Frage von hvladi, 56

Welche essbaren Pflanzen gibt es zu Beginn und Ende des Winters?

Ich interessiere mich für Survival Infos und mir fiel diese Frage ein. Wenn der Winter beginnt, von welchen Pflanzen kann man sich dann noch ernähren? Was kann man noch zu Winterbeginn im Garten anbauen? Oder im Wald sammeln? Und was zum Ende des Winters?

Antwort
von halbsowichtig, 19

Wildsammlung:

  • Baumfrüchte wie Nüsse oder Eicheln (bis sie faulen)
  • Beeren wie Hagebutten oder Schlehen (bis sie faulen)
  • Gänseblümchen
  • Vogelmiere

Garten:

  • Spinat
  • Feldsalat
  • Sellerie
  • Steckrübe
  • Rosenkohl
  • Porree
  • Topinambur

Die Qualität nimmt über den Winter jedoch rapide ab. Man wird zuverlässiger satt, wenn man im Herbst erntet, eine Erdmiete gräbt und alles darin einlagert.

Am Ende des Winters wurde die Erdmiete eventuell von Tieren oder Pilzen erschlossen. Dann freust du dich, wenn du im Herbst einen Herd gehabt hast, mit dem du Essen in Gläser eingekocht hast. Denn Eingekochtes hält mehrere Jahre und ist sicher vor Nahrungskonkurrenten.

Im März wächst dann das erste Scharbockskraut. Traditionell isst man die Blätter, um den über den Winter eingehandelten Skorbut (eine Vitamin-Mangelkrankheit) wieder loszuwerden.

Anders ausgedrückt: Bevor es Einmachgläser (und später Tiefkühltruhen) gab, sind die Menschen in Nordeuropa im Winter krank geworden und haben sich im Frühling erholt. Paläo-Survival im Winter ist entsprechend auch kaum möglich.

Antwort
von Bitterkraut, 24

Nüsse, Pilze (wenn man sich auskennt) , Beeren, Hagebutten, auch wenn sie schon getrocknet an den Sträuchern hängen, Kräuter, die noch nicht eingezogen sind, Sämereien, Giersch :), im Garten Wintersalat, Kohl, Rosenkohl kann auch übern Frost stehen, Grünkohl auch, Lauch und div. andere nicht Kälteempfindliche Gemüse.

Aber ganz ohne Vorratshaltung kommt man nicht über den Winter. Man kann z.B Kaortten und andere Wurzeln einmieten. Kohl kann man den ganzen Winter ohne Miete lagern.

Antwort
von Mikkey, 9

Kartoffeln und Äpfel kann man ein halbes Jahr lang aufbewahren, wenn man einen kühlen und dunklen (das eher wegen der Kartoffeln) Raum hat.

Zum Winteranfang gibt es noch Kohl und alle möglichen Knollen.

Anbauen kannst Du zum Winterbeginn nichts mehr, das wächst wenn überhaupt erst im Frühjahr.

Antwort
von Daoga, 20

Wer in Nordeuropa im Sommer keine Vorräte anlegt, ist im Winter verratzt. Dann gibt es allenfalls noch Hagebutten, Schlehen und andere winterharte Beeren, sofern sie nicht von Vögeln weggefressen werden (auf giftige Arten achten!), früher wurden die Wurzelstöcke von bestimmten Schilfarten, die auch im Winter aus dem Boden gegraben werden können, als Gemüse gegessen. Von den Kulturpflanzen gibt es einige winterharte Sorten an Rüben und andere unterirdische Gewächse, z. B. Pastinaken, die man den Winter über ausgraben kann.

Antwort
von Rockuser, 23

Rosenkohl. Den kann man auch im Winter ernten.

Antwort
von Infomercial, 25

Das Judasohr. Ein Pilz, der soviel ich weiß nur am Holunderbusch wächst (Baumpilz). Den findet man auch im Februar. Gibt zumindest ne Suppe ab und hält warm.

Eicheln und Kastanien. Zerhacken und mehrmals auskochen, damit die Gerbstoffe rauskommen. Haben Eiweiß und Kohlehydrate.

Brennesseln - soweit man die noch findet - Vitamine und Eiweiß.

Diverse Wurzel. sind schwieriger zu finden, und man sollte genau wissen, was man ausgräbt, damit man keine giftigen erwischt.

Gänseblümchen komplett. Die Blattrosetten findet man unterm Schnee auch noch.

Äpfle hängen auf manchen Bäumen bis ins neue Jahr.

Kommentar von hvladi ,

Meinst du die Rosskastanien? Ich habe sie neulich mehrfach ausgeschwemmt und gekocht. Waren sehr bitter und mir wurde übel. Ist das normal? Geht es trotzdem als Notnahrung?

Kommentar von Infomercial ,

Ja. Ausschwemmen wird aber nicht reichen. Angeblich haben die Indianer die zerstoßen und in Körbern zwei oder drei Tage lange ins fließende Wasser gehangen.

Die Bitterkeit wird nicht verschwinden.

Generell sollte man bei "sowas" kleine Portionen in großen Abständen essen. Der Magen ist es einfach nicht gewohnt. Satt essen sollte man sich mit pflanzlicher Nahrung ohnehin nicht. Ausnahmen bilden Sachen wir gekochte/gebackene Kartoffeln, Rüben oder Bohnen und Hülsenfrüchte. Andere Sachen sind zu schwer verdaulich und liefern auch kaum Energie.

Zudem bekommt man - sofern man sich nicht in (sub)arktischen Regionen aufhält - ernährungstechnisch erst nach ca. 2 Wochen ernsthafte Probleme. Bis dahin ist man zwar matt und unter Umständen sehr gereizt, man hält aber durch.

Wichtiger ist Wärme, Wasser und paar Spurenelemente, die man zuführt, um den Verlust durch Schwitzen auszugleichen.

Ernsthafte Mangelerscheinungen betreffend Vitamine treten erst nach Wochen oder gar Monaten auf.

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Man kann auch das Kambium der Birke kochen. Der Teil Zwischen Rinde und Stammholz. Schmeckt besser und sollte zumindest keine Magenbeschwerden verursachen.

Kommentar von Bitterkraut ,

Bei uns kommt auptsächlich die Gewöhnliche Rosskastaie vor. In den USA sind andere Arten vorherrschend, vielleicht sind deren Früchte weniger bitter.

Kommentar von Bitterkraut ,

Nö, Rosskastanien sind Mist, auch Eicheln würde ich nur kurz vorm Verhungern essen. Bucheckern und andere Baumsamen kann man aber essen. Wenn man Feuer hat, kann man die Samen von Nadelbäumen aus den Zapfen"befreien" und essen, besonders Kiefern geben da was her. Wir zahlen einen Haufen Geld für Piniensamen, das kann man billiger haben..

Wenn man tierisches nicht verschmäht, kann man auch Engelinge und andere Larven ausgraben oder aus abgestorbenen Bäumen holen.

Antwort
von Jahreskalender, 30

Winteranfang: Walnüsse, aber man muss sie vor dem Verzehr trocknen, weil sonst ein Krebserregender Schimmel entstehen kann.

Kommentar von Daoga ,

Wenn der Schimmel erst mal drin ist, nützt auch Trocknen nichts mehr, deshalb befallene Nüsse grundsätzlich wegwerfen. Gemeint ist, sofort nach der Ernte trocknen (auf der Heizung oder bei geringer Temperatur im Ofen) und nicht erst lange liegenlassen.

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