Frage von thisistriis, 46

Welche Folgen hätte ein Verzicht auf Kleidung aus Armutsländern?

Wenn ich mir persönlich Kleidung kaufe und sehe, dass sie aus Ländern wie Bangladesh, Indien oder Brasilien kommt, muss ich immer an die Menschen denken, die vermutlich unter sehr schlechten Bedingungen zu unwürdigen Gehältern arbeiten.

Doch was würde sich ändern, wenn immer mehr Leute auf die "Billigware" verzichten würden?

Ich kann mir schlecht vorstellen, dass es dadurch zu einer Überarbeitung und Verbesserung der Arbeitsrechte in den jeweiligen Ländern kommt.

Aber was könnte man dann gegen die Ausbeutung von Millionen von Menschen machen?

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 15

Hallo!

Als Einzelperson kann man dagegen wenig machen, zumal es bei den Deutschen von der Mentalität her nunmal so ist, dass Geiz "geil" ist & man spart, wo man kann.. Hauptsache, die Klamotten sehen halbwegs modern aus & man fällt nicht auf damit; die Herkunft ist ihnen egal.

Andererseits geht es vielen nicht so gut, dass sie das Geld für teure, hier kontrolliert hergestellten Sachen aufbringen können.. denn Nahrung, Wohnung, Auto usw., Versicherungen und ähnliches hat man ja auch noch zu zahlen!

Da müsste man 'nen kompletten Boykott bewirken & das ist gerade in Deutschland unmöglich. Außerdem ist Deutschland bzw. Westeuropa als Produktionsstandort so teuer, dass sich dann viele die Klamotten, die hier hergestellt werden garnicht leisten könnten. 

Kommentar von thisistriis ,

Danke für die Antwort!

Aber rechtfertigt das, moralisch gesehen, tatsächlich die finanzielle Unterstützung der Ausbeutung von Millionen von Arbeitern in Armutsländern? 

Gäbe es wirklich keine preiswerten Alternativen? Kleidung aus den Vereinigten Staaten beispielsweise? 

Antwort
von anniegirl80, 9

Ein Euro mehr pro Kleidungsstück würde schon reichen, wenn dieser Euro auch bei den Angestellten der Herstellerfirmen ankommt.

Bis es soweit ist, schränke ich meinen Kleiderkauf soweit wie möglich ein und unterstütze die EvB, welche sich u. A. für die Rechte solcher Menschen einsetzt (https://www.evb.ch/).

Antwort
von warehouse14, 9

Du kannst eine Firma gründen, die den ausgenutzten Lohnarbeitern dort mehr Lohn zahlt und vernünftige Arbeitsbedingungen bietet.

Die Ausnutzerfirmen müssten früher oder später mal über ihr Lohnkonzept nachdenken, wenn sie keine Arbeiter mehr finden.

;)

Moralisch korrekte Konkurrenz für die Firmeninhaber ist also langfristig gesehen sinnvoller als reiner Boykott der Betriebe durch die Konsumenten...

Weil letztendlich nur die Arbeiter drunter leiden, wenn die Waren, die sie billig produzieren, garnicht mehr gekauft werden. Können sie jedoch einfach in ein besserbezahltes Arbeitsverhältnis wechseln profitieren nicht nur die Firmeninhaber davon.

warehouse14

Antwort
von DerDudude, 18

Im Prinzip kann man dagegen nicht viel machen. So ist unserer Wirtschaft aufgebaut. Die superreichen beuten die normalen Menschen aus und die normalen Menschen beuten die ganz Armen aus.

Wenn der Bedarf aus solchen Ländern sinkt, bis es für die Hersteller nicht mehr wirtschaftlich ist, machen sie drüben einfach die Hallen dicht und es stehen tausende auf der Straße. So verdienen sie wenigstens ihren Lebensunterhalt.

Antwort
von Psychologie5Sem, 20

Die einzige Möglichkeit den Import aus Billiglohnländern zu stoppen, ist die Nachfrage zu senken.

Der erste Schritt den DU machen kannst, ist auf die Herstellung deiner Klamotten zu achten.

Wenn keine Nachfrage da ist, wird nichts produziert.

Kommentar von thisistriis ,

Das leuchtet mir schon ein, aber bessert sich die Lage wirklich dadurch? 

Die Menschen würden doch noch weniger Arbeit besitzen und noch ärmer werden, oder nicht? 

Aber rechtfertigt das dann tatsächlich den Kauf von "Billigkleidung"?

Kommentar von Psychologie5Sem ,

Du begründest also deinen weiterlaufenden Konsum von billigen Klamotten damit, dass sie sonst noch schlechter dran wären?

Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg. Man müsste den Menschen dort einen kostengünstigen Zugang zu Schule und Weiterbildungen ermöglichen.

Unmenschliche Arbeitsverhältnisse und vor allem Kinderarbeit zu unterstützen ist mit Abstand die schlechteste das Schlimmste.

Kommentar von thisistriis ,

Genau deswegen habe ich ja die Frage nach der Rechtfertigung gestellt, da ich verunsichert bin. 

Die Frage ist eben nur: Würden die Regierungen von gewissen Ländern tatsächlich die Bildungsmöglichkeiten erleichtern, oder würde ein Boykott bestimmter Marken tatsächlich nur dazu führen, dass diese Länder pleite gehen? 


Kommentar von DerDudude ,

Man könnte höchstens auf Firmen setzen, die "Fair Trade" Artikel verkaufen. Da gibt es sicher auch einige Klamottenmarken. Ist dann zwar etwas teurer aber immer noch günstiger als bspw. Hilfiger, aber es kommt entschieden mehr bei den Arbeitern an.

Wenn es mehr Fair Trade Gesellschaften gäbe, dann wäre das eine Alternative und würde wirklich helfen.

Antwort
von TorDerSchatten, 18

Wenn die Kleiderfabriken schließen, haben die Menschen überhaupt keine Arbeit mehr.

Antwort
von onlycrazy, 18

Hohe Kosten, Viele Arbeitslose und Töte in den Produktionslandern

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