Frage von blauerkristall, 78

Welche Faktoren haben in der DDR eine Rolle gespielt, damit Schülern die Schule gefällt?

Eine Frau erinnert sich positiv an ihre schulzeit in der DDR. Welche Faktoren könnten dazu eine rolle gespielt haben?

Antwort
von ilknau, 54

Hallo, blauerkristall.

Sie hatte wahrscheinlich gute Freunde, Klassenkameraden, gute, verständnisvolle Lehrer.

Ich für mich kann nur resümieren: gute, verständnisvolle Lehrer.

Ansonsten war gar nix gut, denn ich war Brillenträger und wurde echt gemobbt, wie es jetzt so schön auf Neudeutsch heißt.

Einmal stand ich still allein in einer Ecke des Pausenhofes als einer der `Großen' schweigend auf mich zu kam und mir einen Magenhaken verpaßte...

Jung - und Thälmann- Pioniere gefielen mir noch leidlich - man gehörte nun wo zu, wurde ich aber doch wieder ausgegrenzt, bei FDJ sowieso und sollte dann in der Lehre gar noch Zwangsbeitrag für Zwangsbeitritt in die DSF, Deutsch - Sowjetische Freundschaft, von meinem kargen Lehrgeld zahlen.

Pro Schulwoche an der Berufsschule 5 DDR- Mark - das war verdammt viel, wenn man nur 110 hatte, von denen pro Tag im Lehrlingswohnheim 1.10 abgingen.

Böse grins: als ich einmal 14 Tage krank war, hatte ich 170 Mark bar in der Hand!

Aber unser nettes Lehrerehepaar, Herr und Frau Hauswald, bog das endlich auf 1,50 pro Woche ab.

Die Fahnenappelle zu Feiertagen haßte ich: doof rumstehen für, in meinen Augen, Blödsinn, und zwangsweise Filme sehen zu müssen.

Besonders blöd fand ich die Maimärsche, denn da latschte man durch die ganze Stadt - egal welches Wetter, und hatte gar nix von.

Ein in der Hinsicht positiver Knaller war allerdings Leonid Breshnews Beerdigung als ein Seil riß bzw. der betreffende russische Soldat zu schwach war das Gewicht des Sarges mit zu halten.

Der olle Knacker fuhr buchstäblich in die Grube oder gar zur Hölle und 2 Klassen, zusammen ca. 40 Leute, gröhlten los!

Später allerdings tat uns der Soldat Leid, denn der wurde vllt. gar erschossen, denn bei der Sowjetarmee war man nicht eben fein im Umgang.

Die Fischer von Sankt Barbara war ein Film, der Kindern zugemutet wurde, die noch gar nicht begreifen konnten, was genau da abläuft.

Das Meine ist also das Negativ zu ihrem Positiv, lG.

Kommentar von Utyos ,

Die Fischer von Sankt Barbara war ein Film, der Kindern zugemutet wurde, die noch gar nicht begreifen konnten, was genau da abläuft.

Recht haste! Heutzutage werden Kindern Filme zugemutet, die ihnen all das beibringen, was man für Mord und Totschlag und für sonstige Perfiditäten so im Leben braucht. Da konnte die DDR wirklich nicht mithalten.

Und was deine anderen Erinnerungen betrifft: Eigentlich kannst du einem leid tun. Du warst nicht nur Brillenträger. Ich behaupte mal, dass deine Brille auch noch schwarze Gläser hatte...

Kommentar von ilknau ,

Sischer dat!

Du hast,daneben gestanden und die Lampe gehalten, dass du so arrogant meine Erlebnisse beurteilen kannst

Kommentar von Utyos ,

Du sagst es: Es waren deine Erlebnisse. Sieh dir die Frage noch einmal an, und du erkennst, dass du eine allgemeingültige Antwort geben solltest, nicht ein Antwort, die deinen persönliche Frust widerspiegelt und mit dem allgemeinen Wohlbefinden der Schüler in der DDR nichts zu tun hat.

Kommentar von ilknau ,

Nyik, nyik. Lies DU mal genauer.

Eine Frau erinnert sich positiv... welche Faktoren könnten (bei ihr) eine Rolle gespielt haben...

Hauptsache mal auf wem rumgehackt, oder was.

Schleich dich!

Kommentar von dolores2101 ,

Ich habe hier schon einige Erlebnisse gelesen und ich bin auch in der DDR aufgewachsen und ich gebe dir recht ihre Brille musste schwarze Gläser gehabt haben.

Antwort
von marcussummer, 78

Zum Beispiel (aber nicht abschließend) Gemeinschaftserlebnisse bei Jung- oder Thälmann-Pionieren oder FDJ. Insbesondere wenn ihr ihre aktuelle Situation etwas einsam vorkommt. Eine gewisse Verklärung gibts da immer, grad wenn man nicht den Eindruck hatte, von dem System ausgebremst zu werden. Und Schüler haben sicher nicht den Überblick, um so was immer zu erkennen.

Kommentar von beangato ,

etwas einsam

Was soll das heißen?

Kommentar von marcussummer ,

Das, was da steht. Dass sie in der heutigen Zeit, in der heutigen Gesellschaft oder in ihrem konkreten Leben auch privat nicht die Gemeinschaftserlebnisse hat, welche sie meinte, damals zu haben. Bei der Wahrnehmung von Erinnerungen sind häufig Projektionen der Gegenwartswahrnehmung im Spiel.

Kommentar von beangato ,

Damals gabs Gemeinschaftserlebnisse. Keine Ahnung, wo Du Deine Kenntnisse hernimmst.

Und diese Erlebnisse gabs auch ausserhalb der Schule - wir spielten nämlich noch draussen und verkrochen uns nicht in der Stube.

Kommentar von marcussummer ,

Ich habe meine Kenntnisse aus eigenem Erleben einer DDR-Schulzeit. Und ich wollte keineswegs sagen, dass es in der DDR-Schule keine Gemeinschaftserlebnisse gab - wird in meiner ursprünglichen Antwort auch sicher ausreichend deutlich. Ich kann nur nicht unterstellen, dass auch die unbekannte, hier besprochene Person diese Erlebnisse ebenfalls hatte.

Dass Kinder früher öfter rausgegangen sind, sehe ich auch so. Meines Wissens aber auch in der BRD, insofern würde ich das nicht als einen DDR-typischen, sondern einen allgemeinen gesellschaftlichen Aspekt betrachten.

Antwort
von Lucifer43, 21

Wenn man sich positiv an seine Schulzeit erinnert, so müssen die positiven Erlebnisse in der Mehrzahl gewesen sein. Das ging schon damit los, daß  der größte Teil der großen Gruppe des Kindergartens in einer Klasse sich wiederfand. Die Eltern konnten es sich nicht heraussuchen, wo die Kinder eingeschult wurden. Es gab bis zur 8. Klasse keine besonderen Schulen, zu denen man "delegiert" wurde.

Die gemeinsamen Erlebnisse schulischer aber auch außerschulischer Natur bildeten die Grundlage, daß man über Vieles in der Schule hinwegsah. Die so dominante Rolle, die man der Pionier- bzw. FDJ- Organisation zudichtet, gab es so gut wie nicht. Wenn die Lerninhalte, das Interesse und auch die Benotungen positiv waren , hatte man schon viel Lust in die Schule zu gehen.   

Antwort
von beangato, 68

Damals gabs noch kein Mobbing. Auch, welche Kleidung man trug, war völlig egal.

Und es gab keinen solchen Leistungsdruck wie heute.

Kommentar von marcussummer ,

Das halte ich jetzt für ein Gerücht. Mobbing gabs auch damals. Und Klamotten waren auch wichtig (und Westjeans ein echtes Statement!), wenn auch weniger variabel erhältlich. Leistungsdruck? Macht man sich selber oder man lässt es bleiben. Gab es damals sicherlich auch. Ich denke nur an die schönen Urkunden für das "Erfolgreiche Lernen in der sozialistischen Schule", die einige immer abgeräumt haben. Da gab es dann schon Neid in der Klasse!

Kommentar von beangato ,

Ich weiß ja nicht, in welchen DDR-Schulen Du warst. In meinen Schulen gabs das nicht. Ich muss es wissen - ich war ja dabei.

Kommentar von Lexa1 ,

Mobbing gab es bei uns auch nicht. Und Westklamotten oder auch die Jeans - kann mich noch daran erinnern, wenn es dumm gelaufen ist durftest du solche ( West ) Klamotten nicht in der Schule anziehen.

Kommentar von Utyos ,

@marcussummer,

was du als Mobbing zu DDR-Zeiten bezeichnest, ist mit dem Mobbing von heute nicht zu vergleichen.  Damals gab es die unter Kindern und Heranwachsenden üblichen Rivalitäten, die zum Erwachsenwerden dazugehören, aber Psychoterror im Sinne von Fertigmachen bis zur physischen Selbstaufgabe - so etwas gab es nicht, oder Klamottenterror von solchen, die außer diesem nichts weiter auf die Waage zu bringen hatten - nein!
Und wenn wirklich mal einer den Bogen überspannt hat und an einem Schwächeren sein Mütchen kühlen wollte, dann war das ein Fall für die Schule und den entsprechenden Lehrer, der nicht weggeguckt, sondern eingegriffen hat, sowohl verbal als durch Kontaktaufnahme mit den ELtern.

Kommentar von cherskiy ,

Mobbing gibt's seit Ewigkeiten. Das schimpfte sich früher nur anders. In den USA nannte bzw. nennt man das school bullying. Bei uns in der Sowjetunion gab es das auch. Was Kleidung betrifft, gab es eben nicht die Auswahl, Statusinsignien westlicher Konsumhoheit waren nicht in dem Maße erhältlich, dafür gab es andere Unterscheidungsmerkmale bzw. eine andere nonverbale Sprache unter den Teens.

Kommentar von dolores2101 ,

Also bei uns gab's das auch nicht. Wir waren über 20 Schüler in der Klasse und der Zusammenhalt war einfach unbeschreiblich und ist es immernoch. Wir machen alle 5 Jahre Klassentreffen und es ist total toll. Und guck dir das heute mal an. Ich hab mit meinrn Kindern so'n Mobbingstress durch.

Antwort
von Lexa1, 62

Der Zusammenhalt in der Klasse oder Gruppe. AG `s nach dem Unterricht. Kein so großer Leistungsdruck wie heute.

Antwort
von Ranzino, 70

Wenn man gute Lehrer hat. Das macht viel aus !

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