Frage von Top1000, 48

Welche Kampfart sollte ich wählen (Jugendliches Mädchen)?

Hallihallo, Ich bin gerade auf der Suche nach einer neuen Sportart, da ich nicht mehr richtig Lust auf meine derzeitige habe, da ich dort sowie so nur von der Trainerin niedergemacht werde. Wechseln will ich auch nicht, da mir mein Team doch sehr am Herzen liegt.

Daher wollte ich jetzt eine Kampfart ausüben, ich freue mich schon riesig, obwohl ich nicht mal weiß, welche ich machen soll.

Am liebsten würde ich Schwertkampf ausüben, jedoch gibt es in meine Umgebung nur so mittelalterliches, und dieses würde ich nicht so gerne machen.

Dann bin ich auf Ninjutsu getroffen und ich frage mich, ob ich so als Einsteiger, dass schaffen könnte (15 Jahre alt, habe vorher nur Basketball gespielt und habe Kniebandagen, da ich öfters umgeknickt bin).

Danke im Voraus LG Top1000

ps. Mir ist schon klar, dass ich nicht sofort super gut bin, und mir ist auch klar, dass ich viele Jahre dieses tun muss ;D

pps. Ist das schräg, dass ich Ninjutsu dann vielleicht mache und ein großer Fan der Ninja Turtles bin xD

Antwort
von volker79, 44

Ich mache selbst Ninjutsu, genaugenommen Bujinkan Budo Taijutsu (es gibt ein paar Verbände mit unzähligen Dojos weltweit, die ihre Wurzeln im Ninjutsu haben aber auch viel Samurai-Kampfkunst rumschleppen, die großen sind Bujinkan, Genbukan und Jinenkan - in denen ist man gut aufgehoben, abseits davon werden die Verbände sehr klein, die Interpretation von Ninjutsu manchmal etwas abenteuerlich und ob man gutes oder schlechtes Training bekommt ist eher Glückssache).

Generell kan ich dich nur ermutigen, es zu machen, allerdings muss ich auch etwas mahnen, dass es lange dauert, bis man zu den Waffen kommt und dass die Enttäuschung groß sein kann, wenn erwartet, das zu machen, wie die Vorbilder Ninja Turtles (von allem noch am nächsten dran, aber halt eben auch nicht real), Naruto oder 70er/80er Ninja-Filme.

Was man lernt, hängt stark vom Meister ab. Generell enthält der Bujinkan halt viel Ninja- und Samurai-Kampfkunst. Die Grenzen sind fließend, schließlich sind Land, Ära und Herkunft die Gleichen. Was Ninjutsu zu Ninjutsu macht, die 18 Künste des Shinobi Iri, gehört nicht zum eigentlichen Programm des Bujinkan. Und die 80er-Jahre-Ninjutsu-Meister, die noch von Stephen K. Hayes und anderen Meistern, die sich auch mit Shinobi beschäftigt haben, beeinflusst wurden, setzen sich langsam zur Ruhe.

Ninjutsu ist für jeden geeignet, egal wie alt man einsteigt (hier kann eher noch ein Mindestalter gelten, da die meisten Teilnehmer Erwachsene, Einstiegsalter gerne mal jenseits der 30, oder heranwachsende Jugendliche sind und die Größenverhältnisse von Kindern dann ungünstig sind - es gibt aber auch Dojos mit Kindergruppen), wie fit man ist oder begrenzt auch (klar irgendwo gibt es Limits) ob man irgendwelche Handicaps hat.

Dass du ab und zu mit dem Fuß umknickst, muss kein Problem sein, kann aber. Erstmal ist natürlich Basketball ein großer Impact auf die Fußgelenke (Rennen und spontanes Bremsen), den ich im Ninjutsu so nicht kenne, aber wenn deine Bänder instabil sind, solltest du erstens die Trainer darüber informieren und zweitens evtl. auch mit einem Physiotherapeuten sprechen, ob du für Sport, egal ob Basketball oder eine Kampfkunst, das Fußgelenk nicht mit einer schlanken, dich nicht behindernden Schiene stützen oder mit Kinesiotape unterstützen kannst.

Damit du eine ungefähre Vorstellung hast, was dich erwartet, hier mal ein wenig nach Fortschritt sortiert, was man lernt, mit ungefähren (nicht verbindlich richtigen) Angaben der Kyu (Schülergrade, die man von 10 bis 1 rückwärts zählt) - es kann auch sein, dass man schon früher mit bestimmten Sachen wie Würfen oder Waffen in Berührung kommt, aber ungefähr in den genannten Graduierungen wird es in der Prüfung abgefragt.

- Anfang (10.->9. Kyu): Ukemi und Kaiten (Fallen und Rollen), Kamae (Basispositionen), Basis-Schläge und Tritte, Basis-Hebel, Handbefreiung

- Fortgeschrittene Basis (9.->8.->7. Kyu) Fortgeschrittene Rollen, weitere Befreiungen (z.B. aus Bärenumarmung oder Schwitzkasten), Schlag- und Trittfolgen, diverse Hebel angesetzt aus einem Schlag-Konter

- Weiterer Fortschritt (6.->5.->4. Kyu) Noch mehr Rollen, noch mehr Schlag-, Tritt- und Hebeltechniken, Basis- und fortgeschrittene Würfe, Katana (Schwert - ausgeführt mit einem Bokken, einem, Holzschwert in der Form dem Katana nachempfunden), später auch Hanbo (kurzer Stock)

- Höchste Schülergrade (3.->2.->1. Kyu) Immer noch mehr Rollen, Schlag-, Tritt und Hebeltechniken, fortgeschrittene Würfe, fortgeschrittene Katana und Hanbo Techniken, Bo (langer Stock)

- Meistergrade (ab 1. Dan) und optional natürlich auch für Schüler, aber kein Prüfungsprogramm für sie: Noch mehr Basistechniken (die nehmen kein Ende ;-)), Kyusho (Nervenpunkte), seltenere Waffen (Naginata, Sai, Nunchaku [in Deutschland verboten], Shuriken [in Deutschland verboten], ...)

Hoffe, das gibt dir Anhaltspunkte, auf was du dich einlässt. Spaß macht es auf jeden Fall, auch wenn man nicht zum Ninja-Turtle wird (auch wenn man gerade am Anfang schon mal beim Ninjutsu hilflos auf dem Rücken liegt, wie eine umgekippte Schildkröte, was einen aber nicht zum Ninja-Turtle macht)

Kommentar von Itachiie ,

Noch ein Buyu ^^

Gut.. Das Programm muss man aber sagen, ist von Dojo zu Dojo unterschiedlich. So wird man bei uns die ganze Zeit (wie auch nicht) vom Taijutsu begleitet und Waffenlehren beginnen bereits ab einem früheren Kyu. Normalerweise werde auch keine Prüfungen abgelegt, sondern der Meister entscheidet wann du bereit bist. Was nützt es schließlich wenn man Sanshin no Kata (Grundprinzipien in Bewegungen ausgeführt) super nach machen kann, doch ohne es zu verstehen :)

L.G. Kai

Kommentar von volker79 ,

Unterschiede zwischen verschiedenen Dojos gibt es genug, das stimmt wohl. Bei uns kommt man aber auch etwas früher als erst zu den genannten Zeitpunkten mit den Waffen in Berührung. Die Angaben sind grob dran orientiert, bei welcher Graduierung man sie ungefähr beherrschen muss.

Generell bin ich weder ein Freund davon, Waffen zu lange zurückzuhalten, noch sie direkt einem Anfänger in die Hand zu drücken. Die Waffen im Ninjutsu sind die Vergrößerung des Taijutsu (Körpertechniken, waffenloser Kampf). Die sollten zumindest mal einigermaßen da sein. Die Art, wie man einen Shuto (Handkantenschlag) schlägt, ist der Schwertführung nachempfunden. Daher kann das Führen eines Katana/Bokken durchaus auch positiv auf den Shuto wirken, z.B. wenn man beim Omote Shuto zum "Pizza servieren" (weiter Bogen außenrum mit nach oben zeigender Handfläche statt gerader Schlag, bei dem die Hand erst kurz vor Schluss zur nach oben geneigten Handfläche eindreht) neigt.

Insgesamt zeigen einem die Waffen, wo man beim Taijutsu wirklich steht. Das kann selbst für einen "frühen Fortgeschrittenen" der bereits ein oder zwei Graduierungen hat (9. oder 8. Kyu) ziemlich frustrierend, aber auch "erleuchtend" sein. Der Bo, so schnöde er auch nach Stock aussieht, ist die Königsdisziplin und unheimlich schwer zu handhaben. Weißgurt und Bo? Kann man mal als Spaßveranstaltung machen, aber da kommt absolut nix sinnvolles bei raus.

Antwort
von Llenocx, 48

Okay... also Ninjutsu ist natürlich eine interessante Angelegenheit, aber vielleicht ist Kenjutso mehr der Schwertkampfstil welchen du suchst, weil Ninjutsu eher das führen des Schwertes zeigt. Aber wenn so etwas nicht in deine Nähe ist, kannst du ja mal nachsehen ob irgendwo Kobudo angeboten wird. Beim Kobudo lernst du mit den Waffen zu kämpfen, welche die Asiatischen Bauern damals verwendeten, Kobudo macht mir persönlich sehr Spaß und ist auch abwechslungsreich und außerdem haben fast alle Ninja Turtles Kobudo Waffen;). Wenn du auch villeicht etwas ohne Waffen machen willst, empfehle ich natürlich das altbewährte Shotokan Karate.

Ich hoffe ich konnte helfen

Antwort
von Th3Chakrus, 48

Ahhh... 1mal mach das was dir am besten gefällt bzw deinem persönlichen stil zusagt... Vlz probierst du doch mal den mittelalterlichen Schwertkampf... Ich mach selber seit 12 jahren Selbstverteidigung und Kampfkunst (ARTMA aus dem Wing Tsun herausgebildet)...dort lern ich auch den Waffenkampf von Messer bis Tomahawk, Stock bis Speer und Schwertkampf... Und kann dir sagen... Mittelalterlicher schwertkampf is sehr sehr anspruchsvoll und die Basis für vieles andere auch...

Antwort
von Itachiie, 25

Hey ho :D

Das Ninjutsu ist keine Kunst in der es darum geht zu gewinnen, coole Bewegungen zu beherrschen oder fliegen zu lernen. Wenn du den Weg des Kriegers (Budo) einschreiten möchtest, sei dir bewusst, dass du nicht nach ein paar mal trainieren ein Meister der Kampfkunst bist. Es wird mit einfachen Schlag und Ausweichübungen beginnen. Bewegungsformen, Stellungen... Übrigens: Bei den Schlägen und Ausweichübungen hatten viele die ich im Laufe der Zeit kennenlernte schon keinen bock mehr. Sie kamen wohl mit der Einstellung, sich nach nur wenigen Stunden verteidigen zu können. Doch ist es tatsächlich nicht so. Im Vergleich zu vielen anderen Kampfsportarten lernst du im Ninjutsu langsam, jedoch genau. Jede einzelne Bewegung wird anfangs langsam ausgeführt. Bis du schließlich in das Level kommst, wo du dich kaum bewegst und andere nicht erkennen warum dein Gegner umfällt. Dies passiert allerdings oft bei Seminaren, wo Meister eines hohen Dan (Rang eines Meisters) lehren :'D

Ninjutsu ist nicht einfach sportlicher Ersatz, besonders die Seele und das verstehen ist wichtig. Du musst regelmäßig trainieren, Dojo (verein)-Besuche reichen da nicht :) 

Und falls du denkst du bist nicht sportlich genug.. Was ich bezweifle wo du ja Sport machst.. Die Techniken des Ninjutsu basieren auf dem Taijutsu, der Körperkunst. Es wird als Kunst verstanden den Körper im Sinne des Taijutsu zu bewegen, so könnten dir beide Beine auf Grund eines Unfalles fehlen und dennoch heißt es nicht du könnest kein Ninjutsu praktizieren. Nur musst du eben lernen mit deinem Körper umzugehen ^^

Ich Laß hier bei jemandem auch, dass er dir Kenjutsu aufgrund deiner Interesse zum Schwertkampf empfiehlt. Ist eigentlich keine schlechte Idee, dies ist halt die alte traditionelle schwertkampfkunst, jedoch rate ich davon ab diese zu praktizieren ohne irgendwo das Taijutsu zu praktizieren, da diese Schwertkampfkunst auf dem Taijutsu basiert und du sie deutlich besser verstehen würdest, würdest du besagtes Taijutsu zusätzlich praktizieren. Deswegen empfehle ich dir ein Probetraining in einem Ninjutsu Dojo. In solchen wird auch heute noch die traditionelle Schwertkampfkunst (Kenjutsu) gelehrt, natürlich auch besagtes Taijutsu ^_^

Naja, ich schreibe hier so viel.. Also zu deiner Frage.. Du könntest Ninjutsu wählen, doch wisse, dass zuerst Geduld kommt. Ebenso solltest du wissen, dass Ninjutsu kein Wettkampf-Sport ist. Unser Ziel ist es zu überleben. Du kannst so viele Trophäen gewinnen wie du willst, der echte Kampf ist immer anders. 

Wenn dich Ninjutsu weiterhin interessiert, kannst du mich gerne mit einer Persönlichen Nachricht antickern, wenn du willst könnte ich dir dann Fragen beantworten und dir bei der Suche nach einem Ninjutsu-Dojo helfen :D

Liebe Grüße, Kai

Antwort
von MatthiasK1, 16

Bei den meisten Dojos kann man für ein Probetraining kommen. Am besten du probierst es selbst aus und entscheidest dann, ob es dir liegt und Spass macht.

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