Frage von t0oturnt, 103

Welche Kamera soll ich mir kaufen (Max. 500€)?

Hallo :)
Da meine Nikon Kamera vor ein paar Tagen ausversehen runtergefallen ist und jetzt kaputt ist brauche ich eine neue Kamera... Am Besten wäre eine Spiegelreflex (oder es gibt doch auch so welche ohne Spiegel ist mir eigentlich egal) aber sie dürfte nicht teurer als 500€ sein. Könnt ihr mir irgendeine Kamera empfehlen?

Antwort
von Airbus380, 32

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar
und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange
in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will
oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute
Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine
Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet.
Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras
verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von
Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine
Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera.
Populaerer Vertreter ist die Canon Powershot G15. Zoombereich und
Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen
Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt
mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber
Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT
und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder
Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein
Schaubild gibt es hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bildsensor#mediaviewer/Datei

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden"
entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer
bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man
genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000
Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei
jedem System ins Geld (und ins Gewicht). Außerdem wachsen die zu
schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei
stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony
(Minolta) koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony) bis
riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen
Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony NEX,
Olympus und Panasonic mFT, Fuji X) bieten fuer die allermeisten
ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier
(oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst.
Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will,
welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen,
welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten
klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann
nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue
Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit
auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem
Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera
.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch
oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von
Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar
Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden.
Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche,
Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur
Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte
. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel)
fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die
Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

Expertenantwort
von nextreme, Community-Experte für Kamera, 42

Es lohnt weder eine Spiegelreflex noch eine Spiegellose zu kaufen für den Preis. Beides braucht am Ende Objektive und damit sind nicht die gemeint, die es für gewöhnlich dazu gibt und die nur dazu da sind, dass aus der Kamera überhaupt irgendein ein Bild kommt.

Hinzu kommt, dass DSLRs vor allem eins sind und zwar groß. Die Frage ist also auch, wofür möchtest Du sie benutzen? Für den Urlaub ist es Sinnfrei, denn da schleppst sie einmal mit umher und schon beim nächsten Urlaub kommen deine Bilder vom Handy und die DSLR bleibt im Schrank.

Bei Spiegellosen hingegen sind vorallem die Objektive teurer. Womit wir wieder beim Preis wären.

Nun gibt es zwar auch Kompaktkameras die mit halbwegs vernünftigem Sensor ausgestattet sind teilweise mit lichtstarken Objektiven, aber auch diese haben ihren Preis. So ist eine RX100 (339€) mit einem 1" großen Sensor nicht von schlechten Eltern, und in der 3. Version (581€)  unschlagbar bei den Edelkompakten.

Und von Bridgkameras halte ich persönlich so garnichts. Die können ausser zoomen nämlich nichts.


Antwort
von FoxundFixy, 25

Für den Preis lohnt sich Spiegelreflexkamera nicht.Punkt.

Grund ist , man fängt da bei dem Budget am untersten Ende an. Wenn man dann auch noch nur das Objektiv hat, das mit dabei ist,kann man nicht viel von den Bildern erwarten. Solche Objektive kosten fast nichts und taugen genauso wenig. Es gibt schon Gründe warum gute Objektive mehr kosten als die Kamera ansich. Wenn man sich eine normale Kompaktkamera kauft, hat man alles was man braucht . Eine Spiegelreflexkamera ist ein Fass ohne Boden,da braucht man etliches Zubehör,sei es andere Objektive ,Filter,Stative,Kamerataschen,Blitzgeräte usw.

Auch sollte man bei solchen Kameras sich mit der fotografischen Materie auskennen und wissen was man da tut.Wer nur da mit den Automatikprogrammen knipst,braucht sich nicht wundern ,wenn manche Handybilder besser als die  Eigenen aussehen.Nachbearbeitung der Bilder sollte da auch Pflicht sein.

Viele meinen ja ,daß man sich da eine Canon oder auch Nikon kaufen soll,weil ja auch Profis damit fotografieren.Aber Profis benutzen da keine Kamera für 500€. Die hängen da noch eine Null mehr  für ihre Kamera hinten dran oder noch mehr.Wiederum benutzen die echten Profis ganz andere Marken wie Hasselblad,Phase One,Leica,Mamiya ,Linhof für die man schon ein gutes Auto bekommt.

Ich will damit sagen,daß es eigentlich egal ist,welche Kameramarke es später werden soll.Die kochen alle nur mit Wasser.Für eine gute Qualität bedarf es einen großen Sensor und gute Objektive, und das kostet dementsprechend

Antwort
von Skinman, 31

Da würde ich entweder noch 50, 60 Euro drauflegen und eine Canon PowerShot G1 X anschaffen;

oder wenn ich richtig cool wäre, noch 120 Euro drauflegen und eine Ricoh GR II;

oder vielleicht eine Olympus PEn E-PL 5 mit einer lustigen Festbrennweite zusätzlich zum Kitzoom, wie dem Panasonic Lumix G 25mm 1.7 vielleicht (und mich schon mal mental darauf einstellen, dass es im Folgenden teuer wird, weil man mehr Objektive haben wollen wird und auch so Dinge wie den Aufstecksucher);

oder eine von den Fuji X "Messsuchern" im Preisbereich und mich darauf mental einstellen, dass es früher oder später aus ähnlichen Gründen noch SEHR viel teurer werden könnte.

Expertenantwort
von judgehotfudge, Community-Experte für Kamera, 30

Hallo t0oturnt,

die erste Frage wäre, ob Du Objektive hast, die Du weiter benutzen willst.

Kommentar von t0oturnt ,

Nein habe ich nicht..

Kommentar von judgehotfudge ,

Eine Kamera ist ein sehr persönliches Werkzeug, das zum Fotografen passen muss. Deshalb empfehle ich Dir, nicht zu sehr auf andere zu hören bei der Kamerawahl. Meistens empfiehlt jeder seine eigene Kamera, ohne die anderen aus eigener Erfahrung zu kennen. Eine Kamera muß gut in der Hand liegen und Du musst mit der Bedienung gut zurecht kommen. Das auszuprobieren kann Dir keiner abnehmen. Und sie muss zu Deinen fotografischen Ansprüchen und Schwerpunkten passen, und die kennen wir nicht.

Was wir auch nicht wissen, ist, wie viel fotografische Erfahrung Du hast und warum Du Dir eine DSLR kaufen willst. Solltest Du in diesem Punkt noch nicht festgelegt sein, so käme auch eine gute
Kompakt- oder Bridgekamera in Frage. Diese sind gerade für Anfänger oft erstmal weniger verwirrend, und gute Bilder kann man damit auch machen. Weitere Pluspunkte: Du musst weniger schleppen und brauchst Dich unterwegs nicht mit Objektivwechseln zu plagen – und Du sparst Geld.

Bitte glaube nicht, dass Du mit einer DSLR automatisch bessere Fotos machen wirst als mit einer guten Kompakt- oder Bridgekamera. Eine DSLR bietet zwar mehr Potenzial, dieses können oder wollen viele Anfänger aber gar nicht nutzen. Ohne ein grundlegendes Verständnis der optisch-technischen Zusammenhänge geht es jedenfalls nicht.

Am besten gehst Du mal in ein Fotofachgeschäft (nicht Elektronikmarkt) und probierst verschiedene Modelle aus, am besten auch draußen bei Tageslicht. Probieren geht über (Testberichte und Meinungen anderer) studieren!

Den größten Einfluss auf die Bildqualität hat der Fotograf und nicht die Kamera. Deshalb würde ich Dir empfehlen, mehr Zeit und Energie auf die Weiterentwicklung Deiner fotografischen Kompetenz zu verwenden als auf die Suche nach der "perfekten" Kamera.

Und den zweitgrößten Einfluss auf die Bildqualität hat das Objektiv.
Deshalb solltest Du auch das mit Bedacht auswählen, falls Du Dich für eine Kamera mit Wechselobjektiven entscheidest.

In diese Kategorie fallen übrigens auch die neueren, spiegellosen
Systemkameras. Auch die könntest Du in Betracht ziehen, falls Du auf ein kleines und leichtes Gehäuse Wert legst und Dich der z. T. kleinere Sensor, der fehlende optische Sucher und die teureren Objektive nicht stören.

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