Frage von demografie2016, 83

Welche Massnahmen werden von der politischen Seite gegen den demografischen Wandel ergriffen?

Welche Ideen hat die Politik, um den demografischen Wandel entgegenzuwirken? Welche wurden bereits schon umgesetzt? (weltweit nicht nur Deutschland)

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 9

Das ist ein Thema, das mindestens in einem Aufsatz beantworten werden müsste. Dazu ist hier nicht der Ort.

Grundsätzlich: "Demographischer Wandel" ist ein historisches Phänomen, das in allen Epochen zu beobachten ist.

Ab wann sollte oder muss "die Politik" dagegen etwas unternehmen? Nur bei schrumpfender oder bei Überbevölkerung?

Dass allgemein die Weltbevölkerung in rasantem Maße ansteigt, ist bekannt. Schon heute gibt es enorme Probleme, immer mehr Menschen ausreichend mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen. Mit Aufklärungskampagnen und der Vermittlung von Kenntnissen über Verhütung versuchen Regierungen und Hilfsorganisationen, entgegenzusteuern - bisher mit geringem Erfolg. Selbst diktatorische Regime wie China haben mit ihrer "Ein-Kind-Politik" aus vielerlei Gründen Schiffbruch erlitten. Ein Problem von vielen ist die Tatsache, dass gerade die ärmere Bevölkerung mit hoher Geburtenrate keine Möglichkeiten haben, Verhütungsmittel zu finanzieren.

In wohlhabenderen Ländern wie in Europa, natürlich auch in Deutschland, ist für alle Schichten die Empfängnisverhütung finanzierbar. Aus diesem wie auch aus anderen Gründen schrumpft die Bevölkerung. Finanzielle Anreize wie z. B. hohes Kindergeld, der Ausbau der Kinderbetreuung, steuerliche Vorteile sind insbesondere für Menschen mit ausreichendem Einkommen keine Anreize, sich mit der Erziehung von Kindern zu belasten. Das ist ein Mentalitätsproblem, auf das "die Politik" wenig Einfluss hat. Die Entscheidung für oder gegen Kinder ist ein Menschenrecht, in das ein freiheitlich-demokratischer Staat nicht regulierend eingreifen darf!

In Europa entscheidet also die Bevölkerung vornehmlich selbst darüber, ob sie wächst oder schrumpft. Gewiss, sie schrumpft derzeit, aber ist das ein Grund für "die Politik", einzugreifen? Kann Deutschland nicht auch mit 70 Mio. Menschen gut leben? Jedenfalls wäre die Aufnahme von Migranten, wie sie von verschiedenen politischen Seiten befürwortet wird, eine Möglichkeit, den Bevölkerungsstand zu erhalten. Aufgrund der schrumpfenden Bevölkerung entstehen zugleich ökonomische, sozialpolitische und andere Herausforderungen, die auch Auswirkungen auf die Ausgestaltung einer Einwanderungspolitik haben werden.Da bleibt der Politik soviel Arbeit zu tun, dass man sie hier nicht ausführlich darstellen kann.

Zum Schluss noch ein Lesetipp (auch als PDF herunterladbar):

MfG

Arnold

Antwort
von Dxmklvw, 6

Global betrachtet gar keine, weil nach wie vor alles das gefördert wird, was den zunehmenden demografischen Wandel mit verursacht.

Es wird lediglich auf die Folgen dieses Wandels reagiert, und das in den meisten Bereichen auch noch auf widersinnige Weise.

Zunehmender Sozialabbau bringt zwar Erleichterungen für das Gesamtsystem in anderen Bereichen, verursacht aber gleichzeitig, daß noch weniger Motivation für mehr Kinder besteht.

Noch mehr Technisierung hat nicht berücksichtigt, daß es die falschen Leute sind, die an den Schalthebeln der Nutzung dieser Technik sitzen, so daß auch die für den Erhalt der Sozialität wichtige Eigenschaften verloren gehen und stattdessen hohe Arbeitslosigkeit, beruflicher Streß, Verödung der Innenstädte usw. weitere Bestandteile sind, die nicht zum Zeugen von Kindern motivieren.

Abtreibungen auch aus sozialen Gründen auf der einen Seite und der Import von Zuwanderern (bevorzugt solche mit sog. Elite-Berufen) auf der anderen Seite bewirken Verschiebungen des Problems, aber keine Lösung, sondern langfristig eher eine weitere Verschlimmerung.

Auch die Erhaltung natürlicher Resourcen, die wichtig für die Grundbedürfnisse sind und ebenso wichtig für das Weltklima, wird grob vernachlässigt, wobei tatsächlich stattfindende Umweltmaßnahmen entweder erst kommen, nachdem der Zug bereits abgefahren ist, oder solche Maßnahmen überwiegend nur Tünche sind.

Global betrachtet passiert das, was mit einem einstürzenden Haus passiert, wenn man auf die Idee kommt, noch schnell die Zimmer neu zu tapezieren - es stürzt trotzdem ein, und wenn die Medien dann großartig von "Haus gerettet durch Tapezieren" berichten würden, dann wäre es ähnlich dem, was weltweit bzgl. des demographischen Wandels oder auch des Umweltschutzes geschieht.

Zwar gibt es auch große Nationen, in denen der demografische Wandel kein Thema ist, doch das als positiv zu betrachten, wäre überwiegend ebenfalls ein Trugschluß.

Wo Überbevölkerung zum Problem wird (auch in kinderreichen Nationen), da ist es kein praktikabler Ausweg, ein Zuviel an Menschen dort anzusiedeln, wo schon alle Räume besetzt sind oder aus anderen Gründen unbrauchbar sind.

Ebenso ist es blauäugig, auf den Kinderreichtum in manchen Nationen zu hoffen, wenn gleichzeitig überdeutlich zu sehen ist, daß die erforderlichen Lebensgrundlagen stetig mehr zerstört werden.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 28

was soll ein demografischer wandel sein? wenn Menschen aufgrund von steigendem wohlstand weniger kinder bekommen, was sol die Politik da tunß und warum soll das ein politisches Problem sein? das ist im kern eine höchstpersönliche entscheidung von Individuen.

Antwort
von MonkeyKing, 20

Steuerliche Vergünstigungen für Familien mit vielen Kindern, subvention von Kindergartenplätzen, Investition in Schule und Ausbildung, Elterngeld und Elternzeit. Auf der anderen Seite (bei Überbevölkerung) wurde in China vor langer Zeit die 1-Kind Gesetzgebung eingeführt welche vor kurzem auf 2-Kinder gelockert wurde. Steuerung von Migration.

Antwort
von Skinman, 23

Es gibt da Pläne über eine maximale Lebensdauer. In Fortsetzung der Rente mit 67 werden Rentner in Zukunft an ihrem 70. Geburtstag exekutiert.

Umgekehrt wird Merkel zugleich eine Zucht-Organisation aufbauen ("Bundesjungfernstelle"), wo Frauen künftig mit 18 als erstes zum Ausbrüten eines Kindes für Deutschland zwangsverpflichtet werden. Quasi freiwillige soziale neun Monate.

Antwort
von hutten52, 31

In D fast nichts. Seit 1970 ist es fast ein Tabu. Man hat törichterweise Angst, mit den Nazis und ihrem Mutterkreuz in einen Topf geworfen zu werden.

Andere Länder sind vernünftiger. Frankreich fördert die Dreikinderehe dadurch, dass man ab dem dritten Kind fast keine Steuern mehr bezahlt. Ein guter Ansatz, denn durch (teure) Kindererziehung finanziert man ja die Altersversorgung der Kinderlosen mit.

Die Geburtenrate in F ist deutlich höher als in D, etwa 2,0 gegen 1,3. In F ist jede Generation also ungefähr gleich groß wie die vorherige, in D nimmt jede Generation um ein Drittel ab. Alle 30 Jahre also ein Drittel weniger. Wozu das führt, kann sich jeder ausrechnen. 

Kommentar von atzef ,

Vielleicht sollten wir einfach auch mehr Mirganten aus Nordafrika aufnehmen? Die produzieren den geburtenüberschuss in Frankreich quasi alleine. :-)

Kommentar von suziesext10 ,

Frau Merkel hat dich schon erhört und läßt nun Migranten aus Nord- und Zentralafrika direkt einfliegen, aus Italien. Es sind Zahlen von erstmal ca 75000 im Gespräch.

Kommentar von atzef ,

Wieder so eine dümmlich-verlogene rechte Scheißhausparole ohne Beleg. Wie kann man sich nur mit aller Macht immer selber derart blamieren wollen?

Kommentar von hutten52 ,

Warum nur werden die Leute von der Willkommensszene mit ihrer angeblich überlegenen Moral oft so ordinär und beleidigend?

Kommentar von suziesext10 ,

@hutten52  weil: "Edler Fremder, garstiger Deutscher". Ist so ne Mentalität wie bei den Azteken, die die Spanischen Räuber für Gottheiten hielten.

Kommentar von hutten52 ,

@suziesext10 danke für den Vergleich mit den Azteken, Volltreffer!

Kommentar von AalFred2 ,

Weil garstiger Fremdenfeind. Von edler Fremder hat niemand gesprochen.

Kommentar von suziesext10 ,

@atzef sei n bißchen sparsamer mit Pöbeleien. Du tust deiner heißgeliebten Merkelregierung einen Bärendienst damit, sie will nämlich für ihre Einflüge von Flüchtlingen aus Italien direkt nach DE durchaus gelobt werden, international, und national dann wiedergewählt werden. Die Flüge sisnd auch gar nicht heimlich, sondern eher un-heimlich:

http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Fluechtlinge-kommen-jetzt-im-Flugzeu...

Kommentar von AalFred2 ,

Mathe 6?

500 pro Monat macht nach Adam Riese 150 Monate respektive 12,5 Jahre. Das ist natürlich ein gewaltiges Problem.

Antwort
von DanielSued, 34

Es gibt keinen demographischen Wandel.

Familie Meier zeugt nur 1 Kind und Familie Aydin 4 oder mehr. Also ist wieder alles ausgeglichen. Wo gibt es einen demographischen Wandel? Höchstens einen kulturellen.

Die Namen sind natürlich erdacht und sollen als Beispiele gelten.

Kommentar von AalFred2 ,

Offensichtlich bist du nicht in der Lage, Statistiken zu lesen.

Kommentar von Askuwehteau ,

@Danie Sued... Nur gibt es von Familie Meier etwa 70 Mio. Mitglieder während Familie Aydin vielleicht 2,5 Mio. hat. Wenn also die hier lebenden ausländischen Frauen durchschnittlich 3 oder gar 4 Kinder auf die Welt brächten, dann sind es noch lange nicht durchschnittlich 2 Kinder, die jede Frau bei uns  mindestens gebären müsste.

Antwort
von soissesPDF, 38

Keine, außer Kürzung der Rentenanwartschaften, von 64% auf 46%, den Nachhaligskeitsfaktor.

Es ist zu spät, das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt, nun wird es Jahrzehnte wirken.
Der Zug hat den Bahnhof verlassen...

Eigentlich müssten weniger Menschen mehr verdienen, oder?

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