Frage von gholos, 46

Welche Konsequenzen drohen einem Schuldner der im Privatinsolvenzverfahren nicht alle Schuldner angegeben hat obwohl ihm diese bekannt waren?

-Titel in 2010 gegenüber Schuldner über 600€ erwirkt -Beauftragung Inkasso 2012 mit der Vollstreckung - Rückanwort : Gläubiger seit Anfang 2011 Privatinsolvenzverfahren eröffnet. - Forderung nicht mehr vollstreckbar da nicht mehr in die Liste der Gläubiger aufgenommen werden kann

Schuldner wusste definitiv von mir als Gläubiger. Insolvenzverwalter wusste nichts von uns. Schuldner hat uns nicht mit angegeben.

Kann man noch was machen oder die Insolvenz anfechten ?

Antwort
von DwarfEnt, 46

Hallo,

auch wenn hier alle selbsternannten Rechtsanwälte was anderes behaupten, dem Schuldner passiert überhaupt nichts.

Es ist ganz normal, dass in einem Insolvenzverfahren Gläubiger vergessen werden. Das kann für den Schuldner nur dann nachteilig werden, wenn man ihm nachweisen könnte, dass er diese Schulden vorsätzlich und absichtlich nicht gemeldet hat.

Im Normalfall ist sowas aber nicht nachweisbar.

Fakt ist aber, dass Du damals falsch beraten worden bist. Deine Forderung hätte jederzeit noch nachträglich in die Gläubigerliste aufgenommen werden können. Ein Anruf und ein kurzer Brief an den Treuhänder hätte gereicht. Aus diesem Grund werden Insolvenzen ja veröffentlicht, damit Gläubiger die Möglichkeit zur Nachmeldung haben.

Wenn die Insolvenz 2011 begonnen hat, dann läuft sie noch bis 2017. Also schreib dem Treuhänder einen Brief und melde Deine Forderung an. Sollte es in dem Verfahren Ausschüttungen geben, dann wirst Du berücksichtigt.

Viel Erfolg

Antwort
von DrDralle, 45

Falsche Angaben bei der EV /Vermögensverzeichnis /besonderes Vermögensverzeichnis werden bestraft.

Strafgesetzbuch (StGB) § 156 Falsche Versicherung an Eides Statt

Wer vor einer zur Abnahme einer Versicherung an Eides Statt zuständigen Behörde eine solche Versicherung falsch abgibt oder unter Berufung auf eine solche Versicherung falsch aussagt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Antwort
von Ronox, 39

Dem Insolvenzschuldner kann auf Antrag die Restschuldbefreiung nach § 290 I Nr. 6 InsO versagt werden.

Kommentar von Ronox ,

Nach dem Verfahren wäre dann die Vollstreckung wieder möglich. Vermutlich ist aber nach wie vor nichts zu holen.

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