Frage von LisavE1998, 130

Welche Konsequenzen könnte ich ziehen: Mutter ist Alkoholikerin?

Ich habe schon einige Fragen zu diesem Thema gestellt. "Kurze" Allgemeine Übersicht: Meine Mutter ist Alkoholikerin um genau zu sein Quartalstrinkerin und Borderlinerin. Zudem kifft sie um bessere Laune zu bekommen. Kurze Frage zwischendurch: Cannabis und Alkohol wie verträgt sich das im Mix? Also ihre Phasen wo sie trinkt liegen immer dichter aneinander und immer betreibt sie Psychoterror bei ihren eigenen Eltern und bei mir. Zur Info: Meine Familie ist relativ klein. Ich hab weder Geschwister , noch einen Vater(haben schon aber nunmal keinen Kontakt und das ist besser so) und auch die Familie väterlicher seits will nichts mit uns zu tun haben. Meine engsten Verbündeten sind meine Großeltern und eben meine Mum. Die bringt meine Großeltern aber an den Rande der Verzweifelung. Meine Oma hatte vor kurzem einen Herzinfarkt und mein Opa hat den Krebs gerade überstanden und sie macht beide fertig und verantwortlich für ihre Sucht. Sie beschimpft sie auf übelste , mich inklusive, verbreitet lügen, sagt dass sie sich umbringen will und abhauen wird. Ich habe jetzt zumal Angst dass meine Großeltern das irgendwann nicht mehr mitmachen oder sogar vor Stress an einem Herzinfarkt sterben, denn das Ausmaß des Terrors kann sich glaub ich kaum jemand vorstellen. Zudem sind wir von meinen Großeltern finanziell abhängig aus verschiedenen Gründen, die auch meinen Vater betreffen. Ich wohne noch mit meiner Mutter zusammen und bekomme eigentlich das meiste ab. Mich macht es fertig und ich kann nicht mehr. So oft hat sie mir versprochen nicht mehr wieder anzufangen zu trinken (aufhören klappt ja nach einiger Zeit) und entschuldigt sich. Ich erkenne meine Mutter aber nicht mehr wieder, denn die Zeiten wo sie trinkt werden immer länger und anstrengender. Ich muss irgendwas in ihr auslösen das sie etwas wach rüttelt bin ich der Meinung. Denn sie ist kurz davor sich zu tode zu saufen bzw an Organsversagen oder einer Alkoholvergiftung zu sterben, denn es ist nicht nur einmal passiert, dass ich sie auf dem Wohnzimmerboden bewwusstlos vorgefunden habe. Was für Konsequenzen könnte ich nun ziehen? Und ich bitte hauptsächlich Leute zu antworten, die bisschen Ahnung und Erfahrung mit sowas haben. Denn ich habe schon oft gehört: Du kannst nicht Verantwortung für deine Mutter übernehmen und dir bleibt nichts anderes übrig als zu warten, dass sie es selbst schafft davon loszukommen. Die Leute lassen ihre Mutter also einfach am Alkohol verrecken?

Vielen Dank für alle Antworten im voraus und Danke an alle die den kompletten Text gelesen haben und sich dafür Zeit genommen haben. Ich bin verzweifelt.

Antwort
von Abbrandler, 39

Ich kann Dich gut verstehen, das ist eine fürchterliche Siutation, und psychisch furchtbar belastend, man ist wie gelähmt, kann nichts tun und will einfach nur das das aufhört  - ich kenne das selbst ....

1.) Geh zum Jugendamt und lass Dich dort von Fachleuten beraten, es gibt IMMER eine Lösung, (auch wenn Du sie im Moment noch nicht sehen kannst ) kein Mensch hat es verdient so zu leben - werde AKTIV !

2.) Suche Dir eine Gruppe von Al-Non (Angehörigengruppe) oder einer Jugendgruppe von Al-Non. Setze Dich hinein, alleine oder mit Deinen Großeltern,  hör Dir an was die Menschen dort sagen, Du KANNST, musst aber selbst nichts sagen. Es wird Dir gut tun, zu hören das Du nicht allein bist! Sie werden Dir keine guten Ratschläge geben, aber Du wirst trotzdem sehr viel lernen FÜR DICH SELBST !!

Alles Gute!

Antwort
von palusa, 29

du kannst dir sucht wie eine art käseglocke über ihren freien willen vorstellen. nichts kommt wirklich durch. jede entscheidung zum entzug muss von ihr kommen, von unter der glocke.

das einzige, das wirklich einzige, was selten(!!!) funktioniert, ist kompletter kontaktabbruch. so geschätzt ein trinker von 200 hat lieber kontakt zu seiner familie als zu seinem suchtmittel und geht in entzug. das klappt aber nur, wenn ihr das durchzieht. unsicherheit, unentschlossenheit oder manipulation merkt ein trinker sofort und sitzt das einfach aus.

es gibt leider keine alternative zu "verrecken lassen", so hart es klingt. sucht ist so alt wie die menschheit selbst und in dieser geschichte hat noch niemand es geschfft, von außen einen dauerhaften entzug zu erzwingen. du kannst natürlich versuchen die erste zu sein.. dabei wirst du vermutlich lernen, dass es einem immer schlechter gehen wird. egal wie schlecht es ist, es geht immer weiter runter.

ihr kannst du nicht helfen. nur dir selbst. die frage ist, willst du das? oder ist es dir egal, was mit dir passiert, solange du nur versuchen kannst, für deine mutter da zu sein?

so brutal es klingt, die beste lösung wäre wenn du zu deinen großeltern ziehst und ihr den kontakt zu deiner mutter komplett abbrecht. sie bringt ihre eltern um und ruiniert deine psyche fürs leben. und verantworlich für ihre sucht ist genau einer. sie selbst. sonst niemand

Antwort
von banana789, 49

Also es ist möglich, sie, auch wenn es hart klingt, in eine Psychiatrie einzuweisen. Ich glaube, das geht nur mit richterlichem Beschluss und aus dem Grund, dass sie selbst- oder fremdgefährdend ist. In diesem Fall ist sie ja selbstgefährdend.

Dort würde sie bestimmt in eine Entzugsstation kommen und hätte psycholog. und psychiatr. Betreeung.

Aber wie das genau geht, damit kenne ich mich nicht aus. Ich würde mich an deiner Stelle durchtelefonieren. Beim Jugendamt nen Termin ausmachen und die Situation schildern und in der Psychiatrie auch anrufen...Und wenn du kein Arschlochjugendamt hast erlauben sie dir vlt. in nem Internat zu wohnen oder betreutes Jugendwohnen.... das kannst du alles nachlesen. Dass die dir ne Wohnung stellen und einer von denen kommt einmal die Woche und schaut ob du klar kommst.



Kommentar von LisavE1998 ,

Könnte theoretisch auch schon alleine in ne Wohnung ziehen bin bereits 18. kriegt man da Geld vom Jugendamt zur Verfügung gestellt? denn bezahlen könnte ich das alles nicht aus eigener Tasche trotz Nebenjob

Kommentar von banana789 ,

Ups nein mit 18 wird's schwierig auch wenn man da noch Hilfe bräuchte und sich mit dem 18. Geburtstag nicht alle Probleme einfach so in Luft auflösen.

Das Jugendamt zahlt ab da sehr ungern. Aber manchmal zahlen sie noch. Also du kriegst leicht Hilfe, wenn du davor schon bei denen warst und dann erst 18 wirst, ansonsten fragen, Termin ausmachen. Das kostet nichts.

Also über das Jugendamt kannst du auch Hartz4 beantragen, wenn du glaub unter 25(?) bist, dann muss man sich dorthin wenden. Das machen die nur bei besonderen Härtefällen. Also bei dir würden sie das zu 100% genehmigen. Dann ist die Wohnung trotzdem gezahlt, auch wenn du noch in der Schule bist. Und Geld kriegt man auch für eine Erstausstattung Möbel etc..

Aber ich kenn mich wirklich nur ganz schwammig aus, vom Hören sagen!! Ich bin nicht bei nem Jugendamt angestellt, meine beste Freundin ist Sozialarbeiterin..

Kommentar von banana789 ,

Und wenn du dich ans Jugendamt wendest ist immernoch nichts für deine Mutter getan. Weil sie nicht in der Lage ist sich selbst zu helfen. Ich finde deine ganze Familie, ihr alle solltet auf sie einreden, dass sie sich für einen Psychiatrieplatz entscheiden soll. Und wenn das nicht geht gibts ja noch das, was ich vorhin geschrieben hab. Aber ist ein harter Schritt:/

Kommentar von LisavE1998 ,

Alles klar ich werds probieren. danke für eure hilfe. wusste nicht so richtig inwieweit das jugendamt helfen kann aber jetzt habe ich wenigstens einen groben überblick. Ich arbeite ja sogar nebenbei um mir was dazu zu verdienen aber da ich noch mit schule beschäftigt bin kann ich nur zweimal die woche ca arbeiten und das würde nie für ne wohnung reichen deshalb wäre es toll wenn das jugendamt mir helfen würde

Kommentar von palusa ,

verschendung von lebenszeit. sinnlose verschwendung von lebenszeit. die einzige, die ihr helfen kann, ist sie selbst. und sie muss es wollen

einem trinker sind 20 menschen, die auf ihn einreden, sowas von wurscht.. da machst dir keine vorstellung von. der verspricht was damit alle ruhig sind, hält 2 monate den ball flach, und geht dann einmal richtig einkaufen.

einweisen kann man in deutschland nur bei eigen- oder fremdgefährdung. solange sie nicht suizidal ist oder andere durch sie in gefahr sind, ist ne einweisung nicht möglich

wird bei alkoholismus auch nicht gemacht. ne therapie ist völlig sinnfrei wenn der patient sich nicht selbst dazu entschieden hat. sinnlose verschwendung von kapazitäten und geld

Antwort
von Rendric, 56

Alles was du schilderst, ist typisch für Borderliner. Borderline ist für das Umfeld sehr anstrengend, denn die Patienten neigen dazu, ihnen nahestehende Leute zu terrorisieren.

Auch wenn dir dein Herz und dein GEfühl etwas anderes sagen - das einzig vernünftige ist, das Jugendamt einzuschalten und sich aus ihren Fängen zu lösen.

Du kannst ihr nicht helfen und sie nicht am Alkoholkonsum hindern oder vor den Folgen des Trinkens bewahren. Du kannst nur dich selbst schützen und das ist wichtig, da Borderliner und Alkoholiker ihr Umfeld mit in den Abgrund reißen.

Kommentar von LisavE1998 ,

Ja werde ich dann wohl auch aber meine Mutter will ich trdn nicht verlieren :(

Kommentar von Rendric ,

Wenn du erstmal Distanz gewonnen hast und dich von ihren Manipulationen nicht mehr beeinflussen lässt, ist eine Annährerung bestimmt wieder möglich.

Antwort
von Ille1811, 20

Liebe Lisa,

einerseits möchtest du Antworten von Menschen, die Ahnung haben, andererseits willst du das nicht hören, was diese Menschen - aus eigener schmerzvoller Erfahrung - schreiben.

Das ist typisch für Angehörige! Woher ich das weiß? Ich war genauso! Und 'die Leute' versuchten damals alle mir einzureden, dass ich Schuld am Alkoholtrinken meiner Mutter sei!

Ich habe mit meinen verzweifelten Versuchen, alles für meine Mutter zu tun, damit sie nicht saufen muss, nicht verhindern können, dass sie letztendlich Suizid beging, als sie auch mit Alkohol nicht mehr leben konnte. (Ohne Alkohol konnte sie es schon lange nicht mehr!)

Und dann entwickelte sich auch mein Mann zum Alkoholiker und das Ganze begann von vorne: Ich wurde von der Verwandtschaft regelrecht gemobbt, weil ich ihm nicht 'zivilisiertes Trinken' beibringen konnte.

Ich bin dann irgendwann zu Al-Anon gegangen. Das ist eine Selbsthilfegemeinschaft für Angehörige und Freunde von Alkoholikern. Dort begriff ich, dass Alkoholismus eine Krankheit ist und dass kein Mensch daran Schuld ist.

Es schmerzte sehr zu hören, dass alles, was ich 'gut gemeint' für einen Alkoholiker tue, ihn daran hindert, zur Krankheitseinsicht zu kommen.

'In Liebe loslassen' ist ein Slogan in Al-Anon. Als ich zu Al-Anon ging und nichts mehr für meinen Mann tat, wurde das Saufen für ihn unbequem und er hatte selbst den Wunsch, mit Alkoholtrinken aufzuhören!

Er ist überzeugt, dass er nur aufhören konnte, weil ich ihn damals rausgeschmissen habe!

Antwort
von dennisdi2000, 58

Kontaktiere das Jugendamt, die findne sicher eine Lösung.

Antwort
von Angelstar19, 50

erstmal Respekt an dich das du offen darüber redest. ich habe selbst ein Onkel die Alkoholiker ist. Ich kann dir nur sagen versucht ein psychologe für deine Mutter zu finden, deine Mutter hat selbstmordgedanken und ist Depressiv, Sie braucht professionelle Hilfe. es gibt Suchthilfezentrum wo Menschen mit Alkohol problemen gehen und das kann deine Mutter vielleicht helfen. Falls du noch mehr Tipps brauchst dann schreibt mich an (=

lg

Antwort
von Mel121183, 30

Abhauen? Das kann ja wohl nicht ernst gemeint sein... Deine Mutter braucht professionelle Hilfe. Kenne einige mit einem Alkoholproblem oder Drogensucht, bekannten Kreis oder verwandtschaft... Und ein paar haben es tatsächlich geschafft, aber halt nur mit professioneller Hilfe. Das Jugendamt kann dir da ganz sicher weiter helfen.

Kommentar von LisavE1998 ,

Leider habe ich wirklich schon oft an die Option gedacht weil ich verzweifelt war. Das Jugendamt werde ich denn wohl auch kontaktieren. ich hoffe das bringt mich weiter.

Kommentar von Mel121183 ,

Das wird für dich und deine Mutter die beste Lösung sein. 

Das Jugendamt kann dir auch weiterhelfen was deine wohnsituation angeht, da du bereits 18 bist, aber wahrscheinlich noch keine Wohnung alleine finanziell stemmen kannst, werden sie dir garantiert auch da weiterhelfen und dir sagen können an wen du dich da wenden kannst und welche Möglichkeiten du hast!

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