiert. Sollten sie zum Ergebnis kommen dass Du da falsch bist fällt ihnen auch ein angemessener Platz für Dich ein. 

Antwort
von putzfee1, 48

"Bitte sagt nicht, ich soll es durchziehen."

Das ist das Einzige, was dir überhaupt helfen kann. Oder willst du wirklich ewig mit deinen vielen Ängsten weiter leben, die dein Leben dermaßen beeinträchtigen und beschränken? Gefällst du dir in der Rolle des Opfers? Wenn ja, dann lass das mit der Therapie und lass dir dein Leben weiter von den Ängsten versauen.

Wenn du bereit bist umzudenken und dir helfen zu lassen (was die User her auf GF nicht können, egal wie oft du deine Fragen noch stellst!), dann mach die Therapie und freu dich auf eine bessere Zukunft.

Du hast jetzt eine Woche Zeit zum Nachdenken... nutze sie gut!

Kommentar von marlbohoe ,

Ja, ich MÖCHTE meine Ängste therapieren, aber NICHT HIER. Wollte ich von Anfang an nicht. Das Einzige, womit ich mich in stationärer Therapie beschäftige, ist meine Entlassung. Es macht mich irre, nicht zu wissen, wann ich wieder heim kann. Hier wird unendlich getriggert und ich könnte eigentlich tun und lassen, was ich will. (Hier fragen! Krankheiten googlen! etc.) und DAS ist definitiv NICHT mein Ziel. (Abgesehen davon, dass Emetophobie nicht heilbar ist. ;-))

Kommentar von putzfee1 ,



"Abgesehen davon, dass Emetophobie nicht heilbar ist"

Heilbar möglicherweise nicht, aber man kann durch eine Therapie lernen, besser damit umzugehen und klar zu kommen.

Warum kann ich dir irgendwie nicht glauben, dass du überhaupt bereit bist, eine Therapie zu machen? Ich hatte bei dir von Anfang an das Gefühl, dass du es dir in deiner Erkrankung gut eingerichtet hast und dass du da gar nicht wirklich raus willst. Deine Erkrankung ist scheinbar das Einzige, was dich überhaupt noch beschäftigt, sie ist zu deinem Lebensinhalt geworden, und den willst du dir gar nicht wegnehmen lassen.

Leider hast du vergessen (oder nie gelernt) dass das Leben sehr viel wertvollere und angenehmere Inhalte zu bieten hat... wenn man denn bereit ist, die Chance zu ergreifen, die sich einem bietet. Du bist dazu aber offenbar nicht bereit. 

Wenn das so ist, dann leb weiter in deinem Luftschloss aus Ängsten und Zwängen.... oder lass dir helfen. Es ist deine eigene Entscheidung.


Kommentar von marlbohoe ,

Wenn ich nicht wollte, dass mir geholfen wird, wäre ich nicht hier. Krankheit fühlt sich nie gut an und Emetophobie ist das allerletzte, also unterstell mir bloß nicht, dass ich es gut fände. Ich wollte(!) von Anfang an in eine Psychiatrie. Jetzt bin ich in der Psychosomatik und das halte ich für vollkommen sinnfrei. Ich werde getriggert, fühle mich unwohl, kann nichts mit dem Konzept anfangen und - und das ist am allerschlimmsten: ich weiß nicht, wann ich wieder ENTLASSEN werde. Und ja, das IST wichtig für mich. Allein die Vorstellung, hier monatelang zu "wohnen" ist der Horror. Niemand kann mir sagen, wann meine Entlassung ungefähr ist und ich kann es nicht beeinflussen. Die Meisten sind schon 12 Wochen hier und ich habe das Gefühl, ich komme nie wieder hier weg.

Kommentar von putzfee1 ,

"Wenn ich nicht wollte, dass mir geholfen wird, wäre ich nicht hier."

Und was ist damit:

"Eigentlich wollte ich von Anfang an nicht hin und bin nur mitgefahren, weil mir vom Jugendamt mit psychiatrischer Zwangseinweisung gedroht wurde." 

"Die Klinik ist - wie erwartet - der Horror."

Klar. Du bist mit dieser negativen Erwartung hin gegangen und siehst dich jetzt bestätigt.... weil du gar nichts anderes sehen willst!

Wie es scheint, ist es dein einziges Ziel, dort wieder heraus zu kommen. Eine Therapie ist dir offensichtlich nicht wichtig:

"ich weiß nicht, wann ich wieder ENTLASSEN werde."

Das hängt von den Fortschritten ab, die du machst.

"Niemand kann mir sagen, wann meine Entlassung ungefähr ist und ich kann es nicht beeinflussen."

Doch, kannst du... indem du aktiv bei der Therapie mit machst und dich nicht gegen alles sperrst.

Du widersprichst dir selber und suchst nach Ausreden. Tut mir leid, das kann ich so nicht gelten lassen. Noch mal: entweder du lässt dir helfen und wirkst aktiv mit, dass es dir besser geht, oder du hängst bis ans Ende deines traurigen Lebens in diesen Ängsten und Zwängen. Es ist deine eigene Wahl.

Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

Kommentar von marlbohoe ,

Ich möchte etwas ändern, aber das kann ich nur, wenn ich mein Entlassungsdatum kenne. Das dient mir als Ziel. Es ist mir egal, ob das der 20.12. wird oder der 20.2. Hauptsache einen - vielleicht auch nur groben - Anhaltspunkt. Das brauche ich. Und übrigens arbeiten hier alle gut mit und sind trotzdem lange da.

Kommentar von putzfee1 ,

Es kann dir aber jetzt niemand sagen, wann dein Entlassungsdatum sein wird. Das können die Ärzte nur mit der Zeit anhand deines Therapieerfolgs beurteilen. Und der hängt wesentlich davon ab, inwiefern du bereit bist, dich auf die Therapie einzulassen und mit zu machen. Du hast es also selber in der Hand. 

Kommentar von voayager ,

als wenn es wichtig wäre, wann man entlassen wird, wichtig allein ist der therapeutische Heilprozeß undf nix anderes.

Antwort
von voayager, 24

Du hast stets und immer zu eine Ausrede parat, duckst dich weg, statt dich dem Leben zuzuwenden, statt dich weiter zu entwickeln, statt dich zu sanieren.. Du betreibst lediglich eine Leidenskoketterie plus medizinisches Selbststudium das ist aber auch schon alles.

Vielleicht sollte man dich zwangspsychiatrisieren, denn du bist z.Z. nur ein bloßer Nichtsnutz, der Scherereien macht, nicht seinen OPflichten nachkommt, lediglich rumlungert! . An allem hast du was auszusetzen, man kann es dir nicht recht machen.

Dein Verhalten ist mit Verlaub gesagt z.Z. regelrecht abstoßend.

Kommentar von marlbohoe ,

Mach dir um mich mal keine Sorgen. :-)

Kommentar von voayager ,

Ich mach mir keine Sorgen, ich bin ganz einfach angewidert über solch ein destruktives Verhalten.

Antwort
von Selits, 48

Therapie ist das einzige was in der lage ncoh hilft

Kommentar von marlbohoe ,

Lies den Text.

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