Frage von Rareform, 52

Welche Kündigungsfrist hat man bei gewöhnlichen Arbeitsverträgen als Arbeitnehmer?

Hallo, ich habe seit längerer Zeit Fragen zu folgendem Szenario: Angenommen ich bin bei einer Firma angestellt, möchte wechseln und bewerbe mich bei einer anderen Firma und die Bewerbung wird angenommen. Was passiert dann, wie schnell kann ich bei der ursprünglichen Firma kündigen, um eine neue Position anzunehmen? Was passiert, wenn die erste eine Werkstudentenstelle ist, kann man da fristlos kündigen?

Vielen Dank für eure Hilfe!

Antwort
von Parhalia, 28

Die gesetzliche Kündigungsfrist durch den Arbeitnehmer beträgt nach der Probezeit laut Paragraf 622 BGB im einfachsten Fall einen Monat und ist entweder zum 15. oder 01. eines Monats zu datieren.

Ein von vornherein befristet geschlossenes Arbeitsverhältnis ohne besondere Zusatzvereinbarungen ist nicht "ordentlich" vor Ablauf der Befristung kündbar. Weder vom AN, noch vom AG.

Eine Kündigung bedarf zwingend der Schriftform.

Ein gewünschter Wechsel des Arbeitsplatzes rechtfertigt in sich als alleiniger Grund keine ausserordentliche ( fristlose ) Kündigung für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber. 

Die einzige Möglichkeit einer individuellen Verkürzung der gesetzlichen Kündigungsfrist wäre der Abschluss eines "Aufhebungsvertrages", welchem sowohl Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber zur Wirksamkeit dann ausdrücklich beiderseitig zustimmen müssen. Dieses wäre auch als einzige Alternative bei einem befristeten AV ohne Sondervereinbarungen zu nennen.

Diese Angaben beziehen sich allgemeines Vertragsrecht ohne individuelle Regelungen durch Betriebsvereinbarungen oder gewerkschaftliche Tarifverträge.

Kommentar von lenzing42 ,

Man kündigt nie zum ersten eines Monats, sondern zum Ende eines Kalendermonats.

Kommentar von Familiengerd ,

... und außerdem ist es "im einfachsten Fall" nach BGB nicht 1 Monat, sondern es sind 4 Wochen!

Kommentar von Parhalia ,

O.K. ihr habt recht und ich mich falsch ausgedrückt...4 Wochen .... zum "Letzten" des Monats. THX für die Korrektur.

Kommentar von Familiengerd ,

Die Formulierung "Kündigung zum ...." bezeichnet den letzten Tag des Arbeitsverhältnisses!

Es spielt dabei überhaupt keine Rolle, wie die Lage der individuellen Arbeitstage ist oder ob es sich bei diesem Datum um einen Werk-, Sonn- oder Feiertag handelt.

Nachtrag:

Die Aussage ist überholt ... Sie bezog sich auf einen inzwischen geänderten Kommentar.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 29

Nach § 622 Abs.:1 BGB beträgt die Kündigungsfrist vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats.

Antwort
von Halbammi, 33

fristlos kannst du nicht kündigen, wenn ein geregeltes Arbeitsverhältnis besteht. Aber: Mit dem Chef reden bringt oft segen.

Kündigungsfristen sind im Bürgerlichen Gesetzbuch in § 622 geregelt. Für
Arbeitnehmer und Arbeitgeber gelten einheitliche Fristen. Die Grundkündigungsfrist
- die sowohl bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber als auch bei
einer Kündigung durch den Arbeitnehmer einzuhalten ist - für beträgt 4 Wochen zum 15. oder zum Monatsende.

Es sei denn in deinem Arbeitsvertrag ist es anders geregelt.

Kommentar von Familiengerd ,

Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gelten einheitliche Fristen.

Wenn Du schon auf BGB § 622 verweist, solltest Du eigentlich wissen, dass das falsch ist - das gilt nämlich nur für die ersten 2 Jahre des Arbeitsverhältnisses!

Nach dem 2. Beschäftigungsjahr gelten für den Arbeitgeber gestaffelt längere Kündigungsfristen ja nach Beschäftigungsdauer!

Kommentar von Halbammi ,

Danach wurde hier aber nicht gefragt.

Kommentar von Familiengerd ,

Das spielt für meine Kommentar keine Rolle!

Denn der bezog sich auf Deine falsche Aussage, dass für Arbeitgeber und Arbeitnehmer einheitliche Kündigungsfristen gelten würden!

Kommentar von Halbammi ,

Ich danke dir Familiengerd. Ich hätte das noch ergänzen müssen, dass sich die Kündigungsfrist beim Arbeitgeber erhöht, wenn der AN länger dort beschäftigt ist. Hatte ich hier weggelassen weil es vollkommen belanglos ist.

eine FALSCHE AUSSAGE ist es dennoch nicht, es ist lediglich nicht vollständig.

Kommentar von Familiengerd ,

Ohne in Haarspaltereien verfallen zu wollen: So, wie Du die Aussage formuliert hast, ist sie falsch.

Du sagst ja auch nicht, die Aussage "Tempo 70 auf einer innerstädtischen Straße ist erlaubt" sei nur deswegen nicht falsch, weil sie unvollständig ist und Du vergessen hast zu ergänzen "wenn die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 km/h festgelegt ist"!

Aber bezüglich der gestellten Frage ist es richtig, dass das belanglos ist.

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