Frage von MarkusReckl, 83

Welche Konsequenzen bei Fahren ohne FE + Trunkenheit?

Mein Fall:

Fahren ohne Fahrerlaubnis (nie erworben) + Trunkenheit 1,05 Promille (Ersttat) Ich bin Schüler 20 Jahre alt, werde in einem Monat 21, kein eigenes Einkommen.

Welche Konsequenzen kommen nun auf mich zu? Wie hoch wird Bußgeld ausfallen? Ist eine Freiheitsstrafe wahrscheinlicher? Was könnte ich tun um die Konsequenzen so gering wie möglich zu halten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Crack, Community-Experte für Auto, Fahrerlaubnis, Führerschein, ..., 37

Fahren ohne FE ist eine Straftat - Trunkenheit im Verkehr auch.

Mit 1,05‰ bist Du aber noch nicht im Straftatbereich, d.h. hier liegt nur eine OWi vor wenn es keine Ausfallerscheinungen oder einen Unfall gab.

Es wird hier aber sicher ein Gesamturteil gebildet werden das in der Regel eine Geldstrafe von 40-60 Tagessätzen umfasst. Wenn Du keinerlei Einkommen hast kann der Tagessatz auf 5€ gesenkt werden - ersatzweise sind eventuell auch Sozialstunden denkbar. Möglicherweise wird auch eine isolierte Sperrfrist verhängt.
Eine Freiheitsstrafe kann man zu 99,9% ausschließen.

Kommentar von MarkusReckl ,

Vielen Dank, aber mal rein aus Interesse wenn ich über 1,1 gehabt hätte wie wären dann die Folgen?

Kommentar von Crack ,

Ein etwas höheres Strafmaß,
unter Umständen eine MPU wenn Du mal eine Fahrerlaubnis machen willst [abhängig vom Bundesland]

Kommentar von MarkusReckl ,

Habe nun einen Brief erhalten, wo ich mich zu der Straftat äußern soll. Im Brief steht allerdings drin, das ich 0,49 Promille hatte, obwohl an dem Abend 1,05 gemessen haben. Wird das anders gewertet oder so?

Kommentar von Crack ,

Wie dieser Wert jetzt zu Stande kommt weiß ich auch nicht.

Schlecht ist das natürlich nicht, denn mit 0,49‰ wärst Du gerade noch im erlaubten Bereich gewesen - diese OWi würde dann also entfallen.

Der Hauptvorwurf FoF bleibt aber bestehen -
möglicherweise wird das Urteil jetzt etwas niedriger ausfallen.

Kommentar von Lkwfahrer1003 ,

bleibt nur der Daumen nach oben und anschließen !

Antwort
von smilenice, 44

Als erstes wirst du fast sicher eine Erwerbssperre für den Führerschein erhalten, dass heißt du wirst einige Jahre - wie lange genau hängt vom Urteil ab - keinen Führerschein machen können.

Des weiteren kann natürlich noch eine Gesamtstrafe nach den Paragraphen 315c und 316 des Strafgesetzbuches verhängt werden.

Wird nach 315c geurteilt drohen maximal 5 Jahre Haft. Wahrscheinlicher ist ein Urteil nach 316, es droht maximal ein Jahr Haft.

Da du Ersttäter bis halte ich eine Haftstrafe aber für Unwahrscheinlich. Ich schätze das eine Geldstrafe verhängt wird, vielleicht auch ein paar Monate auf Bewährung. Möglicherweise auch beides.

Wenn du unverschämt viel Glück hast, dann wirst du noch als Jugendlicher abgeurteilt, dementsprechend würde die Strafe natürlich geringer ausfallen, möglicherweise viele Sozialstunden.  

Kommentar von Crack ,

Des weiteren kann natürlich noch eine Gesamtstrafe nach den Paragraphen 315c und 316 des Strafgesetzbuches verhängt werden.

Weder das Eine noch das Andere wenn man die Fragestellung betrachtet.

Kommentar von smilenice ,

Ups. Die genauen Grenzwerte kenne ich tatsächlich nicht, ab mehr als 1 Promille erschien mir recht viel.

Aber dafür gibts ja Experten :)

Antwort
von tuedelbuex, 36

Erstmal natürlich eine Sperre. Damit kannst Du erstmal knicken, in nächster Zeit einen Führerschein zu machen. Evtl. erwartet aufgrund der Art des Verstoßes dann vorher noch eine MPU auf Dich, um Deine Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges nachzuweisen (auch wenn der Promillewert das evtl. nicht ganz hergibt, aber in Verbindung mit der Fahrt ohne Fahrerlaubnis ggf. schon) und ein Bußgeld in Höhe von 30-90 Tagessätzen oder einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Ohne Einkommen dürfte sich der Tagessatz nach dem für Dich geltendem Hartz 4-Satz richten

Was könnte ich tun um die Konsequenzen so gering wie möglich zu halten?

Vor Gericht geständig sein und keine hanebüchnen Ausreden oder fadenscheinigen Begründungen für die Alkoholfahrt ohne FE bringen (glaubt Dir ohnehin keiner), sondern echte Reue zeigen.Gut ankommen würde m.E. auch ein (Neben-) Job, mit dem sich die Raten für das Bußgeld finanzieren ließen. Als Schüler (und u 21) denke ich, kommt keine Freiheitsstrafe in Betracht, aber ggf. ein Haufen Sozialstunden, da man Dich vermutlich nach Jugendstrafrecht verurteilen wird....

Antwort
von Rockuser, 45

Wenn Du Pech hast, kommst Du 3 Jahre in Haft. Vermutlich wird es aber eine Geldstrafe geben. Die Höhe legt der Richter bei deiner Verhandlung fest.

PS. Nimm sofort einen Anwalt.

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