Frage von sophie1235, 94

Welche Kundengelder sind durch den Einlagensicherungsfonds geschützt bzw. gesichert?

Es gibt den Einlagensicherungsfonds, der (angeblich) alle Kundengelder bei Banken bis 100.000€ schützt und absichert. Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Einlagensicherungsfonds .

Ist es wirklich so, dass alle Kundengeldern ausnahmslos und ohne weitere Bedingung von diesem Fonds gedeckt sind? Oder ist das von der Seite der Bank vielleicht nur eine freiwillige Leistung? Ist die Bank verpflichtet, das Geld von jedem Kunden darüber abzusichern?

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Antwort
von DonCredo, 61

Hi! Diese Bestimmung kommt aus dem Einlagensicherungsgesetz der EU und ist somit für ALLE Banken in De und der Eu verpflichtend. Welche Einlagen betroffen sind wurde bereits geschrieben. Wichtig: die 100000 gelten PRO Kunde und nicht pro Konto, d.h. wenn Du 5 Konten mit zusammen 300.000 hättest, dann sind nach dem Gesetz 200.000 nicht besichert. Und noch ein "Aber": das ist nur die gesetzliche Regelung. Volks- und Raiffeisenbanken haben darüber hinaus ein Verbundeigenes Sicherungssystem, welches "ins Unreine gesprochen" die restlichen 200.000 absichert (natürlich nur sofern dort angelegt!). Das war früher schon so und das EU-Recht trägt auch hier nicht zur Übersichtlichkeit bei. Allerdings gilt diese Sicherheit nicht bei allen Bankengruppen! Gruss Don

Kommentar von Underfrange ,

Der Einlagensicherungsfonds sichert tatsächlich Vermögen eines Kunden bei einer Bank bis 100.000€ ab.

ABER: Seit Januar 2016 gibt es eine neue Regelung.

Das ist keine Fiktion sondern schon passiert. Demnach soll das Risiko einer Bank nicht mehr wie früher auf alle Banken verteilt sondern auf diese eine Bank begrenzt werden."Bail In" nach welcher die Bank auf das Vermögen aller Kunden zugreifen kann wenn sie selbst in Schieflage gerät.

Hinterfragt bitte bei eurer Bank wie hoch deren Eigenkapitalquote ist bevor ihr euer Geld verleiht. Hinterfragt bitte auch die Sicherheiten welche die Bank euch bietet. Wenn sie euch die Wahrheit sagt werdet ihr erstaunt sein. Die wenigsten Banken haben Eigenkapital über 3% oder gar Sicherheiten zu bieten. Im Umkehrschluss aber verlangt gerade eine Bank vom Darlehensnehmer Sicherheiten und Eigenkapitalquoten welche sei selbst nicht erfüllen kann.

Zu diesem Thema gibt es ein Webinar und live Seminare die gerne über mich gebucht werden können. Bitte PN

Kommentar von DonCredo ,

Häh? So ein Unsinn ... sorry, aber da wirfst Du einiges durcheinander ...

Antwort
von windstorhh, 53

Die 100.000 € pro Person und Kreditinstitut sind gesetzlich und gelten für alle Banken in Deutschland und der europäischen Union und deren Zweigstellen. Desweiteren gibt es die Einlagensicherungsfonds, damit sichert der Fond noch mal mit 20 % des Eigenkapitals der Bank pro Anleger. Das ist oft reichlich. Deutlich mehr als 100.000 €. Das kommt noch zusätzlich zur Gesetzlichen. Bei Sparkasse und Volksbank gibt's andere Sicherungen

Antwort
von archibaldesel, 14

Nicht alle Einlagen sind durch Sicherungssysteme geschützt. Inhaberschuldverschreibungen, Nachranganleihen und Genusscheine beispielsweise nicht. Seit Einführung des Bankenrestrukturierungsgesetzes im Jahr 2011 kann die Bankenaufsicht sogar sogenannete "Bail Ins" zur Sanierung von Banken anordnen. Dabei werden die genannten Papiere ganz oder teilweise wertlos, wobei es nicht einmal zu einer Insolvenz kommen muss.

Antwort
von Lukas1643, 64

Kommt drauf an von welcher Bank du redest.
Da gibt es noch einige Unterschiede.

Grundsätzlich bei allen Banken:

Bankeinlagen (sprich: Gelder auf Sparkonten, Girokonten, etc.) sind mit 100.000€ abgesichert. Werte in Depots grundsätzlich nicht.

Kommentar von Omikron6 ,

Was im Depot ist, hat man auch im Fall der Bankpleite weiterhin. Denn das sind keine "Einlagen".

Kommentar von Lukas1643 ,

Wieso? Es gibt schon die ein oder anderen Werte, die man von seiner eigenen Bank im Depot haben kann, die bei Insolvenz wertlos wären.

Angenommen du hast ein Depot bei der Commerzbank und darin Commerzbank Aktien. Wenn die Commerzbank Pleite geht, ist der Posten wertlos.

Kommentar von Apolon ,

Ich darf dich an diese Antwort erinnern:

 Werte in Depots grundsätzlich nicht.

und dies ist mal grundsätzlich falsch,

denn auch für Depots gilt der Einlagensicherungsfonds.

Kommentar von Lukas1643 ,

Dann hat mich meine Lehrerin wohl angelogen :P


Aber die Einlagensicherung im Depot ist eh relativ irrelevant, weil es eben unwahrscheinlich ist, dass überhaupt Werte aus dem depot verloren gehen bei Insolvenz der Bank.

Und mein Bsp mit der Commerzabnk Aktien macht auch keinen Sinn fällt mir gerade auf :(

Kommentar von FrageSchlumpf ,

Das ist schon richtig Lukas. Depotwerte sind nicht abgesichert. Bestimmte Inhaberschuldverschreibungen auch nicht.

Genauso wie alles was irgendwie einen Eigenkapitalcharakter hat ( nachrangige Anleihen , Genussscheine o.Ä. ).


Kommentar von GuenterLeipzig ,

Sorry, um es ganz deutlich zu sagen, Aktien und Aktienfonds gehören zum sogenannten Sondervermögen. Sie verbleiben Dein Eigentum selbst dann, wenn die depotführende Bank Pleite geht.

Günter

Kommentar von kevin1905 ,

Fonds z.B. sind Sondervermögen, keine Einlagen und werden bei einer Bankenpleite nicht tangiert.

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