Eveline am 22.07.2008 um 12:49 Uhr
Ich bin da immer so hilflos und unsicher
nicht anschreien oder wütend sein über bestimmte reaktionen. das sind meist folgen der krankheit und kein böser wille. ansonsten viel geduld und nerven wie drahtseile und das wissen dass die situation nicht besser wird

ohhh heikles tehma, also wie ich das aus meiner familie kenne, egal was man macht, man macht es falsch. da gibt es kein allheilmittel. aber ganz gut ist es immer, zu zu hören. das ist dir sicherlich bewusst, aber bevor ich alles aufzähle was man vermeiden sollte, sag ich lieber was gut ankommt.
Auf der Seite "Umgang mit Dementen" wird folgendes genannt:
"Fehler macht: • wer den Kranken ungeduldig überfordert, zwingt oder kommandiert. • Seine Klagen belächelt oder überbewertet • Gefühle vermeidet und nach –warum- oder gar zuviel fragt • Sachlich argumentiert, auf der eigenen Wahrheit beharrt • den Kranken in seinen Fehlern korrigiert, kritisiert oder gar bloßstellt • berührt, obwohl der Kranke dies ablehnt und diese Zurückweisung persönlich nimmt • die Bezugsperson ständig wechselt • die Angehörigen in ihrer Beziehung vernachlässigt."
Umkehrschluß:
"• akzeptiere den Menschen, so wie er ist • Lass ihn seinen eigenen Willen behaupten und seine Gefühle ausdrücken • Biete ihm Nähe und Wertschätzung • Gib ihm die Möglichkeit, Selbstachtung zu erleben • Fördere seine sozialen Kontakte • Biete dem Klienten die Möglichkeit, vertrauten Beschäftigungen nachzugehen und sein Leben so normal wie möglich zu gestalten • Stimuliere seine Sinne, lass ihn genießen und entspannen • Arbeite mit Humor • Schaffe eine sichere und fördernde Umgebung • Klage den Klienten nicht für sein Verhalten an • Zwinge ihn nicht, etwas zu tun, das er nicht will • Mach ihn nicht zum Objekt deines beruflichen Handelns • Behandle ihn nicht, als sei er ein gefährlicher Gegenstand • Schließe den Klienten nicht aus und schick ihn nicht weg • Setze ihn nicht herab und gib ihm nicht das Gefühl, nutzlos zu sein • Missachte seine Bedürfnisse nicht • Spotte nicht über ihn und mach dich nicht lustig über ihn • Entmächtige ihn nicht und behandele ihn nicht wie ein Kind."
(siehe ausführlich:
http://www.gewalt-und-pflege.de/pflege/Umgang-mit-Dementen.php)

Ganz wichtig ist, ihnen keine Vorwürfe zu machen - egal was sie anstellen.

Sie aus den Augen lassen.
bommel65 am 22. Juli 2008 12:52 Richtig, ganz wichtig - DH!
Niemals etwas übel nehmen, also alle persönlichen Unsicherheiten abstellen. Ansonsten ganz normal mit ihnen umgehen. Allerdings umsichtig sein wie bei einem Kind.
Es allein schaffen zu wollen. Also auf jeden Fall Hilfe suchen (Freunde, Familie, Pflegedienste) und mit anderen Betroffenen/Angehörigen austauschen
Es gibt keine Regeln. Viele Demenzkranke verhalten sich unterschiedlich. Die einen sind aggressiv, andere zurückgezogen usw. Auch spielt es eine große Rolle, wie weit der Hirnabbau schon voran geschritten ist und auch was abgebaut wurde. Es gibt keine einheitliche Bedienungsanleitung. Seit ihr Angehörige von Betroffenen? Dann holt euch Hilfe. Bei Pflegediensten, entsprechenden Selbsthilfegruppen und anderen Angehörigen. Hausärzte können zumindest Anlaufstellen euch nennen. Darüber mit anderen sich austauschen ist immer gut, denn ihr wisst dann ihr seit nicht allein mit diesen Problemen. Es gibt da auch entsprechende Bücher.

Behandele sie ganz normal; nimm sie ernst und versuche sie "zu verstehen", mache sie NICHT auf Fehler oder sowas aufmerksam... oder gaaaaaaanz sanft; bedenke: die merken das in den meisten Fällen nicht, dass sie Dement sind.

Nicht ungeduldig werden oder verzweifeln.
Kein unnötiges Mitleid, sich normal verhalten und möglichst nicht aus den Augen lassen und es einfach akzeptieren - Demenz ist nicht reversibel.