Welche Kosten sind mit einer Adoption aus dem Ausland verbunden?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Gerade gestern haben meine Frau und ich unsere Bewerbungsunterlagen, für eine Auslandsadoption (aus Haiti) abgeschickt.

Die Kosten sind je nach Land unterschiedlich. Im Schnitt zwischen 20.000-30.000€. Es sind viele große und kleine Posten, die da zusammenkommen. Der größte Teil dürfte die Landesgebühr sein, je nach Land zahlt man da 10.000 an das Herkunftsland. Die Adoptionsvermittlung (siehe weiter unten) kostet auch noch mal ein paar Tausender.

Dazu kommen noch Kosten für Notare, Beglaubigungen und Überbeglaubigungen. Also als Beispiel: man braucht zwei Referenzschreiben von Freunden (keine Verwandte), die ein bißchen was über dich erzählen. Diese Schreiben müßen von einem Notar beglaubigt werden. Und danach muß man damit zum übergeordneten Landgericht. Das muß dann bestätigen, daß der Notar auch wirklich ein zugelassener Notar ist ... Der Notar will Geld (weiß im Moment nicht auswendig, wieviel), und das Landgericht auch (20€ pro Überbeglaubigung).

Dann braucht man einen Sozialbericht (falls das Jugendamt den macht kostet er 1200€). Und man muß die ganzen Unterlagen übersetzten lassen, in die Landessprache (von einem richtigen Übersetzter, auch wenn man die Landessprache selbst gut könnte reicht das nicht), für ca. 600€

Wir habe bisher etwa bei 18.000€ ausgegeben und es kommen noch ca. 12.000€ dazu.

Dazu anmerken wollte ich noch: in viele Länder, wie England, Frankreich, etc. bekommen Paare 50% der Kosten einer Auslandsadoption vom Staat gezahlt. Aber in Deutschland (und Italien) bekommen Paare 0% gezahlt.

Am besten wendet man sich an eine eingetragene Auslandsadoptionsvermittlung. Ohne so etwas, also als Privatperson, hat man kaum Chancen auf eine Adoption. Man wird da aber auch wirklich gut unterstützt. Wir hatten schon einige Seminare, unter anderem zum Thema "was das Kind fühlt" oder "Anti-Rassismus"-Seminare (da es in Haiti ja nur dunkelhäutige Kinder gibt)

Wir sind bei "Help a Child e.V."

http://www.helpachild.de/

Welche Vermittlungsstelle man wählt hängt davon ab, aus welchem Land man adoptieren will. Klar dürfte sein, daß man bei "Wohlstandsländern" wie Frankreich, Schweden, Österreich, etc. keine Chance hat. Da ist es in der Regel wie in Deutschland: es gibt viele Paare, die adoptieren wollen, aber wenige Kinder die man adoptieren kann.

einige mögliche Länder für eine Adoption aus dem Ausland sind: Rußland, Polen, Türkei, die Balkanstaaten, Nepal, Kenia, Burkina Faso, Haiti, etc. Wobei sich das manchmal auch (politisch bedingt) ändert. Soweit ich weiß gibt es bei Kenia im Moment einen Adoptionsstop.

Aber zu Kenia sollte man eh noch erwähnen: Dort gibt es eine Regel: nach der Übernahme des Kindes MUSS einer der Partner (aber besser beide) für mindestens 9 MONATE dort bleiben. Das ist an sich zwar nicht schlecht für das Kind. So kann es sich in der gewohnten Umgebung an die neuen Eltern gewöhnen, und danach an ein neues Heimatland. Aber 9 Monate in einem fremden Land leben ist halt nicht so einfach.

Also grundsätzlich kann man sagen, daß eine Auslandsadoption viel aufwendiger und kostenintensiver ist ist als eine Inlandsadoption (meine Sachbearbeiterin beim Jugendamt schätzt die Kosten einer Inlandsadoption auf 50€ für Bewerbungsunterlagen, der Rest zahlt der Staat). Aber die Chancen im Inland sind sehr niedrig. In meinem Landkreis gibt es ca. 10 Paare, die ein Kind wollen, aber in den letzten 3 Jahren gab es kein einziges ...

Wenn du noch irgendwelche weiteren Fragen hast, melde dich einfach.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung