Frage von JolieBijou, 95

Welche Haltungsform für Pferd?

Hei

mein Pferd muss mit mir zum Studieren umziehen und ich bin mir momentan etwas unsicher über die Haltungsform.

Erstmal zu ihr, sie ist 21 Jahre alt, 154 cm groß, topfit, bewegungsfreudig, Offenstall gewöhnt, lebt in einer gemischen Herde von 12 Tieren und ist dabei ehr ranghoch, aber nicht übertrieben dominant. Sie ist etwas anfällig bei windigem Wetter, stellt sich dann allerdings auch freiwillig in eine geschützte Ecke.

Ich schwanke sehr zwischen einem Aktiv/Laufstall und einem "normalen" Offenstall. Der Aktivstall hat natürlich den Vorteil, dass man kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn man mal nicht hin kommt, da das Pferd trotzdem versorgt ist und auch im Alter, wenn es nicht mehr reitbar ist, noch Bewegung bekommt. Trotzdem stell ich mir so einen Aktivstall auch "stressig" vor, da das Pferd ja zB nicht mehr direkt mit den anderen zusammen fressen kann und es eine enorme Umstellung für ihr Alter ist.

Mit dem Offenstall bin ich eigtl sehr zufrieden, möchte aber das Bestmögliche für mein Pferd und stehe deshalb auch dem Aktivstall offen gegenüber.

Was mich auch beschäftigt ist die Herdengröße, dieja bei Aktivställen meist deutlich größer ist, als bei kleinen Offenställen. Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Welche Herdengröße ist (bei genügend Platz) ideal? Gemischt oder reine Stutenherde?

Schreibt doch einfach eure Erfahrungen zu der "pferfekten" Haltungsform.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von VanyVeggie, Community-Experte für Tiere, 40

Hallo, 

wenn du die Möglichkeit hast dein Pferd in einen Aktivstall zu stellen und der vor Ort gut ist, dann mache das doch. Was Besseres gibt´s eigentlich nicht. Die Pferde können sich viel bewegen und beschäftigen. 

Die Herdengröße spielt bei genügend Platz eigentlich keine Rolle. Mein Pferd stand mal mit über 30 Pferden (gemischte Herde) zusammen. Ich habe beobachtet, dass sich meist 3-5 Pferde zusammen getan haben. 

Du kannst dir ja mal Aktiv - und Offenstall dort ansehen und dann entscheiden, wo du denkst das dein Pferd am besten aufgehoben ist. SOwas merkt man idR ja, wenn der Stallbesi dir den Stall vorstellt. :) 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Kommentar von JolieBijou ,

Stimmt! Wahrscheinlich entscheidet der erste Eindruck dann eh..egal wie ich mich jetzt entscheide 

Kommentar von VanyVeggie ,

Danke für´s Sternchen. :)

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 22

Ich würde mein Pferd niemals in einen Aktivstall stellen. Wirklich niemals. Denn die Aktivställe, die ich  kenne - und ich kenne einige - "stapeln" die Pferde. Sprich: viel zu viele Pferde auf engem Raum. Im Sommer ist das kein Problem, wenn die Weiden auf sind.

Aber was ist im Winter? Auch wenn der Auslauf noch so groß ist, so ist der Stall immer zu klein. Mein Pferd stand einmal in so einem -  sündhaft teuren - Stall. Der Auslauf war riesig, ganz toll. Auch der Stall war eigentlich groß, aber für 25 Pferd zu klein. Er wurde im Winter von einem fetten, aggressiven Merenspony und seinen zwei Haflingerkapos strategisch so besetzt, dass sie jedes Pferd rauswerfen konnten und es auch taten. Manche tapfere Pferde trauten sich trotzdem rein, aber gerade die sensiblen Blutpferde standen schlotternd im Novemberregen.  Mein Araber stand ein halbes Jahr dort und hat es vom ersten bis zum letzten Tag gehasst. Er hat sich auch in die Herde nicht integrieren lassen, so dass er die Integrationsbox dauerhaft belegte.  DAs kostete mal eben 750 Euro. In dem halben Jahr, wo ich da war, "wohnte" der TA praktisch im Stall und es gab zwei gebrochene Beine durch Schlagverletzungen.

Meine Freundin hält den Vollbruder meiner Stute in einem Aktivstall. Man kann auf das Fell des Pferdes keine Hand legen, ohne eine Bisswunde zu berühren.

Ich würde mein Pferd niemals in einen Stall stellen, wo sich mehr als 8 Pferde Auslauf und Stall teilen müssen. Wie gesagt, im Sommer ist alles einfach, im Winter ist es der pure Stress. Es gibt keine Ställe, die groß genug sind.

D.h. doch, einen einzigen Stall habe ich gesehen. Im Siegerland, der genial angelegt war, so dass jedes Pferd sich unterstellen konnte, ohne rausgeworfen oder belästigt zu werden.

Kommentar von JolieBijou ,

Ich bin immer total dankbar über so kritische antworten, ich tendiere momentan auch, rein gefühlsmäßig, zum kleinen Offenstall. Aber ich denke ich werde mir alle unvoreingenommen anschauen :)

Antwort
von Viowow, 15

hallo:)
wir haben auch schon einiges "durch" . vom paddockboxenstall mit weidegang und wenig heu(kotwasser, schubbern etc war die folge)
über normalen offi(wo meine stute denkbar schlechte laune hatte, weil es doch im winter ohne weide wenig platz war.) zur paddock-trail haltung. und das ist unsere perfekte haltung. alle pferde gesund, ausgeglichen und auch entspannt wenn man mal zwei tage nicht da ist.
einen aktivstall haben wir uns auch angesehen, aber auch uns ist dort die riesige herdengrösse nicht geheuer gewesen. ich kenne jetzt mehrere ställe/weidegemeinschaften, die mit diesen paddocktrails anfangen und alle sind tip top zufrieden. wir haben eine gemischte herde(4 wallache/4stuten) und die herde ist fast immer zusammen , obwohl ja massenhaft platz ist.

für deine stute ist die frage, wie gut sie mit veränderungen klarkommt. wenn sie den normalen offi kennt, und es dir dort gefällt, das futter gut ist,platzangebot super, ruhe in der herde, keine hohe flugtationsrate,das stallklima nett ist und du meinst das sie dort gut aufgehoben ist, auch wenn du weniger zeit hast, würde ich wohl da hin gehen. ich finde aktivställe superklasse, aber die große herde ist nicht für alle pferde das richtige

Antwort
von xxCamarguexx, 44

Schwierig. Ich finde ein Stall, mit dem man zufrieden ist, ist goldwert! Sowas gibt es bei mir in der Nähe gar nicht. Deswegen würde ich EIGENTLICH nicht wechseln wenn ich zufrieden wäre.

Aaaaber so ein Aktivstall ist natürlich mega geil und das Non plus Ultra für die meisten Pferde. Dein Pferd ist mit 21 ja auch noch nicht uralt und wird eine Umstellung schon verkraften. Könntest du denn evtl wieder zurück in den alten Stall falls es mit dem Aktivstall nicht klappt?

Ich finde diese Entscheidung wirklich schwer und wüsste auch nicht wie ich entscheiden würde.

Meine Stute steht übrigens seit jeher in gemischten Herden. Getrennte Herden kenne ich hier gar nicht, das macht Niemand.

Ich wollte meine Stute auch nicht in einer reinen Stutenherde haben weil ich das einfach unnatürlich finde.

Kommentar von JolieBijou ,

Naja das Problem ist, dass ich momentan in Bayern wohne und in Schleswig Holstein studiere, dh sie muss den Stall wechseln, sonst seh ich sie ja quasi garnicht mehr...

Kommentar von xxCamarguexx ,

Achso, sorry, das habe ich dann falsch verstanden!

Wenn es mein Pferd wäre würde ich den Aktivstall testen! Und wenn das nach einigen Monaten Eingewöhnungszeit nicht klappt einen anderen Offenstall suchen.

Wenn du sowieso den Stall wechseln musst würde ich definitiv den Aktivstall nehmen :)

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 24

wenns bei dem offenstall genug bewegungsmöglichkeit gibt, ist der super. es kommt immer drauf an, wie gross der offene bereich ist.

wobei ein aktivstall mehr beschäftigungsmöglichkeit bietet und die pferde zu mehr bewegung animiert. und es gibt auch welche mit gemeinsamem fressplatz fürs rauhfutter.

wenn deine stute bislang in einer stutengruppe steht und damit gut zurecht kommt, würde ich auch wieder nach einer stutengruppe schauen.

wichtig ist natürlich auch DEINE sypmpathie den neuen menschen und pferden gegenüber.

eine bekannte hat ihr pferd mit an den studienort genommen. es kam zu problemen, weil es anderes als das gewohnte futter gab, und es kam zu problemen beim reiten, weil das pferd sich seelisch sichtbar nicht wohl gefühlt hat. das pferd kam wieder zurück auf den alten hof und die probleme waren ruckzuck wieder weg. auch wenn sie nur noch am wochenende hinkommen konnte. das pferd hat das studium der besitzerin wunderbar überstanden und beide sind happy.

ich würde also sagen - du kannst ja was am studienort suchen. allerdings wirst du teil keine oder kaum zeit fürs pferd haben. mit dem wissen könnte es am besten sein, das pferd in der bisherigen umgebung zu lassen. das würde ich an deiner stelle immer im hinterkopf behalten - und die möglichkeit mit dem jetzigen stall auch immer als "reserve" offenhalten.

in der gewohnten umgebung ist bei zeitmangel das pferd immer am besten aufgehoben.

und - was machst du in den semesterferien? da ist man meist nicht am studienort und hat mehr zeit als sonst. meist möchte man seine familie hin und wieder auch noch mal sehen.

pferd hin und herstellen wäre keine gute idee.

Kommentar von JolieBijou ,

Das Problem ist das ich momentan in Bayern wohne und in Schleswig Holstein studiere..das funktioniert einfach garnicht das Pferd am WE zu besuchen.

Meine Familie ist..naja..sagen wir..ziemlich reisefreudig und über ganz Deutschland verteilt.. die Semesterferien verbringe ich dann also eh beim meinem Pferd

Antwort
von Kimmay, 37

Mein Pferd steht in einem großen Offenstall in einer gemischten Herde mit 21 weiteren Pferden. Es gab da noch nie Probleme, kloppereien etc.
Ich bin dort wirklich super zufrieden. Da die Pferde viel Platz zum laufen haben, habe ich auch kein schlechtes Gewissen, wenn ich mal nicht kommen kann.

Aktivstall finde ich auch eine super Sache! Es soll nur länger dauern, bis ein Pferd sich daran gewöhnt hat. Wäre ich nicht so zufrieden bei uns, würde ich mir überlegen in einen Aktivstall zu wechseln. Aber leider auch um einiges teurer bei uns.

Kommentar von JolieBijou ,

Ich hab eh schon ein schlechtes Gewissen, sie nach so langer Zeit aus der Herde zu reißen, deshalb möchte ich ihr dann auch das Beste bieten. Lebt dein Pferd in einer gemischten Herde? Merkst du "Grüppchenbildung"? Habt ihr ältere Pferde in der Herde, kommen die gut mit?

Kommentar von Kimmay ,

Bei uns ist die Gruppenbildung zwischen den Rängen der Pferde. Also ranghohe Pferde stehen zusammen, rangniedrige etc. Der "Chef" der Herde ist übrigens 28 ;) Mein Pferd ist 20, rangniedrig und kommt dort super klar.

Die Gruppen ändern sich aber auch häufiger mal. Mein Pferd steht auch mal mit ranghohen zusammen und frisst. Aber dicke Freundschaften findet er dann eher zu ebenfalls rangniedrigen. Stress gab es bei uns noch nie, nicht mal kleinere Verletzungen - auch wenn alle Vollbeschlagen ist und es da von anderen Ställen oft Kritik gibt. 

Bei uns stehen Pferd allen Alters zusammen. Die Jungpferde, mit denen gerade angefangen wird zu arbeiten kommen nach ihrer Zeit auf der Weide mit 4-5 Jahren in die Herde und integrieren sich total schnell.

Bei uns stehen Stuten und Wallache zusammen, es ist recht ausgewogen von den Geschlechtern her. Ich konnte da noch nichts negatives feststellen und verstehe nicht, wieso man unbedingt die Pferde nach Geschlechtern trennen muss.

Antwort
von Repwf, 37

Ich würde in ihrem Alter beim "gewohnten" bleiben!

Selbst wenn du nicht hinkommst hat sie ja die Möglichkeit sich zu bewegen wenn sie das möchte! 

Und auch eine kleine Gruppe reicht völlig! Bei uns stehen fast immer die gleichen "Paare" zusammen, von daher denke ich nicht das das ein Problem ist! 

ICH nähme daher den offenstall

Kommentar von JolieBijou ,

Ja, so hab ich mir das auch gedacht. Stehen bei euch häufig gleichgeschelchtliche Pferde zusammen? Bei uns ist das nämlich so...vllt würd ich dann gezielt nach einem Stutenstall schauen...

Kommentar von Repwf ,

Ne, das ist bunt gemischt... Ich würde sogar eher sagen das die gemischten "Paare" überwiegen... Allerdings alles keine Hengste mehr ;-) 

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