Frage von Seppel1900, 64

Welche Kamera + Objektiv könnt Ihr mir empfehlen?

Hallo liebe Community,

Ich möchte mir dieses Jahr eine Spiegelreflexkamera kaufen um in das Fotografieren auch einmal einzutauchen. Allerdings habe ich dann, wenn ich mir das zulegen möchte um die 750€ zur Verfügung (Kamera UND Objektiv) .

Da ich mich schon etwas belesen habe zu dem Thema (gibt ja viele hier im Forum) Nun meine Frage: Könnt Ihr mir eine Kamera empfehlen? Außerdem, nützt ja eine Super Kamera nichts, ohne Objektiv. Gibt es da auch welche, die Ihr vielleicht selbst besitzen tut, oder empfehlen könnt? Ich möchte hier, so gut es geht Neutrale Vorschläge haben, um eben einen Überblick zu haben.

Zu meiner Person, ich bin Anfänger, möchte am liebsten Landschafts- und Nachtaufnahmen oder auch mal ein Personenfoto machen. Also keine Sport- oder Sontige Aufnahmen. Außerdem, sollte die Videoqualität ebenfalls gut sein, dies ist aber zweitrangig.

Ich habe mir z.B. auch schon mal im örtlichen Saturn geschaut und zum Beispiel die Sony Alpha 58 gesehen, die gefallen könnte. Meinungen? Vorschläge?

Vielen Dank schon einmal im voraus,

euer Seppel1900

Antwort
von Airbus380, 35

Etwas allgemeiner:

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet. Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera. Populaerer Vertreter ist die Canon Powershot G15. Zoombereich und Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein Schaubild gibt es hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bildsensor

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden" entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000 Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei jedem System ins Geld (und ins Gewicht). Außerdem wachsen die zu schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony (Minolta) koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony) bis riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony, Olympus und Panasonic mFT, Samsung NX, Fuji X) bieten fuer die allermeisten ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier (oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst. Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will, welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen, welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden. Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche, Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel) fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

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Kommentar von Seppel1900 ,

Mir geht es wie schon erwähnt um 80% Landschafts- und Stadt Aufnahmen bei Tag und Nacht. Daher wollte ich das wissen, was da besser passt. ;)

Kommentar von Airbus380 ,

Das geht mit jeder Kamera und so riesig, wie immer getan wird, sind die Qualitaetsunterschiede gar nicht. Allerdings ist die Bedienung recht unterschiedlich und man tut gut daran, die Geraete auszuprobieren. Nachtaufnahmen macht man mit Stativ; wenn man darauf verzichtet, dann sind die Kameras extrem teuer und bringen trotzdem nur mittelmaeßige Ergebnisse. Oder die Kamera-Objektivkombination ist guenstiger (ab 800€) und die Ergebnisse sind brauchbar bis Schrott. Wenn die Kamera-Objektivkombination billig ist (bis 800€) ist das Ergebnis ohne Stativ auf jeden Fall Schrott.

Antwort
von Streamer, 34

Wenn es eine DSLR sein soll würde ich in einen Laden fahren und die beiden großen Marken Nikon und Canon mal in die Hand nehmen. Du kannst dir auch überlegen einen etwas älteren, gebrauchten Body zu kaufen, da bekommst du oft die vorherige Generation für wenig Geld. Vorteil wäre eine bessere Ausstattung zum gleichen Preis (ich denke bei gebrauchten macht es nur Sinn, sich eine Kamera zu Kaufen, die für hohe Beanspruchung konzipiert wurde). Nachteil wäre natürlich eine sehr kurze oder ganz fehlende Garantie. 

Mit einer komplexeren Kamera kann man genau so gut oder sogar noch besser lernen als mit einem Einsteigergerät, wenn man aber dann langsam fortschreitet lernt man die zusätzlichen Dinge zu schätzen (z. B. größerer Sucher, knackigerer Autofokus, bessere Bedienung, zweites Display, kürzere Verdunklungszeit des Suchers beim auslösen, also eine schnellere Spiegelbewegung). 

Als Objektiv kann man sich das Kit-Objektiv mit besorgen und eventuell wieder verkaufen, je nachdem. Die Kit-Linsen sind nicht schlecht, vor allem nicht für den Preis. In eher düsteren Situationen wünscht man sich doch oft mehr Licht. Für 300 € gibt es von Sigma ein 17-50 mm f/2,8 das ich toll finde. Alternativ kann man das Kit-Objektiv für Portraits und Detailaufnahmen mit einem günstigen 50 mm f/1,8 ergänzen. In Innenräumen ist mir persönlich 50 mm aber schon zu lang. Aber das kann man natürlich mit dem Kit-Glas rausfinden und ein Gefühl für die verschiedenen Brennweiten bekommen. 

Kommentar von Seppel1900 ,

Thema "Gebraucht", was kann man denn über die "Vorgänger" sagen? Das sie günstiger sind, klar, aber haben die mehr Ausstattung als eine "aktuelle"? Oder lohnt es sich nicht danach zu schauen? 

Kommentar von Streamer ,

Die Änderung von einem Modell zum direkten Nachfolger ist nicht sonderlich groß, es erscheinen andauernd neue Kameramodelle... Aber ein Gebrauchtkauf ist eben auch immer teilweise ein Glücksspiel, bei Kameras ist zum Teil die Zahl der Auslösungen ausschlaggebend, da müsstest du dich entsprechend ausgiebig informieren. Mit dem Risiko muss man auch umzugehen wissen. Mit einer Einsteigerkamera kann man aber auch sehr viel machen, die grundlegenden Funktionen sind ja gleich.

Antwort
von tactless, 48

Warum soll es denn ausgerechnet eine Spiegelreflexkamera sein? Warum keine Spiegellose? 

Die von dir genannte A58 ist eine ausgezeichnete Anfängerkamera. Ist allerdings eine Hybridkamera und keine reine Spiegelreflexkamera. Darum ja auch die Frage, warum Leute allgemein immer nach DSLRs fragen. 

Und was das Objektiv angeht. Nun wenn du keine hohen Ansprüche hast, dann würde ich mir einfach ein Reiseobjektiv zulegen womit dann jede Brennweite abgedeckt ist. 

Kommentar von Seppel1900 ,

Was könntest du denn empfehlen? Da du ja angesprochen hast, warum eine Spiegelreflex und keine Spiegellose? Mir geht es hauptsächlich um gute Ergebnisse bei Nacht- und Tagesaufnahmen. Gerade bei Landschaften und Städten.

Kommentar von tactless ,

Nicht die Kamera macht die Bilder, sondern der Fotograf. Im Prinzip kannst du fast mit jeder Kamera gute Bilder machen. Die Unterschiede liegen dann eher im Detail. 

Wenn man viel Nachts fotografiert, dann ist ein hoher ISO durchaus von Vorteil. Da ist dann eine Vollformatkamera von Vorteil. Da ist Sony Alpha 7 - Serie derzeit wohl Marktführer. Aber Vollformatkameras sprengen schon dein Budget. 

Also die Alpha 58 ist wie gesagt schon eine gute solide Kamera mit der man ordentliche Bilder machen kann. Mein Bruder und ein Kumpel nutzen diese und können nicht klagen. 

Mir selber ist sie nichts. Liegt aber nicht an der Qualität oder dergleichen, sondern lediglich an der Größe. Darum bin ich allgemein kein Fan von Spiegelreflexkameras. Denn wenn du da mal eine vernünftige Ausrüstung mit dir führen willst, dann schleppst du dich halb zu Tode. 

Bevorzuge daher das Micro-Four-Thirds System. Das sind Spiegellose Systemkameras. Stehen den Großen aber in nichts nach. Der Sensor ist zwar ein bisschen kleiner, aber sonst funktionieren die wie die Großen. 

In dem Budget in dem du dich bewegst unterscheiden sich die Kameras nicht großartig. Gibt dann nur geringfügige Unterschiede in der Ausstattung. Wie WLAN und solch Schnick Schnack. 

Daher mein Rat, geh einfach mal in einen Elektronikmarkt und nimm dir mal ein paar Kameras von Canon, Nikon, Sony in die Hand, und schau welche dir am besten in der Hand liegt und welche du am intuitivsten bedienen kannst. Denn irgendwelche Empfehlungen bringen dir nichts, wenn du die Kamera letztendlich unbequem findest oder sie nicht bedienen kannst. 

Kommentar von Seppel1900 ,

Okay, also scheint die Alpha 58 schonmal ein gutes "Grundgerüst" zu sein. Nur die Frage, welches Objektiv für wenig Licht gut ist. 

Kommentar von tactless ,

50 mm 1,8 F kann man durchaus nehmen. Wobei man bei Nachtfotografie ohnehin ein Stativ nutzen sollte. Durch höhere Belichtungszeiten lässt sich das ganz gut ausgleichen wenn ein Objektiv nicht so Lichtstark ist. 

Antwort
von soldanlar, 12

Hallo Seppel1900

Ich besitze die Nikon D3100. Sie eignet sich sehr gut als Einsteigermodell. Ich bin mit dieser Kamera sehr zufrieden und habe sehr schöne Aufnahmen mit ihr gemacht. Doch nun möchte ich auf ein Modell für Fortgeschrittene wechseln. Daher biete ich das Gehäuse meiner Spiegelreflexkamera zum Verkauf an (230€). Mit dem Objektiv Nikkor 18-55mm (ca. 120€) wärst du also noch locker in deinem Budget, und könntest dir auch ein weiteres Objektiv wie z.B.: das Nikkor 55-300 kaufen.
Falls du Interesse hast, würde ich mich auf eine Antwort freuen.
Meine E-Mail-Adresse : lara.soldan@gmx.at

LG

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