Frage von BafBaf, 46

Welche Länder profitieren insbesondere von dem weltumfassendem Kapitalverkehr und welche gehören wohl zu den Verlierern?

Ich habe keine Ahnung, was da von mir gefordert wird. Ich habe schon nachgesehen, was der internationale Kapitalverkehr ist, aber kann mir nicht vorstellen, wer davon profitiert und wer verliert. Profitieren würde ich sonst einfach sagen, dass es die typischen Länder, also Deutschland, China, GB, USA usw sind. Eine Begründung hätte ich dazu aber leider nicht. :/

Danke schonmal!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Unsinkable2, 34

Welche Länder profitieren insbesondere von dem weltumfassendem Kapitalverkehr und welche gehören wohl zu den Verlierern?

  • Kapitalverkehr ist die Gesamtheit der finanziellen Transaktionen, die nicht direkt durch den Waren- und Dienstleistungsverkehr bedingt sind.

Daraus folgt: Es profitieren vor allem die Länder, die sogenannte Finanz-Transaktions-Steuern haben. 

Die eigentlichen Profiteure sind juristische Personen (Firmen) und handelnde Privatpersonen. "Länder" hingegen nicht.

Profitieren würde ich sonst einfach sagen, dass es die typischen Länder, also Deutschland, China, GB, USA usw sind. Eine Begründung hätte ich dazu aber leider nicht. :/

Nope. Kein einziger. Also zumindest nicht direkt. Lediglich indirekt, weil durch Finanz-Transaktionen auch Export-Geschäfte einheimischer Unternehmen gestützt und geschützt werden; sich also das Steueraufkommen erhöht.

Dem stehen aber zahlreiche betrügerische Finanz-Transaktions-Geschäfte (s. etwa "Cum Ex") entgegen. (Mehr dazu hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Dividendenstripping )

Ob unter dem Strich für das Land überhaupt ein Gewinn bleibt, ist hochgradig fraglich, weil ein gewaltiger Teil der Finanz-Transaktionen ziemlich unkontrolliert abläuft. Es gibt also keine genaue Rechnung, wie viel tatsächlich negativ zu Buche schlägt. Und so gibt es eine gewaltige Bandbreite der "Schätzungen": Die Einen sagen, das sei nicht soooo viel, es kämen immer noch mehr Steuern rein. Die Anderen sagen das Gegenteil.

Kommentar von BafBaf ,

Danke, das war sehr aufschlussreich! 

Die eigentlichen Profiteure sind juristische Personen (Firmen) und handelnde Privatpersonen. "Länder" hingegen nicht.

Wenn also Länder nicht die wirklichen Profiteure sind, sondern Firmen und Privatpersonen, gibt es denn als Schlussfolgerung auch keine "Verlierer-Länder" durch den Kapitalverkehr? 

Da es ja eine Hausaufgabe ist, erwarte ich nämlich, dass die Lehrerin trotzdem irgendwelche Länder als Profiteure und Verlierer genannt haben möchte. 

Kommentar von Unsinkable2 ,

Wenn also Länder nicht die wirklichen Profiteure sind, sondern Firmen und Privatpersonen, gibt es denn als Schlussfolgerung auch keine "Verlierer-Länder" durch den Kapitalverkehr?

Doch. 

So wie bei Freihandelsabkommen auch: Dort gewinnen die international agierenden Konzerne (immer). Und der Steuerzahler ist (immer) der "Zahlemann". Und selbst wenn der Steuerzahler von solchen Abkommen profitieren sollte, dann immer weniger als die Konzerne. Er hat also das "Glück", dass er hin und wieder mal "etwas weniger bezahlen" muss. Aber bezahlen muss er immer.

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Ähnlich sieht es beim Kapitalverkehr aus. Beispielhaft und besonders deutlich kannst du das an der "westlichen Leitwährung" sehen: Das ist der US-Dollar. Der ist zwar, technisch gesehen, nicht das Papier wert, auf das er gedruckt wird. Aber die Macht der Staaten, die ihn unterstützen, ist so groß, dass sich niemand dagegen wehren kann.

Darunter leiden - und das ist durchaus Absicht - alle Entwicklungsländer und andere Länder mit weniger politischem Einfluss ganz besonders.

Im Grunde kannst du also sagen: "Es gibt keine staatlichen Gewinner, aber sehr wohl jede Menge staatliche Verlierer."

Noch einfacher ausgedrückt: Die Leute, die sich am Kapitalverkehr dumm und dusselig verdienen, benutzen die Staaten (darunter auch Deutschland, USA, Großbritannien, etc.), um die anderen Staaten "bezahlen" zu lassen.

Ein Beispiel: Die "Banken-Rettung" in Deutschland. Die hat den deutschen Steuerzahler das runde Sümmchen von MINDESTENS 200 Milliarden Euro gekostet. (Ganz genau weiß man das erst in ein paar Jahrzehnten. Zum Vergleich: ein kompletter Jahreshaushalt von Deutschland beträgt rund 350 Milliarden Euro)

Kommentar von BafBaf ,

Jetzt habe ich es verstanden! Danke für die Erklärung. Du warst meine Rettung :) Schönen Donnerstag Abend noch!

Kommentar von BafBaf ,

Ich meinte natürlich Mittwoch Abend. Mein Fehler! 

Antwort
von schelm1, 27

Profiteure sind die wirtschaftsstarken Länder und Verlierer die sogenannten Schwellenländer, die an der Schwelle zum wirtschaftlichen Exodus stehen und morgen schon einen guten Schritt vorangekommen sein könnten.

Deutschland zählt z.B. noch zu den Gewinnerländern, solange das Elend nicht zu uns ungehindert weiter einströmt; dann wird aber ordentlich geteilt - wir schaffen das schon!

Reichtum und Armut werden von einigen Politprofiteuren gleichgemacht, bis auch der letzte nichts mehr hat, wozu sich Leistung lohnt, solange der brave steuerlich gebeutelte Mittelstandsbürger dies ruhig geschehen läßt!

Bald sind wieder freie Wahlen - noch ist nicht alles gleich geschaltet!

Viele, die etwas geleiset haben und denen nur noch Verlieren droht, könnten sich gegen Gleichmacherei entscheiden und der aktuellen Politik ähnlich wie in den USA über ihr Votum den Rücken kehren.


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