Frage von justagirlh, 46

Welche Konzepte kennt ihr in Bezug auf Natural Horsemanship noch ausser Pat Parelli und habt ihr Buchvorschläge?

Ich schreibe eine Arbeit über Natural Horsemanship und möchte verschiedene Konzepte miteinander kombinieren oder zwei miteinander vergleichen. Nun suche ich verschiedene Konzepte wie z.B Pat Parelli. Habt ihr Ideen, welche Konzepte geeignet sein könnten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 14

die "konzepte" des natural horsemanship bauen alle auf dem behaviourismus auf.

mal mehr, mal weniger gut beobachtet. mal mit mehr mal mit weniger zweifelhaften mitteln, zielsetzungen zu erreichen.

selbst das natural horsemanship hat richtungen, die mit "druck" arbeiten. dort besteht dann die "belohnung" darin, die unangenehme situation zu beenden.

wieder andere arbeiten mit einem reinen motivationskonzept.

das problem der unterschiedlichen richtungen im natural horsemanship besteht darin, dass meines wissens in KEINER der menschliche schüler beim erlernen geschult wird, mit der eigenen beobachtung zu arbeiten, sondern nur die umsetzung eines fertigen konzepts angeboten wird.

mir fällt zwar spontan jemand ein, der kurse in der umsetzung der eigenen beobachtungsgabe anbietet, nach diesem ist jedoch keine "methode" benannt.

über das wirkliche verhalten und die kommunikation von pferden untereinander ist viel zu wenig bekannt, um es in einer auch nur annähernd allgemeingültigen methode umzusetzen.

pferde sind recht anpassungsfähig und mitteilungsbedürftig und "unterwerfen" sich allgemein der gegebenen situation.

echtes natural horsmanship wäre meiner ansicht nach also nicht das, was allgemein geschieht: das pferd wird erzogen - sondern, "das pferd erzieht sich selbst" - und zwar durch individuelle motivation, bei der sich nicht das pferd der situation anpasst, sondern die situation dem pferd angepasst wird. dazu muss man viel über rollen- und aufgabenverteilung innerhalb von pferdegruppen wissen - und insbesondere über die gruppe, zu der das pferd gehört, mit dem man arbeitet.

das geschieht innerhalb einer gruppe von pferden beispielsweise durch die akzeptanz eines leittiers (das im normalfall NIE das pferd mit dem höchsten rang ist - weil der rang dazu gar nicht wichtig ist).

das leittier erreicht, dass die ganze gruppe folgt - und zwar ohne autoritäres verhalten und ohne "diskussion", sondern dadurch, dass die anderen pferde der gruppe unbedingt darauf vertrauen, dass die entscheidung des leittieres die richtige ist und allein dem wohl der ganzen gruppe dient. das leittier stellt seine individuellen bedürfnisse UNTER die bedürfnisse der anderen pferde.

für mich besteht echtes natural horsemanship darin, mit hilfe dieses einfachen grundprinzips die rolle des leittieres zu übernehmen. das befolgen meiner absichten wird damit zur selbstverständlichkeit. die motivation bestünde nun noch in der herstellung einer sympathiebeziehung, die es ermöglicht, über dieses selbstverständliche folgen hinauszugehen.

die aufgabenverteilung und die zusammenhänge innerhalb einer pferdegruppe sind natürlich viel komplexer...

ich würde dazu ein buch von linda tellington jones empfehlen.

"die persönlichkeit ihres pferdes"

ist eines von den weniger bekannten, aber gehört zum unbedingt lesenswerten, weil dort ein wenig auf das "lesen" von pferden eingegangen wird.

dies "methode" des tellington horsemanships ist "t-team".

bei deinem thema als "arbeit" würde bei mir vermutlich spontan ein ganzes buch herauskommen.

wenn du einfach alle möglichen konzepte des natural horsemanships vergleichen möchtest, wirst du für wenig ausbeute viel lesen müssen.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 16

Ich bin immer gegen ganze Konzepte - ich finde jedes Reiter Pferd Paar muß seinen eigenen Stil herausfinden.

Ich persönlich bin ein Fan von Linda Tellington Jones - hab da auch etliche Elemente draus, die ich immer wieder anwende. Einen Parelli mag ich gar nicht und ihn und viele andere finde ich einfach nur Aufschneider.

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 18

guck mal rein bei Linda Tellington-Jones (So erziehe ich mein Pferd u.a. - nach wie vor "meine" Favoritin)

Hempfling war früher auch mal total "in"

www.wege-zum-pferd.de - in meinen Augen genial

ute tietjen ist mir etwas ZU nah am Konkurenz- und Turnier-denken, macht/e aber gute Kurse

Xenophon - urururalt, aber gut

an sich: alle, die angewandte Verhaltensforschung machen, KÖNNEN da gut machen, wenn sie nicht teilweise zweifelhafte Hilfsmittel/Methoden benutzen (siehe Monty R. - seine Methode klappt - aber WARUM !?!)

MIR ist Teamarbeit mit dem Pferd lieber und wichtiger als Effekthascherei - aber mit der verdient man eben mehr


Kommentar von Heklamari ,

p.s.

Vater Pennquitt - NICHT Tochter Natalie !!! ich habe sie live erlebt im Kurs, mehrere Bekannte auch - zum wegrennen !!!! SIE kann super  mit ihren Rössern umgehen, mehr nicht.

Antwort
von HasiAmelie21, 10

Peer Claasen und Jenni Wild haben ein sehr gutes Buch geschrieben . Es ist gut verständlich und auch anhand von Bildern erklärt . Kann es nur empfehlen :)

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