Frage von rasole, 93

Welche Heizungsart ist empfehlenswert. Eine Erdwärme- oder eine Luftwärmepumpe?

Dieses Jahr möchte ich von Null ein Haus bauen. Stehe aber vor dem Problem ob eine Erdwärme- oder Luftwärmepumpe besser ist. Wer hat da Erfahrung und kann weiterhelfen?

Wäre sehr dankbar für hilfreiche Antworten!

Antwort
von Simko, 55

Die Frage ist von anonymen Laien, die keinerlei Haftung für ihre Auskünfte übernehmen, sicherlich nicht belastbar zu beantworten.
Zunächst ist eine Grundlagenermittlung erforderlich. Die klärt, welche Leistungen und Energien für Hzg u. WW tatsächlich benötigt werden.
Bei hohen Bedarfen, wird sich die Waage eher zu SWP unterschiedlichster Quellenausbildung neigen, sofern die Genehmigungen der Unteren Wasserbehörden hierzu rechtsverbindlich vorliegen.
Bei mittleren bzw. geringen Bedarfen sind vollmodulierende Splitt-LWP Anlagen, aus wirtschaftlicher Sicht kaum schlagbar.
Dies setzt allerdings eine exakte Grundlagenermittlung, Anlagendimensionierung und -ausführung voraus.

Antwort
von Ralsch, 36

Ich denke im ersten Satz von Simko steht schon alles drin - erst mal die benötigte Gesamtleistung für Heizung und Warmwasser abschätzen. Das ist die Basis für die angefragte System - und im Endeffekt Gesamtkostenbetrachtung.

Aber Vorsicht: Das ist viel schwerer als man glaubt, insbesondere wenn in dem Haus reelle Personen leben (soll vorkommen) die dann plötzlich mit zarten 15 Jahren anfangen täglich den 300 Liter WW-Speicher leerzuduschen, oder gerne (trotz Lüftungsanlage) bei offenem Fenster schlafen, etc. Alles ein kleines Problem bei einem 08/15 Haus mit Gasheizung, aber ein Riesenproblem wenn man eigentlich ein hocheffizientes Energiesparhaus gebaut hat, mit wenig rechnerischem Verbrauch und entsprechend kleiner Heizungsauslegung (Wärmepumpen etc.).

Das Ganze darf man dann noch mit den vollmundigen und i.d.R. total überzogenen "Versprechen" der Heizungs- und Wärmepumpenhersteller verbinden, den Pfusch der Handwerker mit einkalkulieren für die Themen wie luftdichte Gebäudehüllen o.Ä. Böhmische Dörfer sind und es durch die Wände zieht und so weiter.

Ich kann nur 2 mögliche Ansätze wirklich empfehlen:

a) Allles in Eigenregie (habe ich gemacht, von der Projektierung bis zur letzten Fußbodenleiste alles selbst gebaut), und sich erst einmal RICHTIG in die Gesamtmaterie aus Wärmeerträgen- und Verlusten, Dämmungen, Heizsystemen etc. etc. etc. einarbeiten. Dafür benötigt man natürlich viel Zeit, und gewisse Grundlagen (Mathe, Physik, ...).

b) Den Auftrag komplett an einen seriösen Anbieter (Architekt, Bauunternehmen, etc.) vergeben. Ja, die gibt es, aber in der Regel nicht um die Ecke und sicherlich nicht als Schnäppchen. Dafür rechnet sich eine saubere Ausführung über die Jahre und spart viel Streß.

Und ich kann eines ganz sicher NICHT empfehlen:

Versuchen über Internetforen die Grundlagen der Haustechnik zu erfragen. Details, Tipps für eine spezielle Ausführung, Anregungen für eine schöne Tapete - ja. Aber nicht wie hier, das geht mit Sicherheit in die Hose.

Viel Erfolg beim Hausprojekt ;-)

Antwort
von BigLittle, 52

Weder noch. Luft-Wärmepumpen haben mit sinkender Außentemperatur sinkende Wärmeausbeuten. Damit müssen dann bei sinkender Außentemperatur die jeweilige Beiheizung einspringen und dies ist in aller Regel eine Elektroheizpatrone, die dann die Wärmepumpe zur teuren Elektroheizung umfunktioniert. Bei den Erdsonden Wärmepumpen kann kein Bohrunternehmen die Funktion und Leistung der niedergebrachten Bohrsonden garantieren. Schon gar nicht auf Dauer. Denn auch wenn die Bohrsonden die Leistung erbringen für die sie projektiert wurden, sinkt die Leistung der Bohrsonden mit zunehmender Laufleistung bis sie irgendwann nicht mehr genutzt werden können und neue Sonden gebohrt werden müssen. Bis dahin muß die Elektroheizpatrone die fehlende Heizleistung erbringen. Die gesamte Wärmepumpenheizungstechnik ist noch nicht aus den Kinderschuhen herausgewachsen und es wird auch noch sehr lange dauern, bis die Probleme gelöst werden können, wenn es überhaupt möglich ist! Wenn ich mir heute ein Haus bauen würde, dann wäre ein Blockheizkraftwerk meine erste Wahl. Die modernen BHKW´s sind mittlerweile in Größen erhältlich die auch für Einfamilienhäuser geeignet sind. Diese sogenannte Mikro-BHKW´s haben einen Brennwertkessel integriert, der dann einspringt, wenn die Wärmeenergie, die der Generator liefert nicht ausreichen sollte. Der große Vorteil der BHKW´s ist, daß die Elektroenergie die erzeugt wird, voll vergütet wird und wenn diese dann noch selbst verbraucht wird, wird diese noch einmal vergütet. Zudem bekommt man das Erdgas, das für die Elektroenergieerzeugung verwendet wird eine Steuervergütung. Alles in Allem eine kostengünstige Heizungsalternative, die zudem noch sicher funktioniert! Was bei den Wärmepumpen nicht garantiert werden kann.

Antwort
von webser, 52

Erdwärmepumpe ist deutlich effizienter. Bei Luftwärmepumpen hast du nicht so einen hohen Wirkungsgrad. Du bruachst sehr moderne Heizkörper und eine gute isolierung, damit es überhaupt rentabel ist.

Antwort
von pharao1961, 45

Erdwärmepumpen (in die Tiefe oder auf die Fläche) sind zwar vom Nutzungsgrad her effektiver, aber hast du eine Ahnung was z.B. eine Bohrung bis in eine Tiefe von 100 m kostet? Und nach der Bohrung ist es auch möglich, dass sich das Baugebiet, bzw. die Bohrung nicht eignet für Erdwärme. Dann waren die Kosten eh für die Katz.

Ich rate meinen Kunden bei einem Passivhaus zur Lüftungsanlage mit Luftwärmepumpe und bisher hat sich - auch nach vielen Jahren - noch keiner beschwert.

Antwort
von bartman76, 52

Das hängt natürlich von den Anschaffungskosten ab.

Von einer Wasser-Wasser-WP rate ich dringend ab.

Eine Luft-WP finde ich persönlich nicht so dolle, da die Betriebskosten exponential zu den Außentemperaturen ansteigen. Ich kann mich mit dem Prinzip einfach nicht anfreunden, aber vielleicht ist die Technik heute weiter.

Die Sole-WP erscheinen mir persönlich am besten und damit habe ich auch gute Erfahrungen gemacht. Nachteil ist eben vergleichbar hohe Anschaffungspreis für die Erdsonden. Dazu braucht man den entsprechenden Platz und der Garten sieht dann ersteinma aus wie nachm Krieg.

Mit Flächenkollektoren habe ich keine Erfahrung, erscheinen mir aber ähnlich wie die Luft-WP nicht effektiv.

Antwort
von jogibaer, 37

Das wichtigste bei einem Hausbau ist, dass die Isolierung der Mauern und der Decken sehr gut ist. Auch die Baustoffe, welche man verwendet sind sehr wichtig. Schlussendlich will man sich auch wohlfühlen darin und zwar für sehr lange Zeit. Darum sind Bio Baustoffe zu empfehlen. Diese strahlen Gemütlichkeit aus und sind darum allen andern Stoffen vorzuziehen. Auch die Farben die man verwendet entscheiden über die Wohnqualität.

Der Preis Unterschied ist heute kaum der rede wert.

Heutige Häuser kann man so gut bauen, dass kaum mehr geheizt werden muss. Grosse Fenster mit 3 fach Verglasung bringen viel Wärme hinein.

Daher ist die Frage welche Heizung, nicht mehr so wichtig, weil die Betriebskosten so oder so niedrig sind. Luft Wärmepumpe scheint mir das einfachst und günstigste Heizsystem zu sein. Alles ist heute optimiert und es gibt keinen Lärm mehr wie früher.


Antwort
von herja, 45

Hi,

dazu gibts doch sehr viele Infos, wie hier z. B.: http://www.waermepumpen.info/erdwaermepumpe

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