Frage von ipsena, 61

Welche Medikamente helfen gegen Verklumpen roter Blutkörperchen,keine Betablocker!?

Antwort
von garfield262, 47

Moin,

zunächst den einfacheren Teil deiner Frage: Betablocker sind Medikamente, die an bestimmten Rezeptoren von Zellmembranen wirken (den Betarezeptoren). Diese sind Teil des sogenannten sympathischen Nervensystems; dem Teil des Nervensystems, der den Körper in Alarmbereitschaft versetzt. Werden diese Rezeptoren blockiert, kommt es entsprechend zu einer Senkung der Herzfrequenz, des Blutdrucks, z.T. zur Verengung von Bronchien und so weiter. Betablocker haben nichts mit der Blutgerinnung zu tun.

Nun der etwas kompliziertere Teil, die Blutgerinnung:

Die Blutgerinnung (fachsprachlich Hämostase) wird in zwei Teile untergliedert, die primäre und die sekundäre Hämostase.

Die primäre Hämostase besteht aus mehreren Systemen. Zunächst verschließen sich die verletzten Gefäße, in dem sie sich zusammenziehen, wodurch der Blutverlust langsamer vonstatten gehen soll. Zudem kommt es zur Aktivierung von Thrombozyten, den Blutplättchen. Diese haften durch verschiedene Mechanismen aneinander vermindern so weiter den Blutfluss im verletzten Streckenabschnitt.

Über weitere Mechanismen wird dann die sekundäre Hämostase, die sogenannte plasmatische Blutgerinnung aktiviert. Diese ist sehr kompliziert und verläuft in verschiedenen Etappen; beteiligt sind die sogenannten Gerinnungsfaktoren. Zusammen mit den aggregierten Thrombozyten bilden sie einen Thrombus aus, welcher die Wunde verschließt und so einen Heilungsprozess ermöglicht.

Wie du siehst, sind rote Blutkörperchen (Erythrozyten) nicht direkt an der Blutgerinnung beteiligt. Sie werden allerdings beim Vorbeiströmen von den Fibrinnetzen aufgefangen und bilden so den Thrombus passiv mit aus.

Die Frage ist nun: Wie hemmt man die Blutgerinnung? Hierzu unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei eingesetzten Substanzklassen, den Thrombozytenaggregationshemmern (TAH, Hemmstoffe der primären Hämostase) und den Antikoagulantien (Hemmstoffe der sekundären Hämostase).

Ein klassischer TAH ist Acetylsalicylsäure (ASS), welches über die Hemmung von Cyclooxygenase (COX) und damit durch die Hemmung weiterer Mediatoren wie Thromboxan A2 die Aggregation (Verklumpung) von Thrombozyten hemmt. Üblicherweise ist die Dosierung in dem Fall 100 mg ASS pro Tag. Es gibt allerdings noch diverse weiterer Stoffe wie Clopidogrel, Prasugrel oder Ticagrelor (ADP-Antagonisten), Eptifibatid und Tirofiban (GPIIb/IIIa-Antagonisten).

Unter den Antikoagulantien findet sich u.a. der sehr weit verbreitete Wirkstoff Phenprocoumon, besser bekannt unter dem Handelsnamen Marcumar®. Auch hier gibt es allerdings noch eine Vielzahl weiterer Wirkstoffe wie Warfarin, Rivaroxaban, Apixaban, Heparin und so weiter.

Tatsächlich gibt es doch Effekte, bei denen sich rote Blutzellen zusammenschließen, z.B. das Rouleaux oder bei dem in der Labormedizin durchgeführten Antikörpersuchtest. Ich denke allerdings nicht, dass du in deiner Frage auf diese Spezialfälle abgezielt hast.

Fazit: Ich vermute, dass du mit deiner Frage am ehesten auf Wirkstoffe wie ASS und Ticagrelor abgezielt hast, auch wenn diese nicht die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sondern die Blutplättchen (Thrombozyten) hemmen. 

Konnte ich deine Frage soweit verständlich beantworten oder ist noch etwas offen? In dem Fall frag gern nochmal nach.

Lieben Gruß ;)

Expertenantwort
von Pangaea, Community-Experte für Gesundheit, 29

Es gibt zwei große Gruppen von gerinnungshemmenden Medikamenten:

Die Plättchenhemmer wie ASS oder Clopidogrel, und die Hemmstoffe der plasmatischen Gerinnung wie Marcumar, Heparin oder die modernen oralen Antikoagulantien (Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban).

Plättchenhemmer gibt man mehr zur Vorbeugung von Gerinnseln in Arterien, die Hemmstoffe der plasmatischen Gerinnung zur Vorbeugung und Behandlung von venösen Gerinnseln.

Ausnahme ist das Vorhofflimmern, das ist zwar arteriell (Schlaganfallrisiko), aber da gibt man die Hemmstoffe der plasmatischen Gerinnung.

Antwort
von Sunnycat, 27

Das weiß der Arzt am besten.

Antwort
von Mikkey, 20

Nein, Betablocker nicht.

Aspirin, Marcumar ...

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community