Frage von Helferteam1, 379

Welche Leistungen darf eine nicht im Bereich Pflege und Betreuung ausgebildete Nachbarin (nicht Angehörige) im Rahmen der Verhinderungspflege erbringen?

Werden von der Pflegekasse über die Pflege hinaus auch Arbeiten im hauswirtschaftlichen Bereich akzeptiert und darf die Nachbarin oder ein Bekannter als Ersatzpfleger darüber hinaus weitere Hilfen wie Begleitung zum Arzt und auch Besorgungen, Einkäufe etc leisten und abrechnen?

Antwort
von Griesuh, 305

Die Verhinderungspflege ist ein Erstattungsleistung. Nicht die Ersatzpflegeperson rechnet mit der Kasse ab ( das darf sie nicht) sondern ihr müsst die Leistung vorfinanzieren und bei der Kasse die Quittung einreichen. Dann bekommt ihr euer Geld von der Kasse zurückerstattet.

Auf der Quittung muss stehen: Name der VHP Person, Anschrift, Tgl
Stundenzahl und der Lohn. Und die Unterschrift nicht vergessen.

Siehe § 39 SGB XI Verhinderungspflege.

Die Verhinderungspflege sollte IMMER Stundenweise  beantragt werden, denn dann entfällt die 6 Wochenreglung und der zur Verfügung stehende Betrag kann voll ausgeschöpft werden.

Erbringen privat Personen die Verhinderungspflege, so darf der mtl. Betrag der VHP die Höhe des Pflegegeldes der entsprechenden Pflegestufe nicht überschreiten.

Verwandte bis zum 2. Grad, auch verschwägert, erhalten keine Entlohnung von der Pflegekasse.

Wärend der VHP dürfen alle grundpflegerischen Leistungen, Betreuungsleistungen und hauswirtschaftliche Hilfen erbracht werden.

Diese Frage hätte euch auch der ambulante Pflegedienst erklären können, der bei euch die erforderlichen Pflegeberatungsbesuche durchführt.

Laut § 37.3 SGB XI hat jeder Pflegebedürftige, der in eine Pflegestufe eingestuft ist, der Pflegekasse je nach Pflegestufe, in Pflegestufe 1 u. 2 einmal pro Halbjahr und in PS 3 einmal pro Quartal einen sogenannten Pflegeberatungsbesuch der Pflegekasse nach zu weisen. Erfolgen diese Beratungsbesuche nicht. so kann die PK die Zahlungen kürzen oder kompl. einstellen.

Den ambulanten Pflegedienst, der diese Beratungsbesuche nach § 37.3 SGB XI durchführt, müsst ihr euch selbst aussuchen und beauftragen.

Die Kosten dieses Besuches übernimmt die Pflegekasse.

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