Frage von jeppdm, 159

Welche Gründe braucht man für ein großes Blutbild?

Ich leide seit beinahe einem Jahr an ständiger Müdigkeit und brauche tagsüber extra Schlaf und habe teilweise auch Schlafstörungen weshalb ich einige Nächte gar nicht schlafe oder nicht durchschlafe. Ich wollte mal wissen ob das für ein großes Blutbild reicht als Begründung. Falls ja wer zahlt ich oder die Krankenkasse? (Ich bin 16)

Antwort
von garfield262, 73

Moin,

zunächst sind deine Beschwerden ein Grund, deinen Hausarzt aufzusuchen und deine Probleme mit diesem zu besprechen.

Um dich mit dem großen Blutbild beim Wort zu nehmen: Was deiner Meinung nach sollte das große Blutbild denn nachweisen, was ein kleines Blutbild nicht auch zeigen würde? Was deiner Meinung nach zeigen Blutbilder eigentlich? Viele Patienten sind gern mündig, insbesondere was ihre Gesundheit angeht, und das ist auch gut nachvollziehbar. Auf der anderen Seite hat ein Arzt Medizin studiert und weiß genau, wann er welche Untersuchung durchführen sollte, welche Werte von Relevanz sind und so weiter. Ein großes Blutbild (welches im Vergleich zum kleinen Blutbild nicht nur die Leukozytenzahl, sondern auch eine im Differenzialblutbild aufgeschlüsselte Zählung der Untergruppen der Leukozyten, also eosinophile Granulozyten, neutrophile Granulozyten, basophile Granulozyten, Monozyten usw.) enthält, würde in diesem Fall vermutlich überhaupt nichts bringen.

Mein Tipp: Geh zu deinem Hausarzt und berichte ihm von deinen Beschwerden. Lass dir erklären, was zu diesen führen kann, wie man es testen und ggf. behandeln kann. Dies ist der einzig sinnvolle Weg. Wenn man mit einem Flugzeug in den Urlaub fliegt, erklärt man den Piloten nach dem Boarding ja auch nicht, was er zu tun hat und wie man ein Flugzeug fliegt. Man setzt sich rein und vertraut darauf, dass er weiß, was er tut. ;)

Konnte ich dir etwas weiterhelfen oder hast du noch Fragen zu dem einen oder anderen Thema? In dem Fall, frag gern nochmal nach.

Lieben Gruß ;)

Expertenantwort
von dadamat, Community-Experte für Medizin, 51

Der Verdacht auf eine Bluterkrankung rechtfertigt immer ein grosses Blutbild. Ein erfahrender Arzt findet schon eine hinreichende Begründung, mit der Krankenkasse ein großes Blutbild abzurechnen.

Antwort
von Sauperle, 91

Jede vom Arzt befürwortete Untersuchung wird auch von der KK bezahlt. Wenn du also mit deinem Arzt deine Probleme besprichst, dann halte ich für gut möglich, das dein Wunsch in Erfüllung geht. Brauchst dich also um nichts zu kümmern.

Expertenantwort
von aida99, Community-Experte für Gesundheit, 57

Achtung: Sag dazu, dass die Schilddrüsenwerte untersucht werden sollen! Das kostet in der Regel nix extra. In einem normalen großen Blutbild sind diese nicht enthalten, sie sind aber wichtig, wenn Du sowohl müde als auch 'schlafgestört' bist (TSH-Wert. T3 und T4).

Noch ein Tipp: Die meisten Vitamine werden in einem großen Blutbild ebenfalls nicht untersucht. Besprich doch mit dem Arzt, welche Sinn machen würden und was das kostet bzw. ob die Kasse irgendwas davon übernimmt - bei jemand unter 18 vielleicht eher als bei Leuten über 18??

Kommentar von garfield262 ,

fT3 bzw. fT4 werden i.d.R. erst getestet, sobald ein signifikant verändertes TSH nachgewiesen wurde. Die Entscheidung, welche Werte von Relevanz sind, sollte dem Arzt überlassen werden. Man kann natürlich seine Sorgen und Nöte, ggf. auch eigene Ideen mit dem Arzt besprechen, jedoch ist es (von ärztlicher Seite) manchmal entnervend, wenn Patienten mit Worten wie "ich will ein Ruhe-/Belastungs-/LZ-EKG", "ich will XYZ-Blutwerte", "ich habe im Internet geguckt und weiß daher, dass ich Ceftriaxon brauche" usw. die Praxis betreten.

Kommentar von aida99 ,

Ich verstehe absolut, dass solche Patienten nerven können. Andererseits habe ich so unglaublich viele Ärzte erlebt, die man 'zum Jagen tragen' musste, die selbst auf GAR NICHTS kamen, dass ich jetzt lieber auf Nummer sicher gehe - auf die Gefahr hin, echt zu nerven.

Kommentar von garfield262 ,

Da gebe ich dir durchaus recht, beide Extreme sind nicht erstrebenswert...

Antwort
von Aliha, 82

Schildere dem Arzt deine Beschwerden, er wird dann die richtigen Untersuchungen veranlassen bzw. durchführen. ein "großes Blutbild" hilft dir nicht viel weiter, lies mal hier nach, was das überhaupt für eine Untersuchung ist:

http://www.gesundheit.de/medizin/untersuchungen/untersuchungsmethoden/blutbild-d...

Antwort
von kleinerhelfer97, 73

Du musst nicht sagen, dass du ein großes Blutbild möchtest, sondern deine Beschwerden äußern. Der Arzt muss dann bestimmte Blutwerte überprüfen lassen, die in einem großen Blutbild vielleicht nicht vorhanden sind. Übernommen werden die Kosten bei Minderjährigen immer, zumal es medizinisch notwendig ist.

Antwort
von lucymarlen, 83

Du kannst einfach darum bitten. Es wird auch von deiner Krankenkasse übernommen.

Antwort
von Chrissibaer, 74

Eigentlich ist das schon ein Grund für ein grosses BB!
Besteh einfach drauf. Sage deinem Arzt dass du unbedingt eins willst!

Kommentar von garfield262 ,

Und nochmal: Man geht zum Arzt, um sich beraten zu lassen, welche Erkrankung in Frage kommt, wie diese nachzuweisen wäre und wie sie behandelt werden würde. Der Arzt ist kein H&M zu dem du gehst, genau weißt was du willst und es dann kauft. Der Arzt ist dafür da, um die Schnittstelle zwischen den komplexen Vorgängen der Medizin und dem Patienten zu bilden. Dabei sollte es auch belassen werden.

Ich habe das Gefühl, dass auch du nichtmal so wirklich weißt, was ein Blutbild überhaupt ist und wo der Unterschied zwischen einem kleinen und einem großen BB ist. Gerade dann sollte man auf das Wissen des Arztes vertrauen und nicht irgendwelche Dinge verlangen.

Kommentar von Chrissibaer ,

Ich weiss den Unterschied ;-)

Antwort
von vanillakusss, 75

Ich sage, dass ich eins möchte.

Kommentar von jeppdm ,

Und die Kosten werden die übernommen?

Kommentar von vanillakusss ,

Ja. Sag einfach, dass es dir nicht gut geht und dass du gerne ein großes Blutbild haben möchtest.

Wenn du nicht wöchentlich damit beim Arzt aufschlägst, wird sich auch keiner beschweren.

Kommentar von garfield262 ,

Und was bringt das Diff.-BB dann für einen Vorteil mit sich? Du kannst auch hingehen und sagen, mein Ohr juckt, ich hätte gern ein MRT.

Jetzt die viel interessantere Frage: Weißt du denn, was ein Diff.-BB eigentlich ist und wie es zu interpretieren ist? Falls nicht würde ich dem Arzt weniger mit dieser fordernden Grundhaltung entgegentreten, sondern den Weg gehen, der überhaupt erst zur Schaffung des ärztlichen Berufs geführt hat: Jemand hat ein Problem und bespricht dies mit dem Spezialisten (dem Arzt). Dieser macht sich dann Gedanken, welche Erkrankung in Frage kommt, wie getestet und wie behandelt werden kann. Bei diesem Ablauf sollte man es auch belassen und nicht anfangen, dem Experten zu erklären, wie man den Job richtig macht.

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