Frage von Schwesternherz, 45

Welche Innendämmung der Außenwand nutzen?

Hallo Community! Mein Mann und ich haben ein Haus gekauft, 69er Baujahr, gebaut aus (ich glaube) 36er Hohlblocksteinen. Die Fassade wurde von den Vorbesitzern erneuert (ca.5 Jahre her), leider ohne an eine Fassadendämmung oder Wärmedämmputz zu denken. Aber mit Lotusfarbe... naja deswegen sieht die Fassade zumindest noch top aus. Wir mussten innen deutlich mehr renovieren als gewollt, die Wände im noch nicht bewohnbaren OG sind wg Erneuerung der Elektrik offen. Die Vorbesitzer hatten "weil es im Winter so kalt am Kopf zieht" die Dachschrägen und die Außenwände von Innen mit Styropor abgeklebt und einfach drübertapeziert. Wir haben das abgemacht aus Brandschutzgründen und würden gerne (sofern möglich) so gut es geht von Innen die Außenwände isolieren. Denn 1. ist die Fassade ja noch recht neu, 2.fehlt aufgrund der unvorhergesehenen Renovierungen das Geld für eine Fassadendämmung. Jetzt meine Frage: Was eignet sich dazu? Mein Mann hatte sich schon über Kalziumsilikatplatten informiert, da diese im Gegensatz zu andern Dämmmaterialien nicht so schimmelanfällig seien und auch vom Baulaien relativ einfach angebracht werden können. Welche Möglichkeiten gibt es noch? In den Zimmern gibt es überall Dachschrägen, jedoch ohne nennenswerten Kniestock, die Fenster sind von ´92 doppelt verglast, das Dach bietet recht großen Regenschutz durch hohen Überstand. Gedämmt ist der Dachboden mit einer nicht nennenswert winzig dünnen Schicht Glaswolle, sonst nix, die wollten wir auch noch erneuern bzw austauschen. Geheizt wird mit einer Ölheizung, Heizkörper in jedem Zimmer, zusätzlich heizt ein Kachelofen mit "Warmluftschacht" 2 der 3 Schlafzimmer oben mit. Ich hoffe das reicht an Informationen aus, dass mir jemand helfen kann, herauszufinden ob ich auf dem Holzweg mit den Kalziumplatten sind, oder ob eine gescheite Dachbodendämmung ausreicht. Vielen lieben Dank im Voraus!!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AndiRat, 20

Für den Zweck, den ihr vorhabt ist die Kalziumsilikatplatte schon das Richtige. (brennt nicht, beständig gegen Schimmel, kann Feuchtigkeit aufnehmen, etc.) Das Hauptproblem ist die Feuchtigkeit. Da sind andere Materiealien eher weniger geeignet. Anstreichen sollte man die nicht mit Dispersionsfarbe (läßt keine Feuchtigkeit durch) sondern mit z.B. Silikatfarbe. Dann kann die Wand austrocknen.

Wichtig ist die Dämmung des Dachbodens. Das bringt eine spürbare Wirkung bei der Energieersparnis.

Wie andere schon gesagt haben, ist die Dämmung von innen nicht ideal. Aber die Kosten einer Dämmung von außen sind erheblich und auch nicht unumstritten. Wer ein Haus dämmt, Dach, Wände und Fenster, der muss so viel dafür zahlen, dass er mit diesem Geld eigentlich 30 Jahre heizen kann. Und die Wände können nicht richtig austrocknen.

Vielleicht solltet ihr vor allem bei der Anlage noch was machen. Z.B. den Ölbrenner austauschen. (Holz oder Pelletskessel, vor allem mit solarer Unterstützung, oder eine Wärmepumpe.) Das bringt auch deutliche Effekte.

Antwort
von XdietarX, 15

Zu eurer Lotosan Farbe guckt ihr euch mal die Webseite an: 
www.konrad-fischer-info.de/2lotus.htm 
Die beste Dämmung für euer Problem wäre eingeblasene Zellulose, aber ohne Dampfsperre, auch wenn euch "Experten" die unbedingt verkaufen wollen. Leider muss man sich einen Bläser für die Arbeit leihen. Wenn man das noch nie gemacht hat, sollte man es einen Fachmann machen lassen.
Gute Alternativen sind auch Sisal- bzw.Kokosmatten Von Styropor, Mineralwollen und dergleichen ist dringend abzuraten.

Antwort
von pharao1961, 24

Ich rate grundsätzlich von einer Innendämmung ab, wenn nicht gleichzeitig eine dezentrale Lüftungsanlage eingebaut wird.

Wenn mit Polystyrol gedämmt war und es keine Feuchtigkeitsprobleme gegeben hat, hätte ich die drin gelassen (Polystyrol ist schwer entflammbar). Einen Dämmstoff, der im Brandfall gesundheitsfördernde Dämpfe abgibt und noch einigermaßen vernünftig dämmt, kenne ich nicht.

Antwort
von Kaminofenheizer, 11

- auf keinen Fall von innen dämmen !!! Damit wandert der Taupunkt der Wand weiter nach innen und die Wände können feucht werden ! So war es bei uns als wir uns ein Haus Bj. 55 gekauft hatten. Unter der Styroportapete waren die Wände feucht ! Den "Mist" entfernt und nach ca. 2 Jahren waren die Wände wieder trocken und innen auch wärmer ohne mehr zu heizen. Dachboden oder sogar das ganze Dach dämmen ist sehr gut und wirksam und wenn nur der Dachboden gedämmt wird, wird´s auch nicht so teuer. Die Außenwände werden wir nicht dämmen. Aus Kostengründen und auch aus Angst das die Wände dann nicht mehr "atmen" können und dadurch "stockig" werden könnten ( Schimmel). Viel Glück

Antwort
von harmersbachtal, 18

definitiv keine Dämmung weder außen noch innen !!!!!!!!!!!!!!!!!  Mogelpackung und Geldmacherrei


Kommentar von Onki73 ,

An der Fassade lohnt es sich oft nicht, das stimmt.

Die oberste Geschoßdecke, bzw. die Dachschrägen zum Wohnraum hin sollten schon gewisse Dämmwerte haben. Ob das nun unbedingt mit Mineralwolle oder sogar Styropor & Co. gemacht werden sollte, ist fraglich.

Ich bin für kapillarleitende Dämmmaterialien. Holzfaserplatten sind da schon eher angebracht, zumal diese auch eine bessere Wärmespeicherung haben, was dem sommerlichen Hitzeschutz dienlich ist.

Antwort
von eni70, 24

Am Üblichsten ist immer noch Dachpappe, Dampfsperre, Dämmung(etwa Glasfaser), Gipsplatten, Verputzen, Tapeten oder was ihr sonst innen haben wollt.

Good luck!

Antwort
von akkurat01, 9

Hier spielen viele Komponenten zusammen.

Das einig richtige ist eine Energieberatung. Eine 36 Mauer mit Putz reicht meistens voll aus.

Wenn ihr nicht den Schinken nach der Bratwurst werfen wollt, lasst euch beraten. Das ist immer günstiger wie eine Fehlentscheidung. Denn ganz so einfach ist es meistens doch nicht.

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