Frage von schmenix, 20

Welche Gründe hat unsere Sensationspresse jetzt noch, nach klarem Wahlsieg von AKP und Präsident Erdogan, tagtäglich weiter gegen die Türkei Stimmung zu machen?

Antwort
von uyduran, 20

Sehr beschränktes Weltbild, das Du da hast. Eine angebliche "Stimmungsmache" ist nirgends zu erkennnen und wie Du Dir auf Deine Frage eigentlich selbst antworten kannst, gibt es auch keine Gründe, weshalb die deutsche Presse jetzt nach dem Wahlsieg Stimmung gegen die AKP machen sollte.

Kleiner Tipp: Vielleicht mal die Scheuklappen absetzen, etwas mehr Objektivität an den Tag legen und dann eventuell feststellen können, dass ihr AKPler grundsätzlich keine Kritik zu vertragen scheint. Wird auch nur im Ansatz ein kritisches Wort gegen Erdogan gerichtet, wird lautstark aufgeschrien, von wegen "Hetze", "Lügenpresse", "Gülen-Sekte" und weiß der Sheitan was noch. Wenn man allen Ernstes glaubt, die ganze Welt würde lügen, außer den regierungsnahen (und von der Regierung geprüften) türkischen Medien, dann ist man entweder unglaublich dämlich oder ein konsequenter Realitätsverweigerer.


Kommentar von schmenix ,

Nicht dran gedacht ? Es gibt eine dritte Möglichkeit: im Lauf der Jahre hab' ich mich von der Türkei und den Türken entfremdet; aber 1 Erkenntnis bleibt: 2 Türken = 3 Meinungen. Damit könnte zumindest ich mir die Zentralisations-Anstrengungen erklären. Mein Interesse, gemäß Frage, gilt aber mehr unseren Leuten: wer oder was treibt sie an ?

Kommentar von schmenix ,

Als wir noch ganz junge Leute waren gab es eine Regel, nach der jeder einen Spitznamen haben musste ! Es war einer dabei, der wurde "der Jude", türkisch "Yahudi" genannt.

Kommentar von uyduran ,

Mein Interesse, gemäß Frage, gilt aber mehr unseren Leuten: wer oder was treibt sie an ?

Nochmal - ich kann nicht erkennen, dass die deutsche Presselandschaft in irgendeiner Form bemüht oder angetrieben ist, Stimmung gegen die AKP-Regierung zu machen. Das ist absurd und dafür gibt es auch keinen Grund. Dass der Türkei möglicherweise ein bisschen mehr Priorität beigemessen wird als so manch anderen Ländern, mag daran liegen, dass in Deutschland sehr viele Menschen mit türkischem Hintergrund sowie mit türkischer Staatsbürgerschaft leben und dass die Türkei ein enger Handelspartner Deutschlands ist. Zudem passiert in der Türkei ja auch einfach eine ganze Menge, es wird ständig gewählt, es gibt ständig Anschläge oder bürgerliche Aufruhen, der Konflikt mit den Kurden flammt immer wieder auf und die Türkei spielt auch im Syrien-Irak-Konflikt eine nicht ganz unerhebliche Rolle.

Kommentar von schmenix ,

Was du in Abrede stellen willst, das sehe ich eher als ein Zeichen von Professionalität und von politisch-wirtschaftlicher Verflechtung mit dem Medien-Bereich. Offensichtlich werden die türkeifeidlichen Kampagnen zum Teil ungehemmt durch die GEZ- Zwangsabgabe finanziert und abgesichert. Aber vielleicht ist es ja nur ein Test über die Dämlichkeit des Deutschen. Ein Dämlichkeitstest unter vielen.

Antwort
von RueBeFragen, 7

"Unsere Sensationspresse" ? "Unsere" könnte eigentlich als eine Identifizierung mit einer als "Sensationspresse" angesehenen Presse interpretiert werden.

Aber was kann "bei uns" als "Sensationspresse" bezeichnet werden? Da denke ich eher an BILD und Co.

Den Putin der Türkei sehen sicherlich die meisten Presseorgane in Deutschland und darüber hinaus kritisch. Kann man sie deshalb als "Sensationspresse" bezeichnen? Was wäre dabei die "Sensation?

Es ist sicher auch keine Sensation, daß die AKP die Wahlen gewonnen hat, nachdem sie durch Mund- (bzw. "ganz")totmachen kritischer Stimmen den Boden dafür bereitet hat.

Ich kann keine Stimmungsmache gegen "die Türkei" sehen, wohl aber eine berechtigte Kritik an dem Erdogan-System/ -Regime, das immer mehr in Richtung Diktatur steuert. Darüber gibt es gar keine Diskussion - die Dinge liegen klar auf dem Tisch.

Einen Krieg neu zu entfachen, um Wahlen zu gewinnen, ist perfide und zeugt von einer Menschenverachtung, verpackt in ein religiöses Mäntelchen.

Dies und anderes mehr aufzuzeigen kann die türkische Presse immer weniger, wohl aber die Presse im Ausland.

Was die türkischen Wähler angeht, die sich durch "Schmieren" und demagogische Augenwischerei zu einer Stimmabgabe für solch ein Regime haben verleiten lassen, ist m.E. Aziz Nesin's Bewertung zutreffend.

Die Türkei ist nicht irgendein Land, sondern sie steht uns in Deutschland allein durch die zahlreichen Migranten aus der Türkei näher als andere Staaten. Daher ist es natürlich, daß sich die hiesige Presse auch besonders für die Vorgänge dort interessiert. Welche geheimnisvollen Gründe gäbe es da noch aufzudecken?

Kommentar von schmenix ,

Die Sensationen der "Sensationspresse" - online - bestehen fast ausnahmslos aus dem Prinzip: "lock mich auf deine Seite", was dann kommt, ist zweitrangig. Mit nur "Bild & Co." ist es also nicht erklärt; falls nach dem Klick mal nix mehr kommt, ist das selbst bei allerersten Adressen heuzutage kein Malheur. Ob die türkischen Wähler sich stärker durch Manipulation usw. verleiten lassen, als "unsere" mitteleuropäischen Wähler, möchte ich bezweifeln. Ich bleibe weiterhin auf der Suche nach den Gründen.

Kommentar von RueBeFragen ,

Presse ist nicht in erster Linie online; "lock mich auf meine Seite" ist daher so keine korrekte Aussage. Oder lesen Sie keine Zeitung mehr "aus Fleisch und Blut" (sprich: Papier) und denken nur noch "online?

Man kann unbesehen davon ausgehen, daß dort, wo einerseits der Bildungsstand niedriger ist als anderswo und andererseits kritisches Denken nicht gefördert, sondern, im Gegenteil möglichst nicht zugelassen wird, Menschen Demagogen (wie etwa Erdogan) viel schneller auf den Leim gehen.

Natürlich ist Bildung relativ zu sehen (vielleicht im Rahmen eines Gemeinwesens/ eines Staates) und keine Garantie für eine demokratische Gesinnung, wie eine Bild auf Pegida, AfD usw. zeigt. Doch zahlenmäßig gesehen, scheinen mir die o.g. Faktoren doch durchaus eine Erklärung zu bedeuten. 

Antwort
von Skibomor, 18

Die gleichen realen Gründe wie vorher.

Antwort
von ThomasAral, 16

es macht doch keine stimmung dagegen .... nur ists halt scheibe dass der IS immer noch rumrennt weil der erdogan sich halt nicht mit den kurden verträgt.

konkret: das kurdengebiet muesste von der türkischen regierung militärisch unterstuetzt werden im kampf gegen IS -- weil Erdogan aber angst hat ein starkes Kurdengebiet gefährdet die Türkei sieht er die Kurden gleich als schlimmere Terroristen als die IS ... und bekämpft erstmal vorranging die Kurden.  So ein A*Ü

Antwort
von Yesname, 7

Weil die AKP verhindern wollte, dass korrupte Minister vor dem höchsten Gericht angeklagt werden, ordnete Erdogan Neuwahlen an. Denn hätte das Parlament noch ein paar Monate länger bestanden, hätte die oppositionelle Mehrheit im Parlament dies gefordert. Also hat die AKP mit der CHP, MHP, HDP Gespräche geführt, aber laut den Aussagen aller Parteien keine Koalitionsgespräche. Premier Davutoglu hat also nie die Absicht gehabt, zu koalieren, sondern hat den Parteien nur gebeten, bis zu den Neuwahlen an der Übergangsregierung teilzunehmen. Das Ganze ist ein Machtspiel gewesen, eine Hinhaltetaktik, damit mit den Neuwahlen mit dem computerunterstütztem Wahlbetrug, wie damals 2000 in Florida (Bush vs Al Gora), für weitere 4 Jahre an der Macht zu bleiben. Die AKP ist seit 2002 an der Macht und sie hat vom Schulrektor bis zum Staatspräsident alle Ämter des Staates mit Parteileuten besetzt. Sie wird also ihre Macht nicht abgeben und weiterhin durch das Abhalten von Wahlen den Anschein einer Demokratie erwecken. Das Spiel kennen wir ja schon aus der DDR! Erdogan ist und bleibt ein Diktator, der durch die Installierung einer Präsidialdiktatur die Türkei zu einen de jure Ein-Mann-Staat umwandeln will, schon jetzt sitzen im Parlament sein Fahrer, sein Schreiber, sein Schwiegersohn, sein Anwalt usw. Auch so ein Ja-Sager-Parlament kennt man aus dem Berlin vor der Wende.

Kommentar von schmenix ,

Unterscheidet sich Deutschland von heute wesentlich von dem zuvor gesagten ?

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